In Generika nicht drin was drauf steht?

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Leya

-, Weiblich

Beiträge: 4779

In Generika nicht drin was drauf steht?

von Leya am 15.04.2013 22:02

Es gibt neue Rabattverträge der Krankenkassen mit den Pharmafirmen. Chronisch Kranke müssen sich auf neue Medikamente einstellen – mit Gefahr für ihre Gesundheit....
Deutliche Unterschiede bei Generika
Geld sparen durch immer neuen Pillentausch. Pharmakologe Georg Kojda hält das für gefährlich. Er erforscht seit 28 Jahren die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Medikamenten und hat festgestellt: Gerade bei Generika, den Nachahmer-Präparaten, gibt es Probleme. Georg Kojda sagt: "Die Generika sind deshalb nicht untereinander austauschbar oder nicht so gut austauschbar, weil sie nicht gegeneinander geprüft sind. Es ist nicht geprüft, ob das eine Generikum gleich wirkt, wie das andere Generikum." Sobald für ein Markenmedikament der Patentschutz abläuft, entwickeln Pharmafirmen Dutzende Nachahmerpräparate. Das Problem ist jedoch, dass es da deutliche Unterschiede gibt: Hatte das Original 100 Milligramm Wirkstoff, dürfen die Generika davon abweichen. Erlaubt sind 20 Prozent weniger Wirkstoff – also 80 mg, aber auch 25 Prozent mehr, also 125 mg.

Gefährlicher Medikamententausch
Durch Rabattverträge kommt es zum Medikamententausch. Patienten, die auf das schwach dosierte Mittel eingestellt waren, bekommen häufig das hoch dosierte Präparat – mit viel mehr Wirkstoff. Auch umgekehrt ist es möglich. Die Kranken erhalten dann zu wenig Wirkstoff. Beides ist gefährlich.

Quelle: http://www.wdr.de/tv/westpol/sendungsbeitraege/2013/0414/rabatt.jsp

Video: http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/2013/04/14/westpol.xml?noscript=true&offset=417&autoPlay=true#flashPlayer

Wer vertritt eigentlich die Interessen der Patienten?
Die Krankenkasse ist es nicht.
Die Politik ist es nicht.
Die Sozialverbände melden sich nicht zu Wort (oder höre ich sie bloß nicht?)

Gruß

Leya


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B733a
Gelöschter Benutzer

Re: In Generika nicht drin was drauf steht?

von B733a am 24.04.2013 09:13

W

Wer vertritt eigentlich die Interessen der Patienten?

diese Frage ist doch mehr als berechtigt.....

Ich verstehe es sowieso nicht warum die einzelnen Firmen so unterschiedlich produzieren dürfen.Und oft haben die gleichen Medis auch noch gleiche Preise,wie kommt es aber dann zu diesen Rabattverträgen,was legen die Pharmafirmen da noch als Extrapfund drauf ? Sind wir alles nur Testpersonen ? so nach dem Motto :schauen wir mal wie Pat es verträgt ? Na ja ,der eine eben besser als der andere. 

Die Gesetzgebung ist hier doch sehr oberflächlich,es geht nur um Gewinnoptimierung und nicht um den Menschen...der ist zur " Ware " mutiert. 

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BlueEyes

43, Weiblich

Beiträge: 506

Re: In Generika nicht drin was drauf steht?

von BlueEyes am 24.04.2013 09:44

Also,ich nehm seit Jahren schon Generika ein und merke keinen Unterschied zu Original, ausser am Preis bzw.der Zuzahlung.
Komme selber aus dieser Branche.

LG
BlueEyes

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Leya

-, Weiblich

Beiträge: 4779

Re: In Generika nicht drin was drauf steht?

von Leya am 25.04.2013 01:40

Hallo,

dass es neu auftretende Unverträglichkeiten oder Nebenwirkungen o. ä. geben kann, wenn von einem Originalmedikament zu einem Generikum oder von dem Generikum eines Herstellers zu dem eines anderen Herstellers gewechselt wird, habe ich bereits häufiger gelesen und im Übrigen auch gerade in der Familie erlebt.

Das Arzneimittelgesetz - § 24 b AMG Absatz 2 - :

(2) Die Zulassung als Generikum nach Absatz 1 erfordert, dass das betreffende Arzneimittel die gleiche Zusammensetzung der Wirkstoffe nach Art und Menge und die gleiche Darreichungsform wie das Referenzarzneimittel aufweist und die Bioäquivalenz durch Bioverfügbarkeitsstudien nachgewiesen wurde.

http://www.gesetze-im-internet.de/amg_1976/__24b.html

Die Pharmazeutische Zeitung erklärt, wie das in der Praxis aussieht:

Üblicherweise besitzen Generika eine bezugnehmende Arzneimittelzulassung. Dies bedeutet, dass vom Zulassungsinhaber der Nachweis der Bioäquivalenz, in der Regel mit dem Originalprodukt des Erstanbieters, erbracht wurde. Zwei Arzneimittel bezeichnet man als bioäquivalent, wenn innerhalb eines 90-%-Konfidenzintervalls die Bioverfügbarkeit 80 bis 125 Prozent entspricht. Hierbei wird Ausmaß (AUC) und Geschwindigkeit (tmax und cmax) der Arzneistoffresorption berücksichtigt. Dieser Bereich wurde gewählt, da die Unterschiede von Ausmaß und Geschwindigkeit der systemischen Verfügbarkeit zwischen Patienten in der Regel mindestens ebenso groß sind und somit in der Patientenpopulation die gleiche Wirkung erwartet werden kann. Auch bei ein und demselben Patienten kann es bei Mehrfachmessungen und wechselndem Einnahmezeitpunkt eines Medikamentes zu Schwankungen von 10 bis 20 Prozent kommen (1). Bei bioäquivalenten Arzneimitteln wird davon ausgegangen, dass ein Austausch zwischen beiden Arzneimitteln ohne Gefahr für den Patienten stattfinden kann. Die akzeptierten Abweichungen zwischen Original und Generikum können allerdings bei Arzneistoffen mit geringer therapeutischer Breite in Einzelfällen klinisch relevant sein...

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=32859


@ B733a Stimme Dir zu.
Wieso setzt sich Minister Bahr eigentlich nicht durch bzw. erlässt die Regierungskoalition nicht ein Gesetz, wenn das Problem vom Gesundheitsminister doch längst erkannt wurde und seine Aufforderungen an die KK nicht fruchteten?

Auch Bundesgesundheitsminister Bahr hat das Problem erkannt - und schon vor mehr als einem Jahr Kassen und Apothekerverbände aufgefordert, bestimmte Präparate von den Rabattverträgen auszunehmen. Doch passiert ist nichts. Die Krankenkassen halten das für überflüssig - Apotheker für dringend nötig.

http://www.wdr.de/tv/westpol/sendungsbeitraege/2013/0414/rabatt.jsp

Ausbaden muss es der Patient, denn er trägt das Risiko.
Und ausbaden muss es auch sein Arzt, wenn er "aut idem" ankreuzt und sich deshalb evtl. Rückforderungen der KKs einhandelt.

Mir will einfach nicht in den Kopf, warum wir heutzutage glücklicherweise in fast allen Bereichen die Möglichkeit haben, z. B. mit Online-Petitionen gegen politische Missstände zu protestieren, an denen z.T hunderttausende teilnehmen und die oftmals erfolgreich sind, sich aber nie (bis auf eine) eine Petition für Patientenrechte ergibt. Aber wer sollte diese Petionen auch entwickeln, wir haben ja keine Interessenvertretung?!


Gruß

Leya

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Ursula

66, Weiblich

Beiträge: 239

Re: In Generika nicht drin was drauf steht?

von Ursula am 26.04.2013 14:30

Also ich habe schon gemerkt, dass es mir mit einem Generika nicht so gut geht wie dem Original. Warum auch immer. Diclo und Voltaren ist so ein Fall. Bei Aspirin auch. Wenn man nur wüsste, woran es liegt.

LG

Ulla

Der Mensch kann nicht tausend Tage ununterbrochen gute Zeit haben, so wie die Blume nicht hundert Tage blühen kann. Tseng-Kuang

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