Jeder vierte Rheumatiker hat Probleme mit den Augen

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Renate
Gelöschter Benutzer

Jeder vierte Rheumatiker hat Probleme mit den Augen

von Renate am 17.09.2010 08:31

Die Augen sind relativ häufig bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises am Geschehen beteiligt. Unter Umständen drohen schwere Komplikationen mit Visusverlust. Optimal ist in diesen Fällen die enge Zusammenarbeit mit Augenärzten und Rheumatologen.

Auch Kollagenosen und Vaskulitiden sind relativ häufig mit Symptomen an den Augen vergesellschaftet und können zu schweren Komplikationen bis hin zur Erblindung führen. Die Augenbeteiligung ist unter Umständen sogar der alleinige Grund dafür, die antirheumatische Therapie zu intensivieren.

So treten beim Sjögren-Syndrom, der mit Abstand häufigsten Kollagenose, so gut wie immer Benetzungsstörungen auf. Die Patienten klagen über wiederholt gerötete Augen, Fremdkörpergefühl, Schmerzen und Schleiersehen. Teilweise müssen sie stündlich oder öfter Tränenersatzmittel benutzen. Gegen die entzündlichen Veränderungen werden topische Steroide oder CiclosporinAugentropfen angewandt. Die systemische Therapie mit Immunsuppressiva lindere die Sicca-Symptomatik ebenfalls, vorausgesetzt, die Behandlung wurde rechtzeitig eingeleitet, betonen Dr. Christoph Deuter und Dr. Ina Kötter von der Universitätsklinik in Tübingen in der "Zeitschrift für Rheumatologie" (2010, online first).

Beim systemischen Lupus erythematodes (SLE) können prinzipiell alle anatomischen Strukturen des Auges in den Krankheitsprozess einbezogen sein. Wie oft dies der Fall ist, lasse sich nicht verlässlich sagen, so Deuter. Je nach Krankheitsaktivität würden bis zu einem Drittel der SLE-Patienten retinale Veränderungen entwickeln. Möglich sind zudem die Optikusneuritis oder eine ischämische Optikusneuropathie. Solche Ischämien infolge des Verschlusses der hinteren Ziliararterien treten auch im Zusammenhang mit der Riesenzellarteriitis auf, mit der Folge einer Amaurosis fugax*. Dies sollte ein Alarmsignal sein. Denn ohne die sofortige hochdosierte Kortison- und ASS-Therapie droht ein bleibender Sehverlust.

Die Augen sind zumindest bei einigen rheumatischen Erkrankungen häufig am Krankheitsgeschehen beteiligt, unter Umständen präsentieren sie sich sogar als Leitsymptom. Die Lebensqualität wird dadurch teilweise erheblich eingeschränkt. Deshalb sollte dem Sehorgan bei diesen Patienten verstärkt Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Quelle: Ärztezeitung, hier anklicken

LG Renate

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misspiggy

59, Weiblich

Beiträge: 177

Re: Jeder vierte Rheumatiker hat Probleme mit den Augen

von misspiggy am 17.09.2010 11:15

Hallo Renate das stimmt, meine Augenärztin schaut immer
alle 3 Monate sehr genau und macht sogar Gesichtsfeldmessung
damit wir alles gleich erkennen und für die trockenen Augen
soll ich Tropfen nehmen

lg miss piggy

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Micky

55, Weiblich

Beiträge: 2487

Re: Jeder vierte Rheumatiker hat Probleme mit den Augen

von Micky am 17.09.2010 11:18

Siehste. Meine Augenärztin glaubt seit letztens nämlich auch endlich, dass mein Glaukom nicht durchs Prednisolon verursacht wird, sondern wohl eher durch die Kollagenose selbst.

Gruß Micky

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Conny
Gelöschter Benutzer

Re: Jeder vierte Rheumatiker hat Probleme mit den Augen

von Conny am 17.09.2010 20:46

Ich habe seit 1987 Lupus, und seitdem bin ich jedes Quartel beim Augenarzt. Es sagte damals schon, dass auch der Lupus die Augen schädigen können. Ich habe auch ein Glaukom, bei mir kommt es vom hochdosiertem Cortison. Bekomme 1 x im Jahr ein ERG gemacht, und habe Veränderungen, die Augenklinik geht davon aus, dass es vom Lupus kommt.

Autoimmunerkrankungen mit Netzhaut-AderhautdegenerationenEine Reihe von Autoimmunerkrankungen betreffen auch die Netzhaut oder Aderhaut. Dabei kann es bezüglich der Symptomatik und der Funktionsdiagnostik zu Überschneidungen kommen. Die Ausprägung der Funktionsstörungen und die klinischen und funktionellen Befunde bei Autoimmunerkrankungen ist sehr variabel.


Birdshot-Retinopathie
HLA-A29 assoziierte Erkrankung
bereitet in der Regel durch die typischen radiär von der Papille ausstrahlenden ovalären chorioatrophischen Herde keine diagnostischen Schwierigkeiten
Gesichtsfeld mit variablen Ausfällen (Ringskotome, konzentrische Einengungen)
im Ganzfeld-ERG teils sehr ausgeprägte Amplitudenreduktion
In Einzelfällen kann es daher zu Verwechslungen mit einer hereditären generalisierten Netzhaut-Aderhautdystrophie kommen. In der aktiven Phase kann eine antiinflammatorische Therapie erfolgreich sein.


Paravenösen pigmentierten retinochoroidalen Atrophie (PPRCA)
Ursache nicht genau geklärt. Da nicht eindeutig familiäre Fälle beschrieben wurden, geht man von einer postentzündlichen Erkrankung aus, wobei zahlreiche Ursachen (u. a. Lues, Tuberkulose, M. Behçet) angeführt wurden. Ein eindeutiger Zusammenhang ist jedoch nicht nachgewiesen, ebenso wie nur äußerst selten aktive Stadien oder die Progression einer PPRCA beobachtet wurden.
Die Makula ist oft nicht betroffen, der Visus daher gut. Gesichtsfeld, ERG und EOG sind abhängig von Lage und Ausprägung der Degenerationen verändert.


Paraneoplastische Netzhautdegenerationen
Unterteilung in zwei Gruppen:
carcinom-assoziierte Retinopathien (CAR)
CAR präsentiert sich mit einem progredienten Funktionsverlust ähnlich einer rasch progredienten Netzhaut-Aderhautdystrophie. Bei CAR ist eine völlige Erblindung möglich. Im ERG sind alle Reizantworten reduziert bis fehlend.
melanom-assoziierte Retinopathien (MAR)
Bei MAR steht eine plötzliche erworbene Nachtblindheit mit Lichtsensationen im Vordergrund steht. Eine Erblindung bei MAR ist sehr unwahrscheinlich. Im ERG findet sich ein negatives ERG und eine fehlende ON-Antwort.
Ursache sind wahrscheinlich vom Tumor abgegebene Proteine, die retinalen Proteinen ähneln und dadurch eine Antigenreaktion gegen retinales Gewebe auslösen. Während bei CAR verschiedene Proteine zugrunde liegen und Antikörper gegen unterschiedliche okuläre Gewebe nachgewiesen wurden, ist bei MAR stets eine Antikörperreaktion gegen retinale Bipolarzellen nachweisbar
Die Bedeutung einer Therapie mit Corticosteroiden ist umstritten.
CAR-ähnliche Krankheitsbilder ohne Nachweis eines Primärtumors sind ebenfalls beschrieben.

Quelle

LG
Conny

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Conny
Gelöschter Benutzer

Re: Jeder vierte Rheumatiker hat Probleme mit den Augen

von Conny am 17.09.2010 20:51

Zum ERG gehe ich jährlich in die Augenklinik wegen dem Quensyl.

LG
Conny

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Renate
Gelöschter Benutzer

Re: Jeder vierte Rheumatiker hat Probleme mit den Augen

von Renate am 17.09.2010 23:23

Zum ERG gehe ich jährlich in die Augenklinik

Was ist ein ERG ?

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Renate
Gelöschter Benutzer

Re: Jeder vierte Rheumatiker hat Probleme mit den Augen

von Renate am 17.09.2010 23:40

Hat sich erledigt, mir ist es wieder eingefallen, gehört zu den elektrophysiologischen Untersuchungen. Bei mir wird auch VEP gemacht.
http://www.uniklinik-duesseldorf.de/img/ejbfile/DasElektrophysiologischeLaborderUniversittsaugenklinik1.pdf?id=9200

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Leya

-, Weiblich

Beiträge: 4779

Re: Jeder vierte Rheumatiker hat Probleme mit den Augen

von Leya am 18.09.2010 02:57

@ Renate

Danke für den Thread und den Hinweis auf den Artikel in der Ärztezeitung.

Gruß
Leya

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Conny
Gelöschter Benutzer

Re: Jeder vierte Rheumatiker hat Probleme mit den Augen

von Conny am 18.09.2010 13:38

Danke Renate, für den Link, bei mir wird das Mulitfokales ERG gemacht.

LG
Conny

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