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Re: Themen in der Psychotherapie
von coffeesickly am 21.08.2010 22:09Hallo ihr Lieben,
hm, also als Mensch mag ich meine Psychologin ja schon sehr. Deswegen gehe ich ja bisher auch bereitwillig hin. Nur erscheint sie mir etwas überfordert. Es stimmt schon, 10 Monate im Vergleich zu 21 Jahren sind nicht viel. Vielleicht schafft sie es ja mit mir zu wachsen, falls wir das können. Ein Ziel haben wir am Beginn übrigens auch festgelegt, wobei das sehr schwer fiel. Nun mangelt es eben etwas an der Umsetzung. Aber ihr blickt ja teilweise schon auf recht viele Jahre Therapieerfahrung zurück, weshalb ich der Sache noch etwas Zeit geben würde.
Auf jeden Fall find ich den Link mit der Online - Datenbank super, den werde ich dann auch zu Rate ziehen. In der Telefonberatung kann man meine Suche bestimmt schon gut eingrenzen. Ich weiß auch garnicht wie viele Sitzungen ich bisher hatte, dürfte bald zu Ende sein. Ich bin gespannt was sie nach der 25. Sitzung sagt. Es würde mich schon sehr wundern, wenn sie der Meinung wäre, es bestünde kein Bedarf mehr. Ich wünschte ich könnte in ihre Aufzeichnungen sehen, das könnte mir bestimmt helfen.
Liebe Grüße an euch,
und Danke für die leiben Ideen.
Re: Themen in der Psychotherapie
von coffeesickly am 20.08.2010 20:35Ja das ist mit Sicherheit auch mit Angst verbunden. Vielleicht ist es wirklich nur eine Frage der Zeit. Auf jeden Fall weiß ich jetzt, dass es nicht so ist, dass ich in diesem Punkt die Hoffnung aufgeben muss. Weil das klang so absolut von der Psychologin. Also einfach weiter versuchen.
Re: Themen in der Psychotherapie
von coffeesickly am 20.08.2010 18:23Nein so ist das ja auch wieder nicht. Ich meine ich gehe da ja nicht umsonst hin, denn dann könnte ich mir die verschwendete Zeit ja sparen. Ich versuche es doch. Wenn ich nicht irgendwo empfänglich wäre, dann würde ich dieses Thema hier wahrschweinlich auch nicht anfangen. Nur ist die Ablehnung, etwas was unter dem Strich bei rauskommt. Also damit meine ich, dass da durch aus Möglichkeiten existieren.
Re: Themen in der Psychotherapie
von coffeesickly am 20.08.2010 14:32Hallo,
bitte streitet euch nicht über verschiedene Ansichten zur Psychotherapie. Das ist ein sehr sensibles Thema, zu dem bestimmt jeder eine eigenen begründete Meinung hat.
Ich habe damit begonnen, weil ich schon dachte, dass es helfen könnte. Ich habe ja dieses Thema extra begonnen, um einen Einblick in die Arbeitstechniken eurer Therapeuten zu bekommen. Offensichtlich ist die Therapie bei euch auch irgendwie aktiver. Ich glaub ich habe von meinen 25 Stunden schon ziemlich viele rum und werde die jetzt auch erst mal zu Ende bringen. Dann werd ich mich auch mal nach einem anderen Neurologen/ Psychiater erkundigen und nachfragen, wie dieser arbeiten würde. Aber vielleicht hat die Therapie die ich jetzt mache ja auch noch mehr Erfolg.
Und ich denke grundsätzlich, dass es nicht nur so sein muss, dass man sich verändern will und sich öffnen will. Ich denke wenn man Probleme damit hat ist es auch Aufgabe der Therapeutin das hin zu bekommen.
Liebe Grüße
Re: Bin ich ein schlechterer Mensch nur weil ich nicht Privatversichert bin?
von coffeesickly am 19.08.2010 21:38Hallo Lea,
bitte versuch unbedingt nochmal da ran zukommen. Ich bin auch Kassenpatientin, aber mir geht es ganz anders. In meiner Rheumaklinik ist der Oberarzt jeden Tag zu mir gekommen und hat gefragt wie es geht. Ich weiß das ist nicht luxus. Aber vielleicht kannst du einer Schwester dort nochmal erklären, dass er absolut notwendig ist, weil er sich bei Kollagenosen so gut auskennt. Das ist absolut notwendig! Es ist meiner Meinung nach auch sehr wichtig, dass man sich da wohl fühlt. Bei mir war es immer so, dass wenn ich mich nicht wohl gefühlt habe, ich auch Probleme hatte wenn ich die Hilfe im Akutfall gebraucht hätte. Und dann hatte ich immer Hemmungen.
Also ich hätte auch noch eine Idee, die vielleicht etwas drastisch ist, aber womöglich hilft es ja. Manchmal ist es so, dass die Ärzte auf den Onlineseiten auch E-Mail Adressen haben (aber ich glaub das kommt nicht so oft vor). Klar ist auch, dass die eine Sekräterin bearbeitet und vielleicht nicht der Arzt direkt. Aber es wäre eine Kontaktmöglichkeit.
Ich hoffe das löst sich zu deinen Gunsten.
Liebe Grüße,
Julia
Re: Themen in der Psychotherapie
von coffeesickly am 19.08.2010 21:19Hallo,
ich danke euch wirklich für die Resonanz. Ich weiß nicht wo ich ohne euch wäre.
@Ninoa: Ja genau das meine ich. Irgendwie scheint diese Reaktion ja notwendig. Ich verstehe, dass es besser wäre wenn ich es anders handhaben würde. Aber ich weiß nicht wie das gehen soll. Ich denke es ist nicht nur die Tatsache, krank zu sein. Also ich glaub, damit komme ich schon ganz gut klar. Es ist viel mehr auch all das was passiert ist. Seit ich 16 war habe ich mich an keinem einizigen Tag mehr gesund gefühlt. All die Erinnerungen sind nicht produktiv, deswegen sehe ich eher in die Zukunft und versuch mich eben auf andere Sachen zu konzentrieren. Dieses Anders, welches du beschreibst klingt interessant. Vielleicht begenet es mir auch mal. So immens stressig ist es bei mir übrigens momentan nicht, da die Kollagenose keine Ruhe gibt. Als der letzte Schub etwas ruhiger wurde habe ich wieder mit dem Lernen begonnen und auch eine Klausur nachgeholt. Ich habe maximal 6 Stunden am Tag gearbeitet, aber das war wohl zu viel. Der selbe Schub ist nun zum dritten Mal wieder zurück gekehrt. Ich liege nur noch im Bett und bin auf Grund der Opiate prinzipell ruhig gestellt. (a propo: Ist euch ein Opiat bekannt, welches die kognitiven Fähigkeiten nicht so immens beeinträchtigt?) Ich weiß momentan nicht wie es weiter gehen soll, weil es ja schon nicht mehr geht. Ich hoffe, dass wird bald, weil ich noch ganz viele Prüfungsleistungen nachholen müsste.
@Dani: Also ich meinte damit, dass schon die Signale nicht ankommen. Also wenn sie ankämen, dann könnte ich mich entweder dafür entscheiden, auf sie zu hören oder sie eben zu ignorieren. Aber sie kommen garnicht erst an. Erst wenn Nichts mehr geht.
@sungmanitu-wakan: Ja das ist auch ein Gedanke von mir. Ich überlege dann immer, wie mein Leben aussehen würde, wenn ich tatsächlich ruhiger machen würde und muss leider sehen, dass ich dann vieles einfach nicht mehr hätte. Ich würde gern ruhiger machen! Aber ich kann nicht so viel verlieren und teilweise habe ich auch nicht die Möglichkiten (also das haben wir beispielsweise ja mit dem Studium schon mal besprochen). Ich denke schon, dass so eine Psychotherapie helfen könnte. Aber ich scheue die Gefahr mich zu öffnen, denn darin liegt vielleicht die Möglichkeit meinen Charakter zu verändern. Ich mag mich ja wie ich bin, wenn ich wieder funktioniere. Ist nur leider schon etwas länger her, vielleicht hätte ich mir daher irgendwie mehr Hilfe versprochen, irgend eine Veränderung.
@tunixe: Wow, da habe ich ja prinzipiell eine indirekte zweite Facharztmeinung. Ich bin froh, dass du gefragt hast und ich bin Dir dafür wirklich sehr dankbar! Ich hatte es aufgegeben, dass es besser werden könnte, weil ich ja ständig höre, dass das sehr unwahrscheinlich ist. Also meine Psychologin arbeitet tatsächlich nur auf der Verhaltensebene, vielleicht ist dass das Problem. Ich werde mich mal nach einem anderen Neurologen/ Psychiater umsehen. Wenn ich die Möglichkeit haben sollte einen Termin zu bekommen werde ich vorher fragen, ob sie sich etwas spezifischer mit Kollagenosen auskennen.
Liebe Grüße
Re: Themen in der Psychotherapie
von coffeesickly am 19.08.2010 15:10Aber ich mache das ja eindeutig nicht mit Absicht! Das hat sich halt mit der Zeit so herausgebildet. Ich kann das doch nicht steuern. Ich sehe den Bedarf ja wie gesagt schon auch, mir sind ja die ganzen Zusammenhänge zwischen Körper und Psyche schon klar.
@Dani: Wie ist es Dir gelungen das zu ändern?
Das heißt nicht, ich würde meinen Körper nicht akzeptieren, denn diese Wahl habe ich von Anfang an ja garnicht! Meine Vernunft steht halt nicht in Kontakt zu meinem Körper.
Re: Themen in der Psychotherapie
von coffeesickly am 19.08.2010 15:00So jetzt noch mal zu den Zielen: Das ist ne gute Frage! Irgendwie wünschte ich mir Hilfe, aber ich weiß nicht bei was. Ich glaub es wär gut wenn sich irgendwas positiv verändern könnte .... aber ich kann echt nicht sagen was sich ändern soll, da habe ich ja keinen Zugang zu (siehe oben).
Re: Themen in der Psychotherapie
von coffeesickly am 19.08.2010 14:58Hm,
also vielleicht erklär ich erstmal warum ich eine Therapie begonnen hatte. Im Prinzip hat mich meine Neurologin ja dazu gezwungen (also mich doch mehr als deutlich dazu aufgefordert), ich selbst sah keine Notwendigkeit. Und da sich bisher kaum was geändert hat, ist es vielleicht wirklich so, dass es nicht notwendig ist.
Ich komme ja auch super klar. Ich versuch gerade Studium und Krankheit zusammen zu bringen, und bin der Meinung, dass ich das in den letzten 2 Jahren gut gemacht habe.
Das einizge Problem, dass ich offiziell habe, ist schon ne massive Dissoziation. Und da möchte die Psychologin anknüpfen, meint aber selbst, dass sie da nicht viele Möglichkeiten sieht. Sie sagt auch, es ist völlig normal, dass ich alles unangenehme irgendwie abspalte, sonst wär ich wohl nicht so weit gekommen. Und ohne das Abspalten bricht mein ganzer Alltag zusammen, denn das betrifft ja beispielsweise auch eine sehr praktische Schmerzabspaltung. Also im Endeffekt ist es so, dass meine Argumentation, die für die Dissoziation spricht, logisch und konsistent ist. Der einzige Nachteil, der sich daraus ergibt ist, dass ich fähig bin, mit meinem Geist weit über meine körperlichen Grenzen zu gehen, was ich dann immer erst merke wenn der Schub wieder akut ist. Aber ich glaub ohne Dissoziation könnte ich nicht mal studieren, weil sie Symptome überhand nehmen würden. Also kennt ihr das, wenn ihr so konzentriert ein Buch lest, dass ihr es nicht mal merkt, wenn das Telefon klingelt. So ist das bei mir den ganzen Tag.... mit allem was mir nicht passt .... super funktionabel!
Das will ich wirklich nicht ändern.
Re: Themen in der Psychotherapie
von coffeesickly am 19.08.2010 14:18Hallo,
also erstmal freue ich mich wirklich für euch, dass es euch weiter geholfen hat. Das motiviert ich auch einwenig.
Also in Bezug auf mein Verhalten denkt sie sie kann es nicht ändern, weil sie mir in dem Verhalten auch zustimmt. Es ist zwar nicht produktiv, aber für sie völlig verständlich. Ich bin an sich ja schon bereit mich zu öffnen, aber in diesem einen Punkt würde ich mich nicht ändern. Das findet sie aber nicht schlimm.
Zur Idee eines Wechsels ... daran habe ich schon gedacht. Aber das ist mir zu viel Aufwand! Ich habe wirklich genug zu tun, da möchte ich nicht noch wegen meiner Psyche irgendeinem Psychologen hinterher rennen, zumal ich da ja noch mal neu anfangen müsste. Das wär eher nicht in meiner Interesse. Das Buch werde ich mir vielleicht auch selbst mal durchlesen und empfehlen.
Mir ist die Notwendigkeit einer Therapie durchaus klar, nur leider tut sich nicht viel.
Liebe Grüße,
Julia

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