Aktueller Bericht zu TNF-alpha-Blockern

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Leya

-, Weiblich

Beiträge: 4779

Re: Aktueller Bericht zu TNF-alpha-Blockern

von Leya am 05.02.2011 23:13

@ Mondbein @ Stella : Danke



Die Medikamente aus der Gruppe der TNF-alpha-Blocker wie Etanercept (Enbrel) oder Infliximab (Remicade) können in seltenen Fällen als unerwünschte Nebenwirkung ein lupusartiges Krankheitsbild auslösen. Dieses Krankheitsbild bildet sich nach Absetzen der Substanzen dann ohne Folgen wieder zurück. Die Beobachtung als solche hat aber dazu geführt, dass man schon aus theroretischen Gründen die Anwendung von TNF-alpha-Blockern bei Kollagenosen oder systemischen Lupus erythematodes (SLE) für nicht angezeigt hält.





Quelle: Der von Stella schon angegebene Link
http://www.tiz-info.de/tnf-blocker/fua/antwort/frage/124.html


Vor dem Hintergund der neuen Erkenntnisse - weniger Schmerzen, weniger Müdigkeit durch TNF-alpha-Blocker (siehe obige Ausführungen in dem Beitrag von Mondbein)- wäre es vielleicht doch interessant, wenn die Wissenschaftler den Einsatz dieser Medikamente bei Lupus in Betracht ziehen würden. Vielleicht in Kombination mit anderen Medikamenten, die den Lupus dämpfen.
Müdigkeit und Erschöpfung sind einige meiner Hauptsymptome - und wir wissen aus Umfragen, dass es bei vielen Lupus-Betroffenen auch so ist - und ich würde viel d'rum geben, wenn ich Müdigkeit und Erschöpfung für immer los wäre. Die seltene Nebenwirkung lupusartiger Symptome würde ich gern in Kauf nehmen zumal sie sich nach dem Absetzen des TNF- alpha-Blockers wieder zurückbilden.

Ich bin gespannt, ob die Forschung sich vielleicht doch denTNF-alpha-Blockern auch bei Lupus zuwendet.

Bekommt einer von Euch TNF-alpha-Blocker?

Gruß

Leya

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Stella
Gelöschter Benutzer

Re: Aktueller Bericht zu TNF-alpha-Blockern

von Stella am 05.02.2011 15:37

Hallo Mondbein,

dieser Artikel ist sehr interessant. Leider sind TNF-alpha-Blocker bei Kollagenosen wohl nicht angebracht.:#:

http://www.tiz-info.de/tnf-blocker/fua/antwort/frage/124.html

Schade, denn genau die Problematik der Müdigkeit, Depression vielleicht sogar Vergesslichkeit ist oftmals belastender als der Schmerz selbst.

LG Stella

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mondbein

64, Weiblich

Beiträge: 733

Aktueller Bericht zu TNF-alpha-Blockern

von mondbein am 05.02.2011 14:52

04.02.2011 - Medizin
Kampf an zwei Fronten

TNF-alpha-Blocker dämpfen bei Rheuma die Entzündungen und normalisieren zusätzlich die Hirnaktivität

Forscher aus Erlangen haben entdeckt, warum Rheumatiker so häufig unter starker Müdigkeit und Erschöpfung leiden: Einer der Botenstoffe, die die Entzündungsreaktion in den Gelenken steuern, wirkt auch auf das Gehirn ein und verändert dort die Reaktionen der Schmerz- und Gefühlszentren. Die gute Nachricht dabei: Genau dieser Botenstoff ist bereits seit einigen Jahren eines der Hauptangriffsziele moderner Anti-Rheuma-Medikamente. Mit der aktuellen Entdeckung schließe sich ein Kreis, sagen die Forscher - man könne jetzt endlich verstehen, warum diese Mittel so schnell eine so starke Besserung hervorrufen: Schon bevor sie die eigentliche Entzündungsreaktion messbar verringern, dämpfen sie die Schmerzwahrnehmung im Gehirn und stoppen die ungewöhnliche Aktivität im Gefühlszentrum. Die Folge sei ein deutlich verbessertes Wohlbefinden, erläutert Studienleiter Georg Schett.

Die häufig schlicht als Rheuma bezeichnete rheumatoide Arthritis ist eine Autoimmunkrankheit, bei der der Körper fälschlicherweise seine eigenen Gelenkhäute, die Knorpel und die Sehnenscheiden angreift. Dadurch entstehen erst in einigen wenigen, später in praktisch allen Gelenken starke Entzündungen, die mit der Zeit zu schweren Schäden an Knochen und Knorpel führen können. Neben den dadurch ausgelösten Schmerzen leiden die Betroffenen häufig zusätzlich unter Müdigkeit, Abgeschlagenheit und nicht selten auch Depressionen.

Seit einigen Jahren wird die rheumatoide Arthritis behandelt, indem gezielt die Botenstoffe abgefangen oder blockiert werden, mit denen das Immunsystem die Entzündungsreaktion steuert. Besonders bewährt haben sich unter diesen sogenannten Biologicals Mittel, die dem Signalstoff Tumornekrosefaktor-alpha, kurz TNF-alpha genannt, entgegenwirken. Da ihre Wirkung in vielen Fällen extrem schnell einsetzt - schneller, als es durch einen entzündungshemmenden Effekt allein erklärbar wäre -, argwöhnten Forscher bereits seit längerem, dass die Medikamente möglicherweise zusätzlich krankheitsrelevante Prozesse im Gehirn beeinflussen.

Genau diesen Verdacht konnten die Erlanger jetzt bestätigen: Sie beobachteten, dass sich schon 24 Stunden nach der Gabe eines TNF-alpha-Blockers die Gehirnaktivität von Rheumatikern deutlich veränderte. Tests mit gentechnisch veränderten Mäusen halfen schließlich, diesen Effekt zu verstehen. Demnach bewirken erhöhte TNF-alpha-Spiegel im Blut, dass das Schmerzzentrum im Gehirn seinen Schwellenwert senkt und die Schmerzwahrnehmung verstärkt wird. Zudem verändern sie die Aktivität im Limbischen System, das für die Steuerung von Gefühlen zuständig ist und damit auch für psychische Effekte wie eben Müdigkeit und depressive Verstimmungen verantwortlich zeichnet. Wird der Überschuss an TNF-alpha eliminiert, beispielsweise durch ein Medikament, normalisieren sich die Reaktionen wieder.

TNF-alpha-Blocker bekämpfen die rheumatoide Arthritis demnach an zwei Fronten gleichzeitig: Zuerst regulieren sie die Schmerzwahrnehmung im Gehirn und fördern das Wohlbefinden und anschließend dämpfen sie die Entzündungen. Schett glaubt, dass dieser Mechanismus auch bei anderen entzündlichen Erkrankungen und bei Infektionen eine Rolle spielt. Die veränderte Hirnaktivität sei zudem möglicherweise ein wertvolles Werkzeug für die Behandlung von Rheumatikern: Es sei denkbar, dass sich mit ihrer Hilfe sich schnell und zuverlässig vorhersagen lasse, ob ein Patient auf ein bestimmtes Medikament anspreche oder nicht.


Georg Schett (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg) et al: PNAS, Online-Vorabveröffentlichung, doi: 10.1073/pnas.1011774108

dapd/wissenschaft.de - Ilka Lehnen-Beyel

http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/312868.html

Die beste Medizin gegen entgleiste Größenordnungen ist die Lektüre von Todesanzeigen.

Hoffnung ist eben nicht Optimismus, ist nicht Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat - ohne Rücksicht darauf, wie es ausgeht.
Václav Havel

Ewig währt am längsten!

Antworten Zuletzt bearbeitet am 05.02.2011 14:54.
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