Ist es nur eine Depression?
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Re: Ist es nur eine Depression?
von Robin am 05.01.2012 13:31
Hallo zusammen,
Renate schrieb:
Um ehrlich zu sein, habe ich auch gegoogelt ;). Dazu kam, dass der HA die Rheumafaktoren ermitteln ließ. Und dann erst einige Zeit später riet der Neurologe, zum Rheumatologen zu gehen und der sagte, dass es gut möglich ist, dass ich eine entzündlich rheumatisch Erkr habe.
Liebe Grüße euch allen
Robin
Renate
Gelöschter Benutzer
Re: Ist es nur eine Depression?
von Renate am 05.01.2012 07:21Natasha du hast mich nicht verärgert
Ich wollte nur sagen, dass eben auch psychische Erkrankungen körperliche Symptome hervorrufen können. Wie das bei dir und ja auch bei mir und vielen anderen vor der Diagnose ablief ist natürlich nicht in Ordnung und auch schrecklich, das musste ich ja am eigenen Leib erfahren.
Ich denke nicht bei allen die hier im Forum oder in anderen Foren ohne Diagnose landen ist das so. Es gibt auch Leute die googeln ihre Symptome und finden dadurch Foren. Deshalb finde ich es eben auch wichtig mal zu schreiben, dass zB. einige Symptome auch auf andere Erkrankungen passen könnten.
Re: Ist es nur eine Depression?
von Howlingwolf am 05.01.2012 05:36Hallo Robin,
ganz ehrlich, mir wäre lieber gewesen, ich hätte diesen ganzen Schitter nicht mitmachen müssen, aber irgendeinen Sinn wird der Ärger wohl haben, auch wenn sich mir dieser Sinn erst in einigen Jahren offenbaren wird, denk ich....noch lieber wäre mir natürlich, ich wäre gesund, dieser Wunsch ist aber momentan mit den jetzigen Mitteln nicht realisierbar, aber vlt, könnte ich mit Gesundheit gar nichts anfangen?? Ich kenne mich nur krank....Mein Leben ist durch das Erlebte rund um die Erkrankung maßgeblich geprägt worden, was würde ich tun, wäre ich schlagartig geheilt? Wahrscheinlich müßte ich erst mal zu meinem Therapeuten zurück und in einer Verhaltenstherapie lernen, mich gesund zu verhalten, zu denken und zu agieren! Ich muß wieder ins Bett, meine Gedanken werden sehr kopflastig ;)
noch kurz @Renate: Natürlich hast Du Recht Renate,um meine Worte zu erklären: Ich denke, wenn man hierher gelangt, dann sind schon einige spezifische Gedanken gedacht worden, haben die schleierhaften Symptome eine Richtung bekommen, die Vermutungen nehmen Gestalt an. Ich wäre in meiner Zeit der Suche und Ungewissheit viel stabiler gewesen, hätte ich mich früher an Lupuslive gewandt, aber ich wußte nichts von Foren wie diesen, schade. Ich denke, die Personen, die hier auflaufen, haben schon einiges hinter sich und die Dinge konkretisieren sich, wenn auch manchmal in einem schmerzlich langsamen Tempo. Wenn ich also aus eigener Erfahrung und durch Selbsthilfegruppen und persönlicher Kontakte mutmaße, dann nur, weil schon ein grobes Ausschlußverfahren stattgefunden hat, in welcher Form auch immer. Mit crazy meine ich wirklich nuts, man sagte mir nach, ich sei schwer psychisch krank in der Zeit vor den Diagnosen. Die Einbildung bezog sich auf die Symptome, die ich manchmal 4 mal oder häufiger im Monat hatte, die aber keiner ernst nahm, weil ich ja als psychisch krank galt, also die Beschwerden angeblich daher rührten und andere Diagnostik unterblieb. Bis Doc Natusch ins Spiel kam. Ich habe nicht gesagt, daß Depressionen Einbildung oder nicht ernst zu nehmende Erkrankungen sind, ich habe einfach im Kontext der Autoimmunerkrankungen gedacht und geschrieben. Sorry, daß ich mich nicht präzise genug/missverständlich ausgedrückt habe, ich wollte Dich nicht verärgern. :)
Ganz liebe Grüße :) Natasha
Auf Regen folgt immer Sonnenschein!
Re: Ist es nur eine Depression?
von Leya am 05.01.2012 01:50Hallo Robin,
herzlich willkommen im Forum.
Ich kann sehr gut nachvollziehen, wie es Dir geht. Jahrelang mit heftigen Beschwerden, aber ohne zutreffende Diagnose und hilfreiche Therapie zu sein, ist äußerst zermürbend und lässt verzweifeln.
Einfach abzuwarten, ob sich irgendwann noch heftigere und dann eindeutiger zuzuordnende Symptome ergeben, finde ich riskant. Wer weiß, ob in der Zwischenzeit nicht bereits irreversible Schädigungen eingetreten sind?
Und gerade viele Lupus-Betroffene wissen, dass sie gerade oder immer noch Beschwerden haben und auch immer noch an Lupus erkrankt sind (lupus ist nicht heilbar), sich aber im Blut nichts Entsprechendes feststellen lässt. Wobei ich nicht sagen will, dass Du Lupus oder eine Kollagenose hast, schließlich können das nur Mediziner feststellen.
Ich würde mit meiner Suche nach einer Diagnose nicht locker lassen, würde weiterhin auf Klärung drängen, würde mich möglichst in renommierte Uni-Kliniken einweisen lassen.
Letztlich gibt es ja auch noch die Klinik für Diagnostik in Wiesbaden. Mit diesbezüglichen Erfahrungen kann ich aber leider nicht dienen.
Alles Gute.
Gruß
Leya
Renate
Gelöschter Benutzer
Re: Ist es nur eine Depression?
von Renate am 04.01.2012 21:15Muss aber nicht unbedingt eine Autoimmunerkrankung sein, das gibt es bei anderen Erkrankungen halt auch.
Selbst wenn jemand eine Depression oder psychische Erkrankung hat und nicht autoimmunbedingt, dann bildet er sich das nicht ein, das ist nämlich auch eine echte und richtige Krankheit mit echten Symptomen und nichts eingebildetes.
Re: Ist es nur eine Depression?
von Robin am 04.01.2012 20:42
Danke für deine Antwort, Natasha.
Es ist traurig, was Menschen dir da alles zugemutet haben und es ist bewunderswert, dass du dich da durch gekämpft hast.
Re: Ist es nur eine Depression?
von Howlingwolf am 04.01.2012 20:02Liebe Robin,
ich weiß, Du bist verzweifelt, das war ich auch und wie: ALLE sagten, ich bin psychisch krank und ignorierten, daß ich immer mehr abnahm und verkümmerte. Ich hatte ständig Hals-und Kopfschmerzen, meine Leberwerte waren u.a. auch verändert, ich hatte oft starke Schmerzen wegen der Ergüsse rund um die Gelenke und der Innenhäute. Die Erklärung der Mediziner war absurd, sie behaupteten ich war mit Jungs intim und trug Entzündungen davon, deshalb waren auch meine Lymphdrüsen geschwollen! 
Dabei war ich gar nicht in der Lage überhaupt zur Schule zu gehen....
ich dachte oft an die nächste Stunde, den nächsten Tag, überlegte, wie ich weiter funktionieren konnte, weil ich mußte. Kontakte zu anderen konnte ich gar nicht wirklich etablieren, da ich viel schlafen mußte und seit Auftreten der ersten Symptome in meiner Kindheit sehr schnell überfordert war, ich war schnell erschlagen und mußte mich ausklinken, bevor ich im schlimmsten Falle einfach abklappte.
Ärzte, Familie, Freunde, Sozialarbeiter, Psychiater, Psychologen- niemand glaubte mir, ich war bei zig "Hausärzten", Internisten, Psychologen, Psychiater- alle gaben mir scheinbar passende Diagnosen, wollten mich ohne Blutabnahme! behandeln. Ich verweigerte mich, da ich instinktiv wußte, das ist nicht richtig, das ist nicht gut für mich. Ich wußte stets, ich bin sehr krank, aber das machte alle nur noch rasender. Wie konnte ich nur so etwas behaupten? Ich wußte es einfach, meine Realität, mein Gefühl sagte mir immer und immer wieder: Du bist nicht gesund.
Ich konnte nur nicht genau ermitteln, was ich denn haben könnte, lange dachte ich, ich habe Krebs, aber auch das war nicht stimmig. Ich erzählte alles meinem ältesten Bruder Maxim und er kam zu Besuch aus den USA und brachte Doc Wallaces Lupus"bibel" mit. Ich las und das Gelesene war gleich stimmig für mich, das war 2002 glaub ich. Verrückt, dachte ich, Pops, unser Dad, starb höchstwahrscheinlich an den Folgen einer nicht erkannten Gerinnungsproblematik mit vorzeitiger Arteriosklerose und du erhälst dieses Buch und dir wird eine Wahrheit offenbahrt, die bis dahin in deinem Leben fehlte.
Leider dauerte es nochmal 6 Jahre, bis ich endlich alles schwarz auf weiß auf Papier hatte und ohne Probleme Medikamente bekam, mein letzter Psychologe war endlich einmal ein kompetenter, der bescheinigte mir eine Posttraumatischebelastungsstörung auf Grund der vielen Jahre ohne Unterstützung und Menschen, die mir Glauben schenkten und mich drangsalierten und in Krankheiten reinredeten, die ich partout nicht hatte. Ihre Vorgehensweise war verwerflich und kostete mich wertvolle Lebenszeit. Das sagte er auch dem Jugendamt, die damals in MEINEM Falle meine Tochter in Obhut gaben, weil sie der Meinung waren, ich wäre auf Grund von angeblich bestehenden irrationalen Wünschen nach Krankheit schwer psychisch krank/gestört, meine "Isolationswünsche" wären krankhaft, meine Müdigkeit anderer Natur und nicht Symptom einer Kollagenose....etc.blabla whatever....
Ich erzähle so offen wie möglich, da ich mittlerweile in der Charite angekommen bin und weiß, daß ich schwer krank bin, nach Aussage des Stationarztes... glauben wollen das aber nur eine handvoll Personen. Ich bin älter geworden, reifer und denk einfach nur noch: Fuck you ! Ich muß niemanden etwas beweisen, ich bin krank und muß tagtäglich die Herausforderung leben, ich habe jeden Tag ein Abenteuer zu bewältigen, muß meinen Wolf bei Laune halten, killekille hier, Leckerli da, so daß er mir nicht den Kopf abreißt und ich genug Kraft habe, den Tag mit Kind(Sohn) zu stemmen. Das ist eine ordentliche Leistung, ich muß mich nicht beleidigen werden, ich bin stark und habe fast immer an mich geglaubt,nur einmal war ich sehr schwach geworden und habe gedacht: Sie haben Recht, alle sagen, you are crazy, it´s all in your head, du bildest Dir alles nur ein, aber siehe da, ich bin leider wirklich krank, nur ich hatte Recht, leider Gottes in diesem Fall! But shit happens!
Mein Rat für Dich: Gib bitte nicht auf, Du hast wenigstens einen Rheumatologen, der Dir glaubt, mich hat man nicht einmal dort hin überwiesen, man hat bei mir erst 2001 glaub ich von Rheuma, und dann auch nur andeutungsweise, gesprochen.
2.) Höre auf Dein Körpergefühl, das wird Dir recht gut sagen, was los ist.
3.) Beobachte Deinen Körper: Geht es Dir schlechter vor Deinem Eisprung? Vor Deiner Menstruation/Monatsblutung?
4.) Wie verträgst Du die Sonne, Infekte, Medikamente, Operationen?
5.)Wie reagierst Du auf Stress jeglicher Art?
6.) Wie ist es mit Lebensmitteln? Verträgst Du alles? Fett? Gluten? Laktose? Histamine? Fruktose?
7.) Hast Du Durchfälle, Gewichtsverlust, Gewichtszunahme(beides ungewollt)?
8.) Fühlst du Dich grippig, schubig, schlecht, sprich ausgelaugt, immer müde, abgeschlagen, gestresst, kannst nicht stundenlang mit anderen zusammen sitzen und quatschen, arbeiten, sport machen über viele Stunden weil Dich das emotional traumatisiert?(ist eine Frage von Doc Wallace)
Dann klingt es verdammt nach einer Autoimmunerkrankung/"Rheuma"
Melde Dich jederzeit bei Fragen und Sorgen Robin!
:) Natasha
Auf Regen folgt immer Sonnenschein!
Renate
Gelöschter Benutzer
Re: Ist es nur eine Depression?
von Renate am 04.01.2012 17:26Was für Schübe und wo hast du das gelesen ? Du weisst doch noch gar nicht, welche Erkrankung du hast, ich würde es mit den Tabletten versuchen und dann dem Arzt berichten und dann wird weiteres vorgehen besprochen und entschieden.
Re: Ist es nur eine Depression?
von Robin am 04.01.2012 17:20
Das habe ich mich noch nicht getraut, weil ich gelesen habe, dass es eventuell Schübe auslöst. Ich wollte aber mal den Doc danach fragen.
Renate
Gelöschter Benutzer
Re: Ist es nur eine Depression?
von Renate am 04.01.2012 15:52Ja das weiss ich und ich kann dich da verstehen, aber diese Erkrankungen sind leider "heimtückisch" und oft jahrelang nicht genau zu diagnostizieren.

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