Umgang mit unterschiedlichen Meinungen - Auslagerung aus dem Tier Thread

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Zazou

-, Weiblich

Beiträge: 158

Re: Umgang mit unterschiedlichen Meinungen - Auslagerung aus dem Tier Thread

von Zazou am 27.04.2012 03:46

Liebe Leya,

sorry, aber ich dachte, dass sich hier Gleichgesinnte und Betroffene von Kranken = Lupus zusammengefunden haben und nebenbei über aktuelle oder interessante Themen geredet/geschrieben/gepostet wird. Man kann doch aber nicht die Augen vor der Wahrheit im Leben verschließen. Das Leben ist hart, ohne Frage, aber leider ist es so, dass, wenn man nichts tut wird einem nichts geschenkt.

Zum besseren Verständnis kann ich Euch gerne mal meine Lebensgeschichte darstellen.

Als wir vor 33 Jahren geheiratet haben hatten wir auch nichts. Wir kamen aus Hamburg/Stade nach Berlin und ich wurde nach kurzer Zeit schwanger. Wir hatten nur eine kleine Apartmentwohnung mit 1,5 Zimmern und hatten weder eine Familie noch Freundschaften vor Ort. Wir standen ganz alleine in einer fremden Stadt. Aber mein Mann war sehr fleißig. Er hatte einen Job, denn deshalb kamen wir ja nach Berlin.

Wohnungen waren zur damaligen Zeit Mangelwarre in Berlin. Zu Besichtigungen standen wir mit 20 Personen in den Mietwohnungen. Geld zum bestechen, wie es andere Suchende hatten, war bei uns nicht drin. Wir hatten nur Glück als unser Sohn dann knapp 1 Jahr alt war bekamen wir vom Betrieb meines Mannes ein Haus als Dienstwohnung zur Verfügung gestellt. Mein Mann hat sich weitergebildet seinen Elektro-Meister gemacht und dadurch ging es dann ein bisßchen besser.
Ich bin dann auch arbeiten gegangen bis meine Tochter geboren wurde. War dann ein paar Jahre zu Hause. Habe dann auch einige Weiterbildung gemacht und bekam dann in einer großen Firma einen guten Job.

Bei unseren beiden Kindern haben wir von Anfang an darauf geachtet, dass sie ihren Schulabschluss und anschließend ihr Abitur machen. Der Große (verh.) hat studiert ist Ing. und meine Tochter lebt mit Mann und Kind in Dänemark. Wir sind doch nichts außergewöhnliches.

Es steht jedem frei etwas aus seinem Leben zu machen. Ich bin viele Jahre von Arzt zu Arzt gerannt und nie wurde eine Diagnose gestellt bis ich vor 4 Jahren endlich im Urlaub an einen Arzt geraten bin, der sich mit Autoimmunkrankheiten auskennt, weil es mir wieder einmal so schlecht ging. 
Ich war viele Jahre krank, ohne Diagnose, ohne Medikamente, immer schlapp und müde, zeitweise starke Depressionen usw.. Immer wieder ins Krankenhaus mit, so wie ich heute weiß, akuten SLE Schüben.
Dann die Krankschreibung und anschließend die Rente. 
Ich habe mich sehr gefreut auf ein Forum Betroffener gestoßen zu sein. Ich kann doch nicht ahnen, dass sich aus einer ganz normalen Einstellung/Meinung gleich eine kontroverse Diskussion entfacht.

Man muss ja ein Thema auch nicht so aufbauschen und mir immer nur Vorwürfe machen, wie Renate, anniidol und Kaffeejunkie. Ich betone nochmals ich möchte niemanden etwas Böses. Meine Lebensphilosophie lautet: Leben und leben lassen und nicht mehr oder weniger erwarte ich auch von allen anderen.  


LG Zazou 

Weise ist nicht, wer viele Erfahrungen macht, sondern wer aus wenigen lernt, viele nicht machen zu müssen.
                                                                                                                                                            Karlheinz Deschner
 


Antworten Zuletzt bearbeitet am 27.04.2012 03:50.

Leya

-, Weiblich

Beiträge: 4779

Re: Umgang mit unterschiedlichen Meinungen - Auslagerung aus dem Tier Thread

von Leya am 27.04.2012 02:38



@ Kaffejunkie

Auslagerung!
Super-Idee, Kaffejunkie!

Ich hatte auch gerade schon nach der_bunte_off_topic_thread_oder_besser_alles_das_woanders_begann_aber
_besser_hier_fortgefuehrt_wird
gesucht.

Ich selbst habe auch nicht mit 14 oder 15, als ich noch zur Schule ging, daran gedacht irgendwelche Altersabsicherungen abzuschließen. Nur leider war es mit 17 bereits zu spät, denn mit der Diagnose Rheumatoide Arthritis bekommt man nun mal keine Versicherungen mehr.

Und ich hatte nicht einmal mit 30 an private Vorsorge gedacht. Irgendwie war das damals auch noch gar kein Thema. Herr Blum sagte doch immer "Die Rente ist sicher".

Aber selbst wenn jemand früh an Altersvorsorge und/oder Vorsorge im Krankheitsfall denkt, ist dies doch aus den meisten Gehältern überhaupt nicht finanzierbar.

Krank ist doof, aber krank und finanziell unterversorgt ist eine Katastrophe. Man denke u. a. an die vielen Medikamente (nicht verschreibungspflichtige), die die KK nicht mehr übernimmt u.v.m..

Gruß

Leya

Antworten Zuletzt bearbeitet am 27.04.2012 02:38.

Kaffeejunkie

-, Weiblich

Beiträge: 117

Umgang mit unterschiedlichen Meinungen - Auslagerung aus dem Tier Thread

von Kaffeejunkie am 27.04.2012 01:52

Ich respektiere Leyas Wunsch, den Tier-Thread nicht noch weiter ausufern zu lassen, möchte aber dennoch etwas zu den letzten Kommentaren erwiedern.

Zazou, du fühlst dich angegriffen. Das sehe ich ganz und gar nicht so. Die Beiträge sind lediglich Reaktionen auf deine Beiträge. Du forderst ein Recht auf die freie Äußerung deiner Meinung. Die hast du ja auch ... aber andere eben genauso. Und offensichtlich weichen diese ganz erheblich voneinander ab.

Ich habe auch oft eine andere Meinung, z.B. was den Einsatz von Medikamenten betrifft, Einstellung zu Naturheilkunde oder was auch immer. Wenn ich meine Meinung sage, bin ich mir darüber im klaren, dass sie nicht von allen, im Gegenteil häufig nur von sehr wenigen geteilt wird. Na und? Ich stehe dazu und kann damit umgehen, wenn andere eine völlig andere Einstellng zu den Dingen haben als ich.

Nur, was du teilweise schreibst, empfinde ich als tier-/menschenverachtend und sehr herablassend. Selbst in deinen letzten beiden Postings klingt schon wieder so ein Ton durch. Du schreibst „Jeder ist seines Glückes Schmied".

Dann bedauerst du zwar kurz diejenigen, die in jungen Jahren arbeitsunfähig werden, wirfst ihnen aber noch im gleichen Atemzug vor, nicht genug Vorsorge getroffen zu haben.

Zitat:

Mir geht es genauso. Aber wo bitte steht, dass nicht jeder für sich selbst Verantwortung tragen muss und für solch ein unerwartetes Schicksal Vorsorge tragen kann bzw. sollte. Jedem steht es frei für den Ernstfall z.B. eine Zusatzrente, Versicherung oder Berufsunfähigkeitsrente frühzeitig abzuschließen. Doch die Menschen die sich rechtzeitig abgesichert haben, dass es ihnen im Ernstfall finanziell etwas besser geht, werden noch angegriffen.

Auch das empfinde ich persönlich erneut als abwertend. Du hast offenbar das Glück trotz Berentung keinerlei finanzielle Probleme zu haben, viele haben dies nicht. Und dass es jedem frei steht, Vorsorge zu treffen, ist zwar nicht grundsätzlich falsch, aber vielen ist es eben leider nicht möglich. Und von daher wäre ich mit Schuldzuweisungen  vielleicht etwas vorsichtiger.

Es gibt verdammt viele Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gründen nicht "vorgesorgt" haben. Auch hier im Forum gibt es eine Menge junger Mitglieder, denen deine Aussagen vermutlich wie ein Hohn vorkommen.

Ich selbst habe auch nicht mit 14 oder 15, als ich noch zur Schule ging, daran gedacht irgendwelche Altersabsicherungen abzuschließen. Nur leider war es mit 17 bereits zu spät, denn mit der Diagnose Rheumatoide Arthritis bekommt man nun mal keine Versicherungen mehr.

Trotzdem habe ich fast 20 Jahre gearbeitet und bekomme jetzt eine Rente, von der ich allein nicht leben könnte. Zum Glück hat mein Mann ein geregeltes Einkommen, das uns ein einigermaßen finanziell abgesichertes Leben ermöglicht. Und dafür bin ich sehr, sehr dankbar und würde im Traum nicht daran denken, andere, die dieses Glück nicht haben, in so herablassender Weise gegenüber zu treten.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 27.04.2012 02:02.
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