Vorgeburtlicher Geschlechtstest - wo leben wir??
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Gabi
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Re: Vorgeburtlicher Geschlechtstest - wo leben wir??
from Gabi on 06/20/2009 10:00 PMHallo Theo,
Da muss ich Dich leider enttäuschen. Es handelt sich keineswegs um ein US-amerikanisches Thema und es geht mir dabei nicht um den kapitalistischen Aspekt des Geldmachens, eher um das Wie in dem speziellen Kontext - das ist ja nun wirklich schon kontrovers und erschöpfend diskutiert.
Die Rede ist vielmehr von gesellschaftlichen Entwicklungen, die hierzulande kein bisschen besser sind und ebenso andere "zivilisierte Länder" betreffen - nur dass hier vielleicht Schadensersatzklagen aufgrund ihrer geringeren Erträge weniger spektakulär sind. Die daran Beteiligten sind dennoch hier wie dort Ergebnis und Symptomträger der kranken Gesellschaft - und diese gibt für mein Empfinden aktuell wenig Anlass für puren Optimismus....
Die Stichwörter "Sozialisierung von Verlusten bei Privatisierung von Gewinnen" und "Bildungsmisere" mögen zwei andere Bereiche stellvertretend benennen.
Dass es um Geld geht, stimmt wohl fast immer - aber das gesamte Thema ist darüberhinaus so komplex, dass seine Diskussion einer Sisyphosarbeit entspräche...
Für Interessierte hier noch ein Link aus Deutschland:
Klick
Liebe Grüße, Gabi
Re: Vorgeburtlicher Geschlechtstest - wo leben wir??
from mmair on 06/19/2009 07:30 PMdie Mentalität der Amerikaner ist halt so ausgeprägt das sie auf alles Neue sofort reagiern. So auch in diesem Fall. Und es geht um Geld, sehr viel Geld. Da ist den Pharma-Unternehmen alles Recht und jedes Mittel legal um die Umsätze zu steigern.
Und du weiss das alles weil?.....
Man muss das Beste hoffen, das Schlimmste kommt von ganz alleine.
Having Lupus wouldn't be so annoying if it weren't for the advice of other people.
theo1956
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Re: Vorgeburtlicher Geschlechtstest - wo leben wir??
from theo1956 on 06/19/2009 05:50 PMHallo Gabi,
Du hast natürlich Recht, Estitik ist ein Fremdwort für die, welche diesen Test verkaufen. Aber, die USA sind Kapitalgesteuert
die Mentalität der Amerikaner ist halt so ausgeprägt das sie auf alles Neue sofort reagiern. So auch in diesem Fall. Und es geht um Geld, sehr viel Geld. Da ist den Pharma-Unternehmen alles Recht und jedes Mittel legal um die Umsätze zu steigern.
Man kann nur hoffen das wir Europäer anders reagieren.
Schöne Grüße Theo
Re: Vorgeburtlicher Geschlechtstest - wo leben wir??
from Billa on 06/19/2009 12:39 PMHallo,
@ Sabine: So haben wir es auch gemacht! Und sind so überrascht worden, der Gyn. fragte jedesmal ob wir es nun wissen wollen, wir verneinten es jedesmal und es war bis zuletzt Spannung! 
L.G. Billa
"Glaube versetzt Berge und Wissen rückt es wieder an seinen Platz."
(Wolfgang Möcker)
maxx
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Re: Vorgeburtlicher Geschlechtstest - wo leben wir??
from maxx on 06/19/2009 12:38 PMHallo,
für mich ist in diesem Thema egal, aus welchen Land und Kontinent diese Veröffentlichung kommt, es spricht für mich einfach für die Entwicklung die wir alle als Gesellschaft heute nehmen und ist mir eine Warnung, mich nicht durch Gesellschaft und Reichtum und Schnelllebigkeit usw. das wesentlich menschliche aus den Augen zu verlieren.
Der Grund für Ultraschalluntersuchungen ist doch, den Zustand der Entwicklung, die Lage, die einsehbaren organischen Funktionen usw. des Ungeborenen zu prüfen und gegebenenfalls zu beeinflussen, soweit es durch Zusatzernährung oder was die Medizin da noch so alles heute zur Verfügung hat, möglich ist.
Und da finde ich es traurig, dass Menschen in anderen Ländern nicht so gut abgesichert sind, wie wir hier in Deutschland. Und wenn dann Eltern, die diese finanziellen Mittel nicht haben, und dadurch auf die Sicherheit eines Ergebnisses des Ultraschall verzichten müssen, dann ist das nicht nur traurig sondern extrem traurig. Eltern sollten nicht bezahlen müssen für die Gewissheit des Gesundheitszustandes des Kindes.
Doch wenn ich das über den Test lese, dann lese ich daraus, dass es lediglich um das Wissen des Geschlechtes geht, und nicht um die Feststellung der Gesundheit, Entwicklung des Babys bekommen.
Lieben Gruß
Maxx
Re: Vorgeburtlicher Geschlechtstest - wo leben wir??
from SabineS on 06/19/2009 12:37 PMWisst Ihr, was ich im Gegensatz dazu prima finde?
Eine Bekannte von mir ist hochschwanger - Das Baby kommt wohl Ende Juli/Anfang August. Sie wird immer wieder gefragt, "was wird es denn"? Sie lässt sich bewusst das nicht vom Gyn. sagen, obwohl es mittlerweile ein Leichtes ist, das Geschlecht bei so fortgeschrittener Schwangerschaft zu erkennen. Sie will sich überraschen lassen. Sie sagt, "Hauptsache, es läuft alles gut!" 
LG, Sabine S
Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
Gabi
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Re: Vorgeburtlicher Geschlechtstest - wo leben wir??
from Gabi on 06/19/2009 08:22 AMHi Kaffeejunkie,
Du hast nach meinem Eindruck noch immer nicht zur Kenntnis genommen, worum es mir hier grundlegend geht.
Um Wortklauberei (ob ein Test "erforderlich" ist oder nicht) jedenfalls nicht!
Auf eine Diskussion um medizinische Indikationen für einen vorgeburtlichen Test werde ich hier bestimmt nicht einsteigen - das ist ein völlig anderes und äußerst sensibles Thema und geht u.a. ans "Eingemachte" des kollektiven und individuellen Menschenbildes.
Du erwähnst den "kaufmännischen Standpunkt" hinsichtlich der Wahl eines wie auch immer gearteten Tests in der Schwangerschaft - nun, mir scheint, dass genau dieser (und das ist einer der von mir kritisierten Punkte) Gesichtspunkt rund ums Kind nichts zu suchen hat.
Und das erlaube ich mir durchaus wiederholt zu äußern, weil ich so denke.
Übrigens stammt das angeführte Zitat bezüglich der Geldnot nicht von mir, daher kann ich Dir die betreffende Frage auch nicht beantworten.
Da die Diskussion hier offenbar ins Persönliche abgleitet, will ich es damit aktuell gut sein lassen.
Gruß, Gabi
Re: Vorgeburtlicher Geschlechtstest - wo leben wir??
from Kaffeejunkie on 06/19/2009 01:22 AM@Gabi:
Moment mal, niemand hat hier von „erforderlich“ gesprochen. Das interpretierst du da frei hinein. Ich habe lediglich davon gesprochen, dass es einigen die Planung vereinfachen kann.
Ebenso handelt es sich im Ausgangspost um reine Interpretation deinerseits, dass die Mütter „Mädchen wohl nicht gewollt hätten“.
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Mal abgesehen davon, dass ich von einem solchen Test auch nicht viel halte, finde ich es trotzdem schlimm, dass die 6 Frauen schon mal von vornherein „abgestempelt“ und be-/verurteilt werden, ohne dass jemand die genaueren Hintergründe kennt.
Die Klage lautet übrigens auf Betrug und Fahrlässigkeit.
Wie Monique ja auch schon geschrieben hat, sind die Verhältnisse in den USA nun einmal überhaupt nicht mit Deutschland vergleichbar.
Ihr gesteht gnädigerweise ja den werdenden Eltern eine gewisse Neugier zu, die ihr selbst auch z.T. erlebt habt. Aber schränkt es sofort wieder ein, da „hierfür ja schließlich auch Ultraschalluntersuchungen im Rahmen der Vorsorge“ ausreichen. Nochmals: diese Untersuchungen sind in den USA keine Kassenleistung und müssen privat bezahlt werden (zwischen 99,- und 275,- US $ pro Untersuchung).
Wobei wir beim nächsten Thema wären:
Und woher weißt du das? Mal ganz einfach mathematisch / logisch / kostensparend gedacht:
Die Alternativen sind:
1) Eine Ultraschalluntersuchung zum Preis von durchschnittlich 185,- US $, bei der eventuell das Geschlecht erkennbar ist.
Vielleicht aber auch nicht, dann müssen weitere folgen.
2) Ein Test der 100 %ige Sicherheit verspricht für 275 US $
Vom rein kaufmännischen Standpunkt her also – gerade wenn das Finanzpolster nicht so gut ist – eine logische Entscheidung für Möglichkeit 2.
Vielleicht war es aber auch ganz anders und es war eine Frau schon mehrfach mit Mädchen schwanger, hat immer wieder Fehl-/Totgeburten erlebt, weil sie Überträgerin einer X-chromosomalen Erkrankung ist (wobei wir z.B. bei der Fahrlässigkeit wären) oder es lagen Gründe vor, die wir uns nicht mal vorstellen können.
Niemand von uns weiß, was wirklich der Grund für den Test bei den Frauen war. Natürlich kann es auch ein moralisch / ethisch verwerflicher sein, muss es aber nicht zwingend.
Daher finde ich es ziemlich anmaßend, ohne Hintergrundwissen vorsichtshalber schon einmal zu (ver-)urteilen.
Die Diskussion zu den ethischen Bedenken und gesellschaftliche Phänomene finde ich übrigens sehr wichtig, nur steht sie meiner Meinung nach nicht unbedingt mit der anfangs zitierten Meldung in Bezug.
Kaffeejunkie
Welsangel
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Re: Vorgeburtlicher Geschlechtstest - wo leben wir??
from Welsangel on 06/18/2009 09:55 PMLeider wird sich der Trend noch weiter gleichlaufend mit den med. Möglichkeiten ausdehnen.
Meine persönliche Meinung - völlig pervers.
Gesunde Neugier auf die Niederkunft eines Kindes ist doch völlig in Ordnung. Vielfach wird auch im Rahmen der ärztlichen Versorgung schon mal was zum Zuordnen gefunden. Ist ja gut.
Die gezielte Suche nach dem Geschlecht birgt Unbekanntes und bisher noch nicht Überdachtes.
Was und wer hat denn einen Nutzen davon wenn ein Kind dann als er oder sie geboren wird. Was will denn jemand dagegen tun.
Wenn ich da z.B. an Gesellschaften in China oder Indien denke wird mir übel bei dem Gedanken dass bereits im Vorfeld Eingriffe ins Leben passieren könnten.
Oder ganz bewusste Eingriffe geplant werden weil etwa bestimmte Vererbungsmöglichkeiten seltener Krankheiten vorliegen könnten oder, oder.......
@ Gabi
finde Deine persönliche Einstellung zu dem Problem klasse und schließe mich direkt an.
LG Welsangel
Gabi
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Re: Vorgeburtlicher Geschlechtstest - wo leben wir??
from Gabi on 06/18/2009 09:13 PMKirstin,
vielleicht kannst Du versuchen zu differenzieren:
Ich habe hier einen gesellschaftlich zunehmenden Trend diskutiert und niemanden "verurteilt", sondern meine Meinung zu etwas gesagt - ich finde die gesellschaftliche Entwicklung und den Verfall so mancher Werte nach wie vor erschreckend.
Natürlich kann ich auch andere Ansichten gelten lassen - es ändert meine deshalb nicht unbedingt.
Mein "na und?" bezog sich keineswegs auf die Gepflogenheiten, von denen die Rede war, sondern auf den daraus gefolgerten Schluss, dass dazu die Kenntnis des Geschlechts ungeborener Kinder erforderlich sei....
Ich bezweifle nicht, dass die von Monique geschilderten Motive - Geld für kluge Anwälte oder auch Eltern, die die Chance nutzen - vorkommen; dennoch stützen sie gerade meine Bedenken.
Nochmal zum Thema Kinder: ich habe nichts dagegen, wenn künftige Eltern z. B. das Geschlecht ihres Kindes wissen möchten; das lässt sich aus meinen Beiträgen auch nicht herauslesen - ich werde nur nachdenklich ob des Aufwands und der manchmal getroffenen Konsequenzen.
Übrigens finde ich schade, dass gerade so "natürliche" Themen wie Schwangerschaft (sollte an und für sich eine hoffnungsvolle, frohe Zeit sein - mit Überraschungen; es heißt nicht umsonst "ein Kind erwarten") zunehmend versachlicht/verfremdet und dabei solche Dinge wie Instinkt völlig vernachlässigt werden. Das Wort "mütterlicher Instinkt" wage ich schon kaum zu schreiben....
Das Kind nach Wunsch, Maß und Plan ist leider zunehmende Realität und kein Hirngespinst von mir - der vorliegende Fall, das hatte ich bereits ausgeführt, dient als Diskussionsgrundlage und nicht als Verhandlungsgegenstand 
Dazu mag jede/r gerne denken, was sie/er will - ich glaube, dass ich nicht die Einzige hier bin, die sich erlaubt, gesellschaftliche Phänomene und Entwicklungen kritisch zu hinterfragen, auch wenn ich kein "Patentrezept" dagegen habe.
Gruß, Gabi
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