Vorgeburtlicher Geschlechtstest - wo leben wir??
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Re: Vorgeburtlicher Geschlechtstest - wo leben wir??
von Kaffeejunkie am 19.06.2009 01:22@Gabi:
Moment mal, niemand hat hier von „erforderlich“ gesprochen. Das interpretierst du da frei hinein. Ich habe lediglich davon gesprochen, dass es einigen die Planung vereinfachen kann.
Ebenso handelt es sich im Ausgangspost um reine Interpretation deinerseits, dass die Mütter „Mädchen wohl nicht gewollt hätten“.
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Mal abgesehen davon, dass ich von einem solchen Test auch nicht viel halte, finde ich es trotzdem schlimm, dass die 6 Frauen schon mal von vornherein „abgestempelt“ und be-/verurteilt werden, ohne dass jemand die genaueren Hintergründe kennt.
Die Klage lautet übrigens auf Betrug und Fahrlässigkeit.
Wie Monique ja auch schon geschrieben hat, sind die Verhältnisse in den USA nun einmal überhaupt nicht mit Deutschland vergleichbar.
Ihr gesteht gnädigerweise ja den werdenden Eltern eine gewisse Neugier zu, die ihr selbst auch z.T. erlebt habt. Aber schränkt es sofort wieder ein, da „hierfür ja schließlich auch Ultraschalluntersuchungen im Rahmen der Vorsorge“ ausreichen. Nochmals: diese Untersuchungen sind in den USA keine Kassenleistung und müssen privat bezahlt werden (zwischen 99,- und 275,- US $ pro Untersuchung).
Wobei wir beim nächsten Thema wären:
Und woher weißt du das? Mal ganz einfach mathematisch / logisch / kostensparend gedacht:
Die Alternativen sind:
1) Eine Ultraschalluntersuchung zum Preis von durchschnittlich 185,- US $, bei der eventuell das Geschlecht erkennbar ist.
Vielleicht aber auch nicht, dann müssen weitere folgen.
2) Ein Test der 100 %ige Sicherheit verspricht für 275 US $
Vom rein kaufmännischen Standpunkt her also – gerade wenn das Finanzpolster nicht so gut ist – eine logische Entscheidung für Möglichkeit 2.
Vielleicht war es aber auch ganz anders und es war eine Frau schon mehrfach mit Mädchen schwanger, hat immer wieder Fehl-/Totgeburten erlebt, weil sie Überträgerin einer X-chromosomalen Erkrankung ist (wobei wir z.B. bei der Fahrlässigkeit wären) oder es lagen Gründe vor, die wir uns nicht mal vorstellen können.
Niemand von uns weiß, was wirklich der Grund für den Test bei den Frauen war. Natürlich kann es auch ein moralisch / ethisch verwerflicher sein, muss es aber nicht zwingend.
Daher finde ich es ziemlich anmaßend, ohne Hintergrundwissen vorsichtshalber schon einmal zu (ver-)urteilen.
Die Diskussion zu den ethischen Bedenken und gesellschaftliche Phänomene finde ich übrigens sehr wichtig, nur steht sie meiner Meinung nach nicht unbedingt mit der anfangs zitierten Meldung in Bezug.
Kaffeejunkie
Gabi
Gelöschter Benutzer
Re: Vorgeburtlicher Geschlechtstest - wo leben wir??
von Gabi am 19.06.2009 08:22Hi Kaffeejunkie,
Du hast nach meinem Eindruck noch immer nicht zur Kenntnis genommen, worum es mir hier grundlegend geht.
Um Wortklauberei (ob ein Test "erforderlich" ist oder nicht) jedenfalls nicht!
Auf eine Diskussion um medizinische Indikationen für einen vorgeburtlichen Test werde ich hier bestimmt nicht einsteigen - das ist ein völlig anderes und äußerst sensibles Thema und geht u.a. ans "Eingemachte" des kollektiven und individuellen Menschenbildes.
Du erwähnst den "kaufmännischen Standpunkt" hinsichtlich der Wahl eines wie auch immer gearteten Tests in der Schwangerschaft - nun, mir scheint, dass genau dieser (und das ist einer der von mir kritisierten Punkte) Gesichtspunkt rund ums Kind nichts zu suchen hat.
Und das erlaube ich mir durchaus wiederholt zu äußern, weil ich so denke.
Übrigens stammt das angeführte Zitat bezüglich der Geldnot nicht von mir, daher kann ich Dir die betreffende Frage auch nicht beantworten.
Da die Diskussion hier offenbar ins Persönliche abgleitet, will ich es damit aktuell gut sein lassen.
Gruß, Gabi
Re: Vorgeburtlicher Geschlechtstest - wo leben wir??
von SabineS am 19.06.2009 12:37Wisst Ihr, was ich im Gegensatz dazu prima finde?
Eine Bekannte von mir ist hochschwanger - Das Baby kommt wohl Ende Juli/Anfang August. Sie wird immer wieder gefragt, "was wird es denn"? Sie lässt sich bewusst das nicht vom Gyn. sagen, obwohl es mittlerweile ein Leichtes ist, das Geschlecht bei so fortgeschrittener Schwangerschaft zu erkennen. Sie will sich überraschen lassen. Sie sagt, "Hauptsache, es läuft alles gut!" 
LG, Sabine S
Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
maxx
Gelöschter Benutzer
Re: Vorgeburtlicher Geschlechtstest - wo leben wir??
von maxx am 19.06.2009 12:38Hallo,
für mich ist in diesem Thema egal, aus welchen Land und Kontinent diese Veröffentlichung kommt, es spricht für mich einfach für die Entwicklung die wir alle als Gesellschaft heute nehmen und ist mir eine Warnung, mich nicht durch Gesellschaft und Reichtum und Schnelllebigkeit usw. das wesentlich menschliche aus den Augen zu verlieren.
Der Grund für Ultraschalluntersuchungen ist doch, den Zustand der Entwicklung, die Lage, die einsehbaren organischen Funktionen usw. des Ungeborenen zu prüfen und gegebenenfalls zu beeinflussen, soweit es durch Zusatzernährung oder was die Medizin da noch so alles heute zur Verfügung hat, möglich ist.
Und da finde ich es traurig, dass Menschen in anderen Ländern nicht so gut abgesichert sind, wie wir hier in Deutschland. Und wenn dann Eltern, die diese finanziellen Mittel nicht haben, und dadurch auf die Sicherheit eines Ergebnisses des Ultraschall verzichten müssen, dann ist das nicht nur traurig sondern extrem traurig. Eltern sollten nicht bezahlen müssen für die Gewissheit des Gesundheitszustandes des Kindes.
Doch wenn ich das über den Test lese, dann lese ich daraus, dass es lediglich um das Wissen des Geschlechtes geht, und nicht um die Feststellung der Gesundheit, Entwicklung des Babys bekommen.
Lieben Gruß
Maxx
Re: Vorgeburtlicher Geschlechtstest - wo leben wir??
von Billa am 19.06.2009 12:39Hallo,
@ Sabine: So haben wir es auch gemacht! Und sind so überrascht worden, der Gyn. fragte jedesmal ob wir es nun wissen wollen, wir verneinten es jedesmal und es war bis zuletzt Spannung! 
L.G. Billa
"Glaube versetzt Berge und Wissen rückt es wieder an seinen Platz."
(Wolfgang Möcker)
theo1956
Gelöschter Benutzer
Re: Vorgeburtlicher Geschlechtstest - wo leben wir??
von theo1956 am 19.06.2009 17:50Hallo Gabi,
Du hast natürlich Recht, Estitik ist ein Fremdwort für die, welche diesen Test verkaufen. Aber, die USA sind Kapitalgesteuert
die Mentalität der Amerikaner ist halt so ausgeprägt das sie auf alles Neue sofort reagiern. So auch in diesem Fall. Und es geht um Geld, sehr viel Geld. Da ist den Pharma-Unternehmen alles Recht und jedes Mittel legal um die Umsätze zu steigern.
Man kann nur hoffen das wir Europäer anders reagieren.
Schöne Grüße Theo
Re: Vorgeburtlicher Geschlechtstest - wo leben wir??
von mmair am 19.06.2009 19:30die Mentalität der Amerikaner ist halt so ausgeprägt das sie auf alles Neue sofort reagiern. So auch in diesem Fall. Und es geht um Geld, sehr viel Geld. Da ist den Pharma-Unternehmen alles Recht und jedes Mittel legal um die Umsätze zu steigern.
Und du weiss das alles weil?.....
Man muss das Beste hoffen, das Schlimmste kommt von ganz alleine.
Having Lupus wouldn't be so annoying if it weren't for the advice of other people.
Gabi
Gelöschter Benutzer
Re: Vorgeburtlicher Geschlechtstest - wo leben wir??
von Gabi am 20.06.2009 22:00Hallo Theo,
Da muss ich Dich leider enttäuschen. Es handelt sich keineswegs um ein US-amerikanisches Thema und es geht mir dabei nicht um den kapitalistischen Aspekt des Geldmachens, eher um das Wie in dem speziellen Kontext - das ist ja nun wirklich schon kontrovers und erschöpfend diskutiert.
Die Rede ist vielmehr von gesellschaftlichen Entwicklungen, die hierzulande kein bisschen besser sind und ebenso andere "zivilisierte Länder" betreffen - nur dass hier vielleicht Schadensersatzklagen aufgrund ihrer geringeren Erträge weniger spektakulär sind. Die daran Beteiligten sind dennoch hier wie dort Ergebnis und Symptomträger der kranken Gesellschaft - und diese gibt für mein Empfinden aktuell wenig Anlass für puren Optimismus....
Die Stichwörter "Sozialisierung von Verlusten bei Privatisierung von Gewinnen" und "Bildungsmisere" mögen zwei andere Bereiche stellvertretend benennen.
Dass es um Geld geht, stimmt wohl fast immer - aber das gesamte Thema ist darüberhinaus so komplex, dass seine Diskussion einer Sisyphosarbeit entspräche...
Für Interessierte hier noch ein Link aus Deutschland:
Klick
Liebe Grüße, Gabi

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