Blut(hoch)druck
1 | 2 | » | Letzte
[ Nach unten | Zum letzten Beitrag | Thema abonnieren | Neueste Beiträge zuerst ]
Blut(hoch)druck
von sonne06 am 27.07.2009 15:24Hallo ,
habe mal eine frage zum blut(hoch) druck :
werrde euch jetzt fragen warum ich das hoch in klammer gesetzt habe .
ich war heute zur kontolle , und wie immer wurde mein blutdruck gemessen .
beim letztem mal hatte ich eine blutdruck von 140/ 90 , heute hatte ich eine von 135/ 80. in meinen augen ist er ok .mein doc meinte, für meine eiweißausscheidung wäre das nicht ok .
jetzt ist er am überlegen ob er mir ein medi geben soll .
was hat die eiweißausscheidung mit dem blutdruck zutun ?
ich finde meinen blutdruck ganz ok .
sonst hatte ich immer einen sehr niedrigen , und das war nicht so doll .
( beim letzten frauenarztbesucht habe ich den vogel abgeschossen , da war er 190/ 100 ) 
glg von sonne06
GLG sonne06
"Cortison verleiht Flüüüüüüüügel "!
Geduld ist die Kunst, nur langsam wütend zu werden.
Farbenspiel des Winds
Manchmal
Re: Blut(hoch)druck
von Leya am 27.07.2009 15:47Hallo Sonne,
wie ich es verstanden habe:
Nierenfunktion und Bluthochdruck stehen in unmittelbarem Zusammenhang.
Bei einer eingeschränkten Nierenfunktion sendet die Niere Botenstoffe aus damit der Körper den Blutdruck erhöht. Ein erhöhter Blutdruck schädigt aber die Nieren. Und je mehr die Nieren geschädigt / eingeschränkt in Funktion sind, umso mehr signalisieren sie dem Körper "mehr Blut her" und der Körper erhöht wieder den Blutdruck.
Ein hoher Blutdruck schädigt also die Nieren. Und als hoch gilt für uns eben schon der Blutdruck, den Du hast.
Ich habe eine geringfügig eingeschränkte Nierenfuntion und mein Blutdruck hatte schon die Werte erreicht, die Du jetzt hast. Meine Rheumatologin hat mir erläutert, dass ich jetzt (also bei den Werten) unbedingt ein Blutdruck senkendes Medikament einnehmen muss und zwar in der Funktion als Nierenschutz. Das Medikament nehme ich nun schon seit Jahren und habe gute Erfahrungen damit gemacht.
Nicht vergessen sollte man m. E. auch unser erhöhtes Risiko an Herz- Kreislauferkrankungen. Ich denke, auch diesbezüglich ist ein niedrigerer Blutdruck von Vorteil.
Ich hatte mich übrigens mit den höheren Blutdruck auch viel wohler gefühlt, aber man gewöhnt sich an alles. Mein Blutdruck senkendes Medikament habe ich langsam auf die erforderliche Dosis erhöhen müssen. Die ganze Dosis von Anfang an zu nehmen führte bei mir zu Schwindel und anderem. Das Einschleichen hat prima geklappt.
Gruß
Leya
Gabi
Gelöschter Benutzer
Re: Blut(hoch)druck
von Gabi am 27.07.2009 15:48Hallo Sonne,
je länger/ausgeprägter ein Bluthochdruck besteht, desto eher wird die Niere davon angegriffen. Da sie das bei Dir ohnehin schon ist, werden die zu tolerierenden Werte niedriger angesetzt. Studien haben gezeigt, dass sich die Eiweißausscheidung mit der Blutdruckhöhe gleichsinnig bewegt - und das bedeutet über kurz oder lang eine Zunahme der Probleme und eine weitere Schwächung der Nierenfunktion, also eine ungünstige "Spirale".
Daher herrscht über eine konsequente Einstellung des Blutdrucks auf niedrige Zielwerte Einigkeit in der Deutschen Hochdruckliga (das sind die Blutdruck"cracks" unter den Ärzten).
LG, Gabi
Gabi
Gelöschter Benutzer
Re: Blut(hoch)druck
von Gabi am 27.07.2009 16:00@leya
Bei einer eingeschränkten Nierenfunktion sendet die Niere Botenstoffe aus damit der Körper den Blutdruck erhöht. Ein erhöhter Blutdruck schädigt aber die Nieren. Und je mehr die Nieren geschädigt / eingeschränkt in Funktion sind, umso mehr signalisieren sie dem Körper "mehr Blut her" und der Körper erhöht wieder den Blutdruck.
Sorry, wenn ich Dir widerspreche - das ist ein physiologischer Mechanismus, der in der gesunden Niere in bestimmten Fällen (z. B. im Schock) dafür sorgt, dass die Niere möglichst lange stabil durchblutet bleibt, das so genannte RAAS (Renin-Angiotensin-Aldosteron-System).
Es tritt in Kraft, wenn die Niere minderdurchblutet wird oder davon bedroht ist, was z. B. bei zu hohem Eiweißverlust auftreten kann oder bei erheblich zu geringem Blutdruck im Körper (Schock!) oder bei zu geringem Blutvolumen - das sind verschieden verursachte Faktoren.
Die Erhöhung des Blutdrucks ist dabei wichtig, weil der Filtrationsdruck im Nierenkörperchen bei zu niedrigem Blutdruck ebenfalls zu gering sein kann und dann ein Nierenversagen einträte - daher die Gegenregulation über das RAAS. Man nennt dies die "Autoregulation" der Niere.
Da dies in manchen Fällen ein frustraner Mechanismus ist (ursachenbedingt, ein Regelkreis muss funktionell intakt sein), "bollert" er in diesen Fällen erfolglos, indem er ausschließlich den Blutdruck erhöht und den gewünschten Effekt verpasst - so entsteht bei vorgeschädigter Niere ein zusätzlicher Schadensfaktor.
Deshalb sind ja auch ACE-Hemmer bzw. Sartane "nierenschützend" - weil sie diesen fehlerhaften Mechanismus (die NIere hat veränderte Voraussetzungen) aushebeln.
LG, Gabi
Re: Blut(hoch)druck
von sonne06 am 27.07.2009 16:37Das habe ich verstanden , jetzt .
Also , ist der für mich bzw für uns schon hoch ?
Aber, für einen gesunden Menschen , normal ?
Also , wäre es doch sinnvoll ein Medi zunehmen ?
So viele Infos , die muß mein Lupihirn erstmal verarbeiten .

glg sonne06
GLG sonne06
"Cortison verleiht Flüüüüüüüügel "!
Geduld ist die Kunst, nur langsam wütend zu werden.
Farbenspiel des Winds
Manchmal
Re: Blut(hoch)druck
von sonne06 am 27.07.2009 16:40Ach , habe noch was vergessen .
Wie wäre dann der normale Wert ?
GLG sonne06
GLG sonne06
"Cortison verleiht Flüüüüüüüügel "!
Geduld ist die Kunst, nur langsam wütend zu werden.
Farbenspiel des Winds
Manchmal
Kruemelmonster
Gelöschter Benutzer
Gabi
Gelöschter Benutzer
Re: Blut(hoch)druck
von Gabi am 27.07.2009 16:46Hallo Sonne,
Aber, für einen gesunden Menschen , normal ?
Also , wäre es doch sinnvoll ein Medi zunehmen ?
1. Jip. Zielwert meines Wissens < 130 mm Hg systolisch (oberer Wert)
2. Auch ja - noch akzeptabel. Dennoch möchte auch hier der Zielwert lieber niedriger sein...sonst ist der Mensch nicht wirklich "gesund"
3. Definitiv. Deine HÄ hat Recht. Eine Studie von Prof. Schwarting (Bad Kreuznach und Mainz) an Mäusen legt den Schluss nahe, dass Medikamente, die ins RAAS eingreifen, die Niere schützen und - er hat das für Telmisartan erforscht - bei Lupis darüber hinaus möglicherweise entzündungshemmende Effekte zeigen.....ich habe diese Ergebnisse höchstpersönlich und aus seinem Mund respektive Mikrofon
auf einem Kongress gehört.LG, Gabi
Re: Blut(hoch)druck
von sonne06 am 27.07.2009 16:56Kruemel , erstmal danke 
@Gabi , besteht dann nicht die Gefahr das der Blutdruck wieder in den Keller geht ?
Und das man sich wieder nicht gut fühlt . So war es nämlich wo ich den sehr niedrigen Blutdruck hatte .
Was mich bloß wundert , das es so schnell ging . Von niedrigen auf zum hochen .
glg von sonne06
GLG sonne06
"Cortison verleiht Flüüüüüüüügel "!
Geduld ist die Kunst, nur langsam wütend zu werden.
Farbenspiel des Winds
Manchmal
Gabi
Gelöschter Benutzer
Re: Blut(hoch)druck
von Gabi am 27.07.2009 17:08Hallo Sonne,
das Problem ist bekannt und wurde von leya schon sehr gut beschrieben. Leider haben sich Körper und Wohlbefinden auf den höheren Blutdruck sozusagen "eingestellt" - manchmal ja über Jahre - und der niedere (objektiv bessere und gesündere) macht nicht unbedingt ein gutes Befinden.....
Nimm es vielleicht so: wenn Du Dich anfangs "schlechter" fühlst, ist das ein Zeichen, dass die Medikamente wirken - wenn frau das weiß, muss es nicht so unsicher machen......natürlich sollst Du nicht unter 100 rutschen, daher finde ich die Strategie des langsamen Aufdosierens der Medikamente (Du musst ja bei Deinen Ausgangswerten nicht binnen zwei Tagen von 140 auf Durchschnittswerte von genau 112 - willkürlich gewählte Zahl! - kommen, sondern das Ziel von sagen wir 120/80 hat schon ein paar Tage bis Wochen Zeit) einen prima Kompromiss. Du musst das aber bitte mit Deiner Ärztin besprechen.
Für alle Interessen (Blutdruck runter bei möglichst wenig beeinträchtigtem Befinden, Doc und Patient mit Werten zufrieden, Niere entlastet....) besteht bei Dir ziemlich sicher ein gewisses Zeitfenster.
Dass der Blutdruck bei Dir so schnell hochging, belegt m. E. gut, dass da tatsächlich ein Hochdruck existiert und keine "Ausreißerwerte"!
Anders sähe das aus, wenn Du dauerhaft 200 hättest - da winkt der Schlaganfall oder Herzinfarkt schon fast!
LG, Gabi

Antworten