Gedichte

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Renate
Gelöschter Benutzer

Re: Gedichte

von Renate am 16.10.2011 18:41

Jetzt ist es Herbst

Jetzt ist es Herbst,
Die Welt ward weit,
Die Berge öffnen ihre Arme
Und reichen dir Unendlichkeit.
Kein Wunsch, kein Wuchs ist mehr im Laub,
Die Bäume sehen in den Staub,
Sie lauschen auf den Schritt der Zeit.

Jetzt ist es Herbst,
das Herz ward weit.
Das Herz, das viel gewandert ist,
Das sich verjüngt mit Lust und List,
Das Herz muss gleich den Bäumen lauschen
Und Blicke mit dem Staube tauschen.
Es hat geküsst, ahnt seine Frist,
Das Laub fällt hin, das Herz vergisst.

Max Dauthendey
(1867 - 1918)

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Renate
Gelöschter Benutzer

Re: Gedichte

von Renate am 16.10.2011 18:39

Der herbstliche Garten

Der Ströme Seelen, der Winde Wesen
Gehet rein in den Abend hinunter,
In den schilfigen Buchten, wo herber und bunter
Die brennenden Wälder im Herbste verwesen.

Die Schiffe fahren im blanken Scheine,
Und die Sonne scheidet unten im Westen,
Aber die langen Weiden mit traurigen Ästen
Hängen über die Wasser und Weine.

In der sterbenden Gärten Schweigen,
In der goldenen Bäume Verderben
Gehen die Stimmen, die leise steigen
In dem fahlen Laube und fallenden Sterben.

Aus gestorbener Liebe in dämmrigen Stegen
Winket und wehet ein flatterndes Tuch,
Und es ist in den einsamen Wegen
Abendlich kühl, und ein welker Geruch.

Aber die freien Felder sind reiner,
Da sie der herbstliche Regen gefegt.
Und die Birken sind in der Dämmerung kleiner,
Die ein Wind in leiser Sehnsucht bewegt.

Und die wenigen Sterne stehen
Über den Weiten in ruhigem Bilde.
Lasst uns noch einmal vorübergehen,
Denn der Abend ist rosig und milde.

Georg Heym
(1887 - 1912)

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Renate
Gelöschter Benutzer

Re: Gedichte

von Renate am 16.10.2011 18:37

Herbst

Astern blühen schon im Garten;
Schwächer trifft der Sonnenpfeil
Blumen, die den Tod erwarten
Durch des Frostes Henkerbeil.

Brauner dunkelt längst die Heide,
Blätter zittern durch die Luft.
Und es liegen Wald und Weide
Unbewegt im blauen Duft.

Pfirsich an der Gartenmauer,
Kranich auf der Winterflucht.
Herbstes Freuden, Herbstes Trauer,
Welke Rosen, reife Frucht.

( Detlev von Liliencron )

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Renate
Gelöschter Benutzer

Re: Gedichte

von Renate am 16.10.2011 18:29

Verklärter Herbst

Gewaltig endet so das Jahr
mit goldnem Wein und Frucht der Gärten,
rund schweigen Wälder wunderbar
und sind des Einsamen Gefährten.

Da sagt der Landmann: Es ist gut.
Ihr Abendglocken lang und leise
gebt noch zum Ende frohen Mut.
Ein Vogelzug grüßt auf der Reise.

Es ist der Liebe milde Zeit.
Im Kahn den blauen Fluss hinunter,
wie schön sich Bild an Bildchen reiht –
das geht in Ruh und Schweigen unter.

( Georg Trakl )

Antworten Zuletzt bearbeitet am 16.10.2011 18:29.

Goldblatt

59, Weiblich

Beiträge: 8

Re: Gedichte

von Goldblatt am 16.10.2011 15:29

S c h m e t t e r l i n g s f r e u d e             SCHMET1.gif

 

Ich betrachte die Blüte und atme trunken ihren lieblichen Duft,
von Gott erschaffen, so klar und leuchtend im reinen Sein.
Wo meine Reise mich hinführt, die Sonne umfängt mich,
ich fliege in ihrem strahlenden Schein.
Nie möchte ich die Reise ins Neue vermissen,
ganz egal, wo sie mich hinführt,
ich folge dem goldenen Strahl.
Ich segne das Licht und Liebe umfängt mich,
mein Herz springt vor Freude.
Dieser Moment, er ist meine Wahl.
Die Neugier sie lockt mich den Nektar zu schmecken,
ich bin, was ich bin und möchte ihre Herrlichkeit wecken.
Ist der Tag in Wolken verhangen und manchmal nur grau,
träume ich von neuen Wegen im Spiegel des silbernen Tau.
So erkenne ist, wie gleichgültig es ist, wo immer ich bin,
ich spüre die wohlige Wärme und fühl deren Sinn.
Erwachend löse ich mich aus meinen Träumen heraus,
frohlockend und heiter,
schwebe ich in froher Erwartung zum sonnigen Blütenschmaus.

Elke

(von mir für alle Schmetterlingsfreunde)

 

Schmetterling1.jpg

Die größte Entscheidung Deines Lebens liegt darin, dass Du Dein Leben ändern kannst,
indem Du Deine Geisteshaltung änderst (Schweitzer)

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Renate
Gelöschter Benutzer

Re: Gedichte

von Renate am 27.06.2011 14:34

Am Meere

Wie süß ist's, von wonnigen
Lüften umhaucht,
Den Blick in den sonnigen
Aether getaucht,

Entflohen dem eiligen,
Hastigen Tun,
Am Busen des heiligen
Meeres zu ruh'n!

Das Herz, wie auf schaukelnden
Wellen der Kiel,
Hintreibend, den gaukelnden
Träumen ein Spiel;

Umkost, von unzähligen
Armen umschmiegt,
Umplätschert, in seligen
Frieden gewiegt.

(Heinrich Leuthold)

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Leya

-, Weiblich

Beiträge: 4779

Re: Gedichte

von Leya am 09.06.2011 00:35

@ onlineengelchen

Ich habe überhaupt keinen Zugang zu Lyrik. Aber dieses, Dein Gedicht, beindruckt mich sehr. Danke dafür.

Gruß

Leya

Antworten Zuletzt bearbeitet am 09.06.2011 00:35.

onlineengel...

39, Weiblich

Beiträge: 11

Re: Gedichte

von onlineengelchen am 08.06.2011 16:29

Die Seele

Ein Mensch,
der viel an andere denkt,
und sich nicht immer selbst erkennt.

Ein Mensch,
der anderen Liebe gibt,
und selbst nicht sieht, wie sehr er liebt.

Ein Mensch,
den viele Fragen plagen,
der nie sein Leid will anderen klagen.

Hat eine kleine Seele noch,
die sich versteckt,
mal hier,
mal dort.

Doch lernen wird sie jeden Tag,
dass Angst nur macht den Menschen stark.

Denn der,
der keine Angst verspürt,
nie lernen wird was sich verbirgt,
im tiefsten seines Seelenlebens,
die Macht sich selbst auch Kraft zu geben.

Und lässt der Mensch einfach mal los,
so wird er nicht nur finden Trost,
er lernt sich selber besser kennen,
lernt seine Stärken zu benennen.

Doch nicht die Stärken,
die jeder sieht,
sondern das Licht,
das seine Seele umgibt.

All seine Erlebnisse und Taten,
die seine Seele liessen wachsen,
wie eine Blume in einem Garten.

Die Kraft,
die er den anderen spendet,
die Macht,
ihr Leben zu verändern,
die Liebe,
die er sie oft lehrte,
nur den Inneren Frieden,
er je begehrte.

Doch muss er auch noch manches lernen,
wie sich zu öffnen,
vor den anderen,
sein Inneres Ich,
auch zu durchwandern,
sich selbst,
auch einmal zu vertrauen,
und immer auf seine Seele zu bauen.

So wächst die Seele Tag für Tag,
bis sie es irgendwann vermag,
die letzte Hürde zu überwinden,
das eigene Ich wird nie verschwinden.

Denn durch all die Innere Stärke,
und die neu gewonnen Werte,
erhellt sie dich mit ihrem Licht,
und bringt zu Tage dein wahres Ich.

Dein wahres Ich ist wunderschön,
du hast es auch schon oft gesehen,
es ist dein Altes nur noch stärker,
denn es wird im Leben nichts mehr härter,
als seinen Ängsten in die Augen zu sehen,
und als der Sieger davon zu gehen.

Von nun an,
hast du es gepackt,
wo jeder Mensch nach Sehnsucht hat,
dich umstrahlt ein warmes Licht,
nämlich das,
von deinem wahren Ich.


(von mir)

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Renate
Gelöschter Benutzer

Re: Gedichte

von Renate am 08.06.2011 09:42

Nach dem Regen

Die Vögel zwitschern, die Mücken
Sie tanzen im Sonnenschein,
Tiefgrüne feuchte Reben
Gucken ins Fenster herein.

Die Tauben girren und kosen
Dort auf dem niedern Dach,
Im Garten jagen spielend
Die Buben den Mädeln nach.

Es knistert in den Büschen,
Es zieht durch die helle Luft
Das Klingen fallender Tropfen,
Der Sommerregenduft.

(Ada Christen * 6. März 1839 † 19. Mai 1901)

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Fiete_Appel...

55, Weiblich

Beiträge: 540

Re: Gedichte

von Fiete_Appelschnut am 05.06.2011 17:41

Max Dauthendey ist super Renate :D
er hat auch mein Lieblingsgedicht geschrieben:

Max Dauthendey

Die Amseln haben Sonne getrunken
Die Amseln haben Sonne getrunken,
aus allen Gärten strahlen die Lieder,
in allen Herzen nisten die Amseln,
und alle Herzen werden zu Gärten
und blühen wieder.

Nun wachsen der Erde die großen Flügel
und allen Träumen neues Gefieder;
alle Menschen werden wie Vögel
und bauen Nester im Blauen.

Nun sprechen die Bäume in grünem Gedränge
und rauschen Gesänge zur hohen Sonne,
in allen Seelen badet die Sonne,
alle Wasser stehen in Flammen,
Frühling bringt Wasser und Feuer
liebend zusammen.

Meine neue Homepage ist endlich fertig!

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