Kündigung

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anniidol

56, Weiblich

Beiträge: 3173

Re: Kündigung

von anniidol am 26.02.2010 21:12

Ja, das ist wohl besser so. Wo gibt es denn sowas noch ? Ich kenne das Landleben aber mit nur 1 Kraft kann man das nicht schaffen. Wo kommst du denn her ? Geh jetzt erstmal zum rheumadr.

"Die Wesen mögen alle glücklich leben, und keinen möge ein Übel treffen. Möge unser ganzes Leben Hilfe sein an anderen! Ein jedes Wesen scheuet Qual, und jedem ist sein Leben lieb. Erkenne dich selbst in jedem Sein und quäle nicht und töte nicht."
(Gautama Buddha, 560-480)

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Frechdachs

-, Weiblich

Beiträge: 58

Kündigung

von Frechdachs am 26.02.2010 20:26

Hallo,:-)

na prima, fand heute nachmittag die Kündigung zum 31.03.2010 in meinem Briefkasten vor.:#:

Hatte vergangenes Jahr nach über 9 Jahren Betriebszugehörigkeit meinen Job verloren, da ich aber nicht arbeitslos sein wollte und eigentlich auch nicht sein will, suchte ich gleich wieder nach ner neuen Stelle.
Durch puren Zufall entdeckte eine Nachbarin in der Zeitung am 31.12.2009 eine Anzeige in der eine landwirtschaftliche Kraft gesucht wurde.:P

Da ich schon immer gern mit Tieren gearbeitet habe, rief ich dort an und konnte gleich am kommenden Tag zum Vorstellungsgespräch antreten.Ich verschwieg der Juniorchefin meine Krankheit nicht, schließlich ist sie in der Schlußausbildung zur Physiotherapeutin.
Trotzdem - nach knapp einer halben Stunde hatte ich den Job! Im Einstellungsgespräch hieß es, das ich für 10 Pferde und ca. 30 Rinder zuständig wäre. Also morgens alle Tiere füttern, später die Pferde auf die Koppeln bringen und die Boxen misten. Das würde dann bis mittags dauern und dann hätte ich frei bis zum späten Nachmittag.:D

Meinen Hund durfte ich mitbringen, was ich sehr gut fand, da er noch nicht sehr lange bei mir ist.
In der ersten Woche war dies alles auch genauso machbar.:rolleyes:

Tja und dann wurde ich jeden Tag mit neuen zusätzlichen Arbeiten eingedeckt oder ich bekam Sonntagabend kurzfristig den Anruf, das am nächsten Tag der Hufschmied käme und ich aufhalten müßte (also die Hufe der Pferde beim Beschlagen hochhalten).
Das hieß für mich, morgens spätestens gegen halb sieben Dienstbeginn (normal erst um acht Uhr), im Schnelldurchlauf alle Tiere versorgen und gegen halb neun alle die Pferde wenigstens auf die Paddocks und Koppeln zu bringen, die nicht beschlagen werden sollten. Dann war auch schon der Hufschmied vor Ort, die gesamten Boxen konnte ich letztendlich erst gegen vier halb fünf Uhr nachmittags fertig misten (zum Glück haben mir zwei Nachbarmädels dabei einwenig geholfen). Hätte mich der Schmied nicht dazu "gezwungen" mit ihm zusammen wenigstens eine halbe Stunde Pause zu machen, hätte ich wohl volle Kante durchmalocht. An diesem Tag war ich gegen 19 Uhr abends endlich mit meinem Dienst am Ende und mit meinen Kräften ebenso.:-(:'(:-(

Vornehmen brauchte ich mir abends unter der Woche gar nichts mehr, denn ich konnte darauf gehen, das die Juniorchefin noch irgendwelche Anordnungen losließ, die ich noch machen mußte.
Und am Wochenende war ich nicht mehr in der Lage oder hatte gar keine Lust, denn da war ich völlig fertig und versuchte, etwas Kraft zu schöpfen.
Ich hätte ja nichts gesagt, wenn wenigstens noch eine zweite Kraft dagewesen wäre, aber so blieb alles an mir hängen.
Wer Rheuma hat, weiß was es heißt, bei eisiger Kälte draußen zu arbeiten, z.B. bei - 15° C Temperatur und eisigem Wind Koppelzaun reparieren oder Paddocks von steinmäßig eingefrorenen Pferdeäpfeln freiklopfen (weil Juniorchefin das ja nicht sehen konnte). Ich habe in den knapp zwei Monaten 20 !!! kg abgenommen und meine Kräfte schwanden regelrecht von Tag zu Tag. Eine Woche nachdem ich den Dienst angetreten hatte, zog es mir durch eine vom Schnee bedeckte Eisplatte auf dem Weg von der Koppel zum Stall, so schnell die Füße weg, das ich nicht einmal mehr die Zeit hatte, mich in irgendeiner Weise abzufangen. Ich knallte aufs brutalste wie ein Brett mit voller Wucht auf den Rücken. Konnte mich gut fünf Minuten gar nicht mehr aufrappeln. Mußte mich auf den Bauch rollen, damit ich mich erst einmal überhaupt auf die Kniee begeben und dann langsam aufstehen konnte. Tagelang hatte ich irre Schmerzen, zum Doc bin ich damals natürlich nicht gegangen, is ja klar, schließlich ist man ja grad mal erst ne Woche im Job.
Vorletzten Montag dann, mußte ich mit meiner Juniorchefin ein ernstes Wort reden. Aufgrund meines hohen Gewichtsverlustes, meiner immer schlechter werdenden Blutwerte, der mit Bläschen und Entzündungen übersäten Finger und meiner nicht mehr endeten Gelenkschmerzen, hatte mein Arzt zur sofortigen Reduzierung meiner Arbeitsstunden gedrungen. Ich redete also mit ihr, brachte ihr sogar Infounterlagen zwecks Lupus mit (ja eigentlich für Physiptherapeuten auch sehr hilfreich, angesehen, geschweige denn, durchgelesen hat sie sie aber so wie es aussah nicht!). Sie wollte sich dann eine baldige Lösung einfallen lassen, denn behalten wollte sie mich doch (naja, war ja auch kein anderer Haus-und Hofdepp vorhanden).
Am Freitag war ich wie schon des öfteren nur am malochen (da ich für die WE-Vertretung schon am Sonntag einspringen mußte, war ich also schon den 6.Tag am arbeiten+dementsprechend fix und alle) . Gerade eine Stunde konnte ich mich etwas ausruhen, dann war schon wieder Action angesagt. :red:
Sie meinte denn, ich solle bei den Mutterkühen und bei den Bullen jeweils noch einen Quaderballen Stroh reinfahren, sonst wäre alles wieder extrem matschig. Im Geiste bekam ich da schon wieder einen dicken Hals. Als ich zweifelnd dreinschaute, weil das Tor bei den Bullen extrem schwer und auch schwer zu öffen/schließen ist, meinte sie, ihr Bruder und ihr Freund hätten das Tor jetzt gemacht und es ginge ganz leicht.
Ha, von wegen. Zum Öffnen hing ich schon wie ein Schluck Wasser in der Kurve an dem Sch.... Tor, bekam es auch nicht ganz auf. Mit dem Lader samt Strohballen schaffte ich es dann soweit zu öffnen, das ich den großen Strohballen einwerfen konnte. Doch dann bekam ich es nicht mehr zu. Ich rutschte (durch den Schnee) beim Bemühen das schwere Tor zuzuschieben immer wieder ab, irgendwann merkte ich, wie es im Rücken knackte und ein stechender Schmerz durchfuhr mich. Zum Glück war der Nachbarbauer gerade heimgekommen, der auf meine Bitte hin sofort zur Hilfe kam und sogar zu zweit hatten wir große Schwierigkeiten das Tor zu schließen.:motz:
Über das Wochenende hin, ging es mir so dreckig, das ich sogar (und das soll was bei mir heißen) einen Notarzt rufen mußte, weil ich vor Schmerzen nicht mehr ein noch aus wußte.:'(
Am vergangenen Montag bin ich morgens zur Arbeit gefahren und absolvierte meinen Dienst.:#:
Doch gegen Mittag konnte ich mich vor Schmerzen im Rücken und den Schulter-u.Ellenbogengelenken fast nicht mehr bewegen. Ich rief meinen Arzt an und er beorderte mich sofort in seine Praxis.
Ich wurde mit sofortiger Wirkung krankgeschrieben, denn auch psychisch war ich mittlerweilen vollkommen am Boden zerstört.
Tja und nu bekam ich heute die Kündigung. Naja, ehrlich gesagt, irgendwie bin ich sogar erleichtert.

Jetzt habe ich Euch genug die Zeit geklaut -

wünsche Euch ein schönes Wochenende
Frechdachs

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