ich muss leider auch mal jammern

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Doris
Gelöschter Benutzer

Re: ich muss leider auch mal jammern

von Doris am 22.10.2008 22:30

Oje, Silvia, da hattest Du doch mehr Stress heute, als ich befürchtet habe!
Auch für Deinen Mann ist das alles sehr anstrengend, wie ich sehe. Es tut mir sehr Leid für Euch!
Hoffentlich gehts Deiner Mutter bald besser, dass sie operiert werden kann.
Es ist gut, dass Du Dich dann "nur" um Deine Mutter kümmern brauchst.
Aber. Silvia, vergiss nicht, Dich auch um Dich selbst zu kümmern!
Alles Liebe
Doris

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Silvia
Gelöschter Benutzer

Re: ich muss leider auch mal jammern

von Silvia am 22.10.2008 11:12

Klaro, anniidol! So habe ich es auch aufgefasst. Alles im grünen Bereich ;-)

LG
Silvia

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anniidol

56, Weiblich

Beiträge: 3173

Re: ich muss leider auch mal jammern

von anniidol am 22.10.2008 10:57

ich erwarte gar nicht, dass man mir sagt was ich tun soll damit es leichter wird

das habe ich auch nicht gemeint. Ich meinte das dir die Ratschläge eigentlich nichts bringen weil es nicht besser wird. Du verstehst schon. Viel Glück für Euch.

"Die Wesen mögen alle glücklich leben, und keinen möge ein Übel treffen. Möge unser ganzes Leben Hilfe sein an anderen! Ein jedes Wesen scheuet Qual, und jedem ist sein Leben lieb. Erkenne dich selbst in jedem Sein und quäle nicht und töte nicht."
(Gautama Buddha, 560-480)

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Silvia
Gelöschter Benutzer

Re: ich muss leider auch mal jammern

von Silvia am 22.10.2008 10:39

Hallo anniidol,

mein Vater hat Alzheimer und Parkinson. Ich weiß also auch, wie es dir geht und kann mit deinen Worten viel anfangen.
Mit den nötigen Ruhepausen ist es so eine Sache, denn er fordert mich rund um die Uhr und der eigene Haushalt mit Familie sowie die Sorgen um die Mutter kann ich auch nicht einfach mal eben wegstecken. Ich versuche mich mal ruhig hinzusetzen und die Füße hoch zu legen, aber mein Innerstes findet die nötige Ruhe wohl nicht.
Heute z.B. gehen wir erst gegen Abend ins Krankenhaus, da Uwe uns nach seiner Arbeit mit dem Auto dort hin bringt. Ihr müsst nur wissen, Uwe arbeitet in Essen und dort ist das KH. Das bedeutet, er fährt von Essen nach Bottrop holt uns ab und fährt die gleiche Strecke wieder retour. Somit habe ich aber eine längere Auszeit und brauche mit dem Vater nicht mit öffentlichen Mitteln unterwegs sein. Innerhalb der Familie versuchen wir schon eine gute Organistation zu entwickeln.

Ja, ich habe zwei Geschwister- beide jedoch seit Jahren in Baden-Württemberg lebend. Mein Bruder war erst kürzlich hier, um mit mir zusammen Heimplätze anzuschauen und die amtlichen Dinge zu erledigen. Da meine Mutter etwas später an den Hüften operiert werden muss, wird er dann für diese Zeit und der Anschlussheilbehandlung unseren Vater zu sich holen. Dadurch brauche ich mich dann rund um die OPs "nur noch" um die Mutter kümmern.
Aber bei den OPs sind wir noch nicht, da ihr Körper einfach verrückt spielt und die Werte rauf und runter gehen. Mal hört man, es sei besser und dann bekommt man ein Anruf, dass es wieder erheblich schlechter sei. Eine Achterbahn der Gefühle.
Anniidol, ich erwarte gar nicht, dass man mir sagt was ich tun soll damit es leichter wird. Mir hilft, dass ich hier meinen Gefühlen freien Lauf lassen kann und das ich einfach liebe, nette, tröstende Worte zurück bekomme und weiß, dass Menschen an uns denken. Mir bedeutet dies viel und ich schöpfe daraus Kraft.

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anniidol

56, Weiblich

Beiträge: 3173

Re: ich muss leider auch mal jammern

von anniidol am 22.10.2008 10:14

ich kann dich sehr gut verstehen. Mein Vater hat Parkinson u. es ist sehr schwer den "Verfall" mitanzusehen. Gerade der Vater, der immer der Große, STarke war... und wenn dann auch noch die Mutter krank ist...
Ich habe Angst davor. Klar das es sehr sehr viel für dich ist aber es ist auch schlimm, von daher kann dir niemand sagen was du tun sollst damit es leichter wird. Wir müssen da leider durch. Ich empfehle nur irgendwie zu versuchen Ruhepausen zu bekommen u. genug schlaf. Notfalls würde ich mir ein Schlafmittel besorgen u. abwechselnde Besuchsdienste organisieren. Hast du Geschwister ?
Viel Kraft wünsch ich dir
Annette

"Die Wesen mögen alle glücklich leben, und keinen möge ein Übel treffen. Möge unser ganzes Leben Hilfe sein an anderen! Ein jedes Wesen scheuet Qual, und jedem ist sein Leben lieb. Erkenne dich selbst in jedem Sein und quäle nicht und töte nicht."
(Gautama Buddha, 560-480)

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Bikerbine

59, Weiblich

Beiträge: 675

Re: ich muss leider auch mal jammern

von Bikerbine am 22.10.2008 09:36

ein kleiner Gruß von mir:

Was vor uns liegt
und was hinter uns liegt
ist nichts
im Vergleich zu dem,
was in uns liegt.
Und wenn wir
das,
was in uns liegt
nach außen in die Welt tragen,
geschehen Wunder.“
(Henry David
Thoreau)

Was vor uns liegt und was hinter uns liegt ist nichts
im Vergleich zu dem, was in uns liegt.
Und wenn wir das, was in uns liegt nach außen in die
Welt tragen, geschehen Wunder.“
(Henry David Thoreau)

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Kasandra
Gelöschter Benutzer

Re: ich muss leider auch mal jammern

von Kasandra am 20.10.2008 19:22

Liebe Silvia

hab deinen Thread eben erst gelesen es tut mir leid das es deiner Ma so schlecht geht ich schick dir mal einen kleinen


der dir ein bisschen Kraft und Zuversicht geben soll .

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Silvia
Gelöschter Benutzer

Re: ich muss leider auch mal jammern

von Silvia am 20.10.2008 18:59

Hallo ihr Lieben,

gerade lese ich mal eure lieben , aufbauende Worte und auch meine Aufträge an mich.;-) In dieser Situation auch an sich zu denken, ist wirklich leichter gesagt als getan. Auch wenn ich es versuche, ich finde kaum Zeit für mich.

Heute morgen hat mein Mann unseren Vater mit dem Auto in die eigene Wohnung gebracht, da auch er zu seinem Hausarzt wollte, um Medikamente verschreiben zu lassen. Sein Internist ist auf der gleichen Straße und somit ist der Gang für ihn alleine gut machbar. Wir stellten ihn in der Wohnung einen Wecker, der ihm um 14.00Uhr signalisieren sollte, dass er sich auf dem Weg zu seiner Frau machen kann.
Ich selber fuhr schon um 10.00Uhr ins Krankenhaus, um evtl. den Stationsarzt sprechen zu können. Da ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren muss, war ich erst um 11.15Uhr im Krupp-Krankenhaus. Bei meiner Mutter wird immer noch versucht den total erhöhten Blutdruck in den Griff zu bekommen, der sich aber langsam nun senken lässt sowie ihr Blutzucker. Dabei haben sie bedingt Erfolg, denn nach der Insulingabe senkt er sich, schnellt aber bis zur nächsten insulingabe (4Stück am Tag!) dann wieder rasant nach oben. Heute wurde ihr Becken geröntgt, da ja bei den Rückenschmerzen ein evtl. Bandscheibenvorfall im Raum steht. Morgen vormittag schauen die Orthopäden drauf und das Röntgenbild wird besprochen.
Zu meiner Freude hat meine Mutter sich einen Blasenkatheder setzen lassen und ist sehr zufrieden, dass ihr die ewigen Gänge zum WC erspart bleiben.:D Also im Hinblick auf meine Mutter läuft soweit erstmal alles gut.;-)

Väterchen konnte es dann wohl daheim nicht aushalten, denn schließlich kam ja seine Frau gar nicht nach Hause.:'( Somit wartete er nicht das Schellen des Weckers ab und machte sich bei sonnigem Wetter mit Gehstock auf den Weg. Als er ins Zimmer kam, weinte er los, weil er irgendwo im Krankenhaus auf einem Gäste-WC seinen Gehstock vergessen hat. Somit haben wir in der Verwaltung Bescheid gegeben udn hoffen, dass man diesen vielleicht dort abgibt.
Jedoch hilft es uns nicht weiter und somit rief ich gleich seinen Internisten an und lies einen neuen Stock verordnen.(sicher ist sicher!) Das sind dann die kleinen Überraschungen so nebenbei. Dafür hat er an seine Frau gedacht und von zu Hause aus, sogar einen Blumenvase für seine Blümchen mitgebracht. Es ist doch irgendwie rührend und dennoch treibt es mir immer wieder die Tränen in die Augen. Ehrlich - diese Erkrankung ist schwer zu verkraften.

Mir fällt halt schwer den Vater zu verpflegen und die Schwankungen durch seine Erkrankung zu verarbeiten , gleichzeitig auch die komplette Situation im Krankenhaus =Arztgespräche, Zuspruch der Mutter geben ,für die Wäsche sorgen usw. und dann auch noch an die eigene Familie zu denken. Simon hilft auch schon wo er kann, aber auch in der Schule werden Arbeiten geschrieben und somit wird er ja auch gefordert. Uwe geht arbeiten, übernimmt die Einkäufe und holt uns abends auch noch vom Krankenhaus ab.

Wie ihr sehen könnt, haben wir schon gewisse Aufgaben verteilt, aber gewisse Arbeiten fallen nun mal mehr an und unsere Uhren ticken momentan in einem anderen Rhythmus ;-)

Es hilft mir dennoch sehr, wenn ich weiß, dass ihr gedanklich bei uns seid und ich mir hier alles von der Seele schreiben kann. Denn die Gespräche über die Situation werden hier im Beisein meines Vaters nicht geführt, denn es bringt ihn durch die Alzheimer Erkrankung noch mehr durcheinander.Daheim angekommen, ist meine Mutter nur die Frau, die eben krank ist und nicht seine Ehefrau :-/

Nun werde ich ein warmes Abendessen kochen

Liebe Grüße
Silvia & Co

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ejoba
Gelöschter Benutzer

Re: ich muss leider auch mal jammern

von ejoba am 20.10.2008 11:51

Silvia - alles Gute euch allen!!!

Liebe Grüsse
Edith

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Esther

49, Weiblich

Beiträge: 3805

Re: ich muss leider auch mal jammern

von Esther am 20.10.2008 11:14

huch silvia -

kopf hoch - nützt ja nix....
i wünsch dir so viel kraft wie nötig....

lg esther

Wer Fragen stellt, muss auch akzeptieren, dass er Antworten bekommt.

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