Themen in der Psychotherapie
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Re: Themen in der Psychotherapie
von sungmanitu-wakan am 19.08.2010 15:48Hallo Coffeesickly,
ich mache auch öfter viel mehr als ich eigentlich schaffen kann. Wenn ich unbedingt irgendetwas schaffen will - nen Festessen kochen wenn meine Kinder da sind, nen Sa.abend am Strand übernachten, richtigen Urlaub machen, gerade habe ich 4 Wochen zwei Rabauken gehütet ...
Regelmäßig liege ich hinterher für einige Stunden/Tage auf der Nase und jedesmal bin ich froh das ich noch was geschafft habe, mein Wille stärker als der kranke Körper war. Allerdings ruhe ich mich dann auch gezielt aus, schlafe, lese, hocke vor dem PC. Breche natürlich auch geplante Dinge ab wenn es garnicht geht.
Ich habe mein ganzes Jugend- und Arbeitsleben kränkelnd quasi auf die Diagnose Lupus " hingearbeitet" die zunehmende Verschlechterung begünstigt durch 20 Jahre Überlastung - bin aber überzeugt das ich den Mist trotzdem bekommen hätte und jetzt sicher unzufriedener wäre mit meiner Biografie.
Sicher hätte ich vieles ähnlich gemacht wenn ich beim ersten Schub 1988 die Diagnose bekommen hätte und nicht erst 2000. Und ganz sicher hätte ich mich nicht von einem Psyschotherapeuten überreden lassen etwas anders zu machen als es meinem Charakter entspricht.
Liebe Grüsse Susanne
@ all
(1. ich rede hier von mir und ausschließlich von mir und meiner Lebensweise;
2. ja, ich halte nichts von Psychotanten und -onkels;
3. ja. ich weiß das diese Menschen wichtig und notwendig sind und vielen Anderen effektiv helfen können;
4. nein, ich bin nicht davon zu überzeugen das ich auch eine Psychotherapie brauche
5. ja, ich finde das Forum toll, weil hier die unterschiedlichsten Meinungen toleriert werden)
Erst habe ich gemerkt, daß es so ist -
und dann habe ich begriffen warum es nicht anders sein kann.
Und doch will ich das es anders wird!
Tucholsky
Re: Themen in der Psychotherapie
von Dani am 19.08.2010 15:34Durch die Psychotherapie. Ich habe da gelernt, auf die Signale meines Körpers zu hören und danach zu handeln.
Was meinst Du damit? Was genau kannst Du nicht steuern?
Liebe Grüße
Dani
Das ganze Leben ist ein Irrenhaus und das Forum ist die Zentrale! 
Re: Themen in der Psychotherapie
von NiNoa am 19.08.2010 15:32Hm, warum hast du keine Wahl, deinen Körper zu akzeptieren?? Weil du dich dann vor den Spiegel stellen müsstest und einen kranken oder sagen wir, eingeschränkten Körper mit 21 Lenzen sehen würdest?
So what?!?!
Dein Satz "Meine Vernunft steht nicht in Kontakt zu meinen Körper" kommt mir verdammt bekannt vor. Letzten Endes ist es dein Gefühl/Seele/Herz, das du abgespalten hast. Ist (vielleicht!!) normal, gewissermaßen tatsächlich notwendig und damit in letzter Instanz folgerichtig. Habe ich auch jahrelang getan und damit Studium (u.a. Jura!) und schicki-micki 50h-Woche (Firmenauto, eigene Sekretärin, Visitenkartenterror etc) "gepackt". Und bin heute auch Rentnerin mit 400€-Job.
Nur um das klarzustellen: bin glücklicher als in den letzten 12 Jahren, alles ist prima in Ordnung so für mich. Und ich habe keine Schere mehr im Kopf zwischen Funktionieren und leben!
Aber dafür musste ich einsehen: Natürlich mache ich es mit Absicht - diese schräge Distanz zu mir. Für Scheine, Job und Vaterland
. Bringt aber nix. Bringt einem nur Stress - und der macht dich noch kränker als du vielleicht ohne je geworden wärst.
Es ist ein langer und nervtötender Weg. Oft mochte ich kaum die Stufen zum Therpeuten erklimmen, aber ich wollte mich SO GERN wieder besser fühlen. Nicht mehr so einsam sein in mir selbst. Und es hat geklappt! Ich habe kaum noch Angst vor dem Wolf. Und vor mir selbst gar nicht mehr. Ich habe viel geschafft, aber bin mir sicher: langsamer und mit Pausen hätte es auch geklappt - nur eben anders!
LG NiNoa
"Ich habe unter denen, die sich einer unerschütterlichen Gesundheit erfreuen, noch keinen getroffen, der nicht nach irgendeiner Seite hin ein bißchen beschränkt gewesen wäre; wie solche, die nie gereist sind." André Gide (1869-1951)
Re: Themen in der Psychotherapie
von coffeesickly am 19.08.2010 15:10Aber ich mache das ja eindeutig nicht mit Absicht! Das hat sich halt mit der Zeit so herausgebildet. Ich kann das doch nicht steuern. Ich sehe den Bedarf ja wie gesagt schon auch, mir sind ja die ganzen Zusammenhänge zwischen Körper und Psyche schon klar.
@Dani: Wie ist es Dir gelungen das zu ändern?
Das heißt nicht, ich würde meinen Körper nicht akzeptieren, denn diese Wahl habe ich von Anfang an ja garnicht! Meine Vernunft steht halt nicht in Kontakt zu meinem Körper.
Re: Themen in der Psychotherapie
von Dani am 19.08.2010 15:06Ich habe auch jahrelang gegen meinen Körper gearbeitet. Also auch wenn mein Körper nicht mehr konnte, habe ich weiter gemacht, bin arbeiten gegangen etc.. Habe dann auch erst gemerkt, dass ich mich überlastet habe, wenn es zu spät war. Mein Kopf wollte also mehr als mein Körper.
Ist auch verständlich, aber es hat mich zur Rentnerin gemacht.
Liebe Grüße
Dani
Das ganze Leben ist ein Irrenhaus und das Forum ist die Zentrale! 
Renate
Gelöschter Benutzer
Re: Themen in der Psychotherapie
von Renate am 19.08.2010 15:04Coffeesickly ich persönlich sehe schon Bedarf für eine Psychotherapie für dich (lese ich auch öfter aus deinen Beiträgen raus), aber wenn du selbst nichts ändern möchtest, dann ergibt die Therapie keinen Sinn und ich kann deine Therapeutin dann verstehen, wenn sie sagt, dass sie dir dann nicht helfen kann.
Die Neurologin hat dich sicher nicht zur Therapie gezwungen, hält es nur für sinnvoll und hat dir dazu geraten. Angefangen hast du die Therapie ja dann von selbst.
edit: Rechtschreibfehler
Re: Themen in der Psychotherapie
von coffeesickly am 19.08.2010 15:00So jetzt noch mal zu den Zielen: Das ist ne gute Frage! Irgendwie wünschte ich mir Hilfe, aber ich weiß nicht bei was. Ich glaub es wär gut wenn sich irgendwas positiv verändern könnte .... aber ich kann echt nicht sagen was sich ändern soll, da habe ich ja keinen Zugang zu (siehe oben).
Re: Themen in der Psychotherapie
von coffeesickly am 19.08.2010 14:58Hm,
also vielleicht erklär ich erstmal warum ich eine Therapie begonnen hatte. Im Prinzip hat mich meine Neurologin ja dazu gezwungen (also mich doch mehr als deutlich dazu aufgefordert), ich selbst sah keine Notwendigkeit. Und da sich bisher kaum was geändert hat, ist es vielleicht wirklich so, dass es nicht notwendig ist.
Ich komme ja auch super klar. Ich versuch gerade Studium und Krankheit zusammen zu bringen, und bin der Meinung, dass ich das in den letzten 2 Jahren gut gemacht habe.
Das einizge Problem, dass ich offiziell habe, ist schon ne massive Dissoziation. Und da möchte die Psychologin anknüpfen, meint aber selbst, dass sie da nicht viele Möglichkeiten sieht. Sie sagt auch, es ist völlig normal, dass ich alles unangenehme irgendwie abspalte, sonst wär ich wohl nicht so weit gekommen. Und ohne das Abspalten bricht mein ganzer Alltag zusammen, denn das betrifft ja beispielsweise auch eine sehr praktische Schmerzabspaltung. Also im Endeffekt ist es so, dass meine Argumentation, die für die Dissoziation spricht, logisch und konsistent ist. Der einzige Nachteil, der sich daraus ergibt ist, dass ich fähig bin, mit meinem Geist weit über meine körperlichen Grenzen zu gehen, was ich dann immer erst merke wenn der Schub wieder akut ist. Aber ich glaub ohne Dissoziation könnte ich nicht mal studieren, weil sie Symptome überhand nehmen würden. Also kennt ihr das, wenn ihr so konzentriert ein Buch lest, dass ihr es nicht mal merkt, wenn das Telefon klingelt. So ist das bei mir den ganzen Tag.... mit allem was mir nicht passt .... super funktionabel!
Das will ich wirklich nicht ändern.
Renate
Gelöschter Benutzer
Re: Themen in der Psychotherapie
von Renate am 19.08.2010 14:52Oder beschreib uns mal die Ziele, die du dir gesetzt hast für die Therapie, wenn du magst. was möchtest du durch die Therapie erreichen ?
Re: Themen in der Psychotherapie
von NiNoa am 19.08.2010 14:28Beschreib' doch mal genau, was du nicht ändern kannst/willst?!
"Ich habe unter denen, die sich einer unerschütterlichen Gesundheit erfreuen, noch keinen getroffen, der nicht nach irgendeiner Seite hin ein bißchen beschränkt gewesen wäre; wie solche, die nie gereist sind." André Gide (1869-1951)
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