Caritas-Kampagne für alte Menschen

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mondbein

64, Weiblich

Beiträge: 733

Re: Caritas-Kampagne für alte Menschen

von mondbein am 12.09.2010 14:13

Nachtrag:

Und selbst wenn jemand seine Eltern pflegen könnte, dies aber nicht will, muss diese Entscheidung akzeptiert werden - auch dafür wird es Gründe geben!!!

Die beste Medizin gegen entgleiste Größenordnungen ist die Lektüre von Todesanzeigen.

Hoffnung ist eben nicht Optimismus, ist nicht Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat - ohne Rücksicht darauf, wie es ausgeht.
Václav Havel

Ewig währt am längsten!

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mondbein

64, Weiblich

Beiträge: 733

Re: Caritas-Kampagne für alte Menschen

von mondbein am 12.09.2010 14:11

Bei mir stellt sich überhaupt nicht die Frage, ob ich nun Lupus habe, oder nicht. Für mich stellt sich einzig und alleine die Tatsache, dass ich meine Eltern pflegen werde....So ist das.


Carmen, ich bin doch sehr überrascht und enttäuscht ausgerechnet von dir so einen Käse lesen zu müssen - genauso wie von Annette :-(

Das hört sich ja an, als sei es eine reine Willensfrage, ob wir unsere Eltern pflegen werden oder nicht! So ist es aber nicht! Einige von uns sind ja selbst bereits pflegebedürftig - wie sollen die denn ihre Eltern pflegen?

Irgendwie habe ich den Eindruck, dass in diesem thread einige Dinge schief laufen...

Die beste Medizin gegen entgleiste Größenordnungen ist die Lektüre von Todesanzeigen.

Hoffnung ist eben nicht Optimismus, ist nicht Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat - ohne Rücksicht darauf, wie es ausgeht.
Václav Havel

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Patina
Gelöschter Benutzer

Re: Caritas-Kampagne für alte Menschen

von Patina am 12.09.2010 14:01

Hallo!
Ich glaub einfach nicht, was hier abgeht. Mir ist der Umgang mit alte Menschen ganz vertraut. Spülmaschienen und Kühlschränke sind nun mal die Orte, an denen man die wichtigsten Dinge wiederfindet. Den Caritas-Film finde ich übrigens zu sehr gekürzt. Wer die Phänomene nicht kennt, begreift sie dadurch wohl auch nicht. Andererseits zeigt er die "Normalität" von pflegebedürftigen alten Menschen. Ich selber habe mein Portemonnaie auch schon in meinem Kühlschrank gefunden. Wenn es bei mir so weit ist, kauf ich mir einen ganz großen. - Pflege ist nicht nur körperlich, sondern auch geistig extrem anstrengend. Niemandem ist geholfen, wenn ich dabei bewegungsunfähig oder auch nur ungeduldig werde. Nach einer Stunde kann ich mich nicht mehr ausreichend konzentrieren. Beim 55sten Geburtstag meiner Mischkollagenose habe ich mir auf die Schulter geklopft. Es ist schon enorm, wie viel ich trotz dieser Krankheit geschafft habe. Teilzeit-Berufstätigkeit ist für mich Vergangenheit. Ich gehe immer noch zu fuß, obwohl jeder Schritt schmerzt. Ich kaufe auch mein Zeug selber ein, indem ich jeden Tag ein bisschen hole. Viele meinen, es würde mir super gut gehen, tut es aber nicht. Dass ich mich immer noch selbst versorge, ist mein Freiwilligen-Engagement. Darauf bin ich stolz. Da muss ich mir nicht noch anderes aufbürden. Wenn ich das nicht mehr schaffe, freue ich mich über einen Freiwilligen von der Caritas. - Ich habe auch ältere Verwandte, die Pflegestufe haben. Ich telefoniere auch mit ihnen. Ich fahr auch mal mit sehr viel Schmerzmitteln hin. Das kostet mich Bahnfahrkarte, Hotel und Geschenke von einer Berufsunfähigenrente an der Armutsgrenze. Dafür darf ich mir anhören, dass s i e immer gesund durchs Leben gekommen sind. Als ob das ihr Verdienst und Kollagenose meine übertriebene Zimperlichkeit wäre. Ich halte solche Besuche überhaupt nicht gut aus. Aber die Leute haben mir auch mal in einer sehr schwierigen Situation aus der Patsche geholfen. Trotzdem bleibt es ein Eiertanz mit reichlich Ambivalenz. Ich frag mich jedesmal, ob ich das noch einmal schaffe. Grenzen zu erkennen ist auch Schutz für andere, die sonst nur unter meinem Helfersyndrom leiden. Jeder muss bei sich erkennen, was noch geht. Das einige sich schnell gehen lassen, ist mir bekannt. Das ist aber nicht typisch für Kollagenose-Patienten. Da ist es eher andersherum.
LG
Patina

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Dani
Administrator

51, Weiblich

Beiträge: 8639

Re: Caritas-Kampagne für alte Menschen

von Dani am 12.09.2010 13:32

Also irgendwie ist mir das gerade alles zu hoch...

Das muss doch jeder für sich selbst entscheiden, inwieweit er seine Eltern (oder wen auch immer pflegen) kann.
Super, wenn es jemand sowohl körperlich als auch psychisch schafft. Respekt! Finde ich toll, ganz ehrlich .
Ich persönlich könnte es zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Natürlich kann das später dann mal ganz anders aussehen. Wer weiß das schon. Nur würde es meinen Eltern nichts bringen, wenn ich zusammenklappen würde.

Und da ja auf Leya rumgehackt hat... Wie soll sie es schaffen, mit Sauerstoffgerät usw... ?
Leya hat ja auch nie gesagt, dass sie ihre Eltern nicht unterstützt oder nicht für sie da ist. Sie kann halt nur nicht pflegen oder sonstige großartigen Alltagsdinge übernehmen. Warum kann das denn nicht einfach mal akzeptiert werden?
Ich denke, es kann sich niemand von uns herausnehmen zu beurteilen, was wer von uns noch alles kann und was nicht.

Liebe Grüße
Dani

Das ganze Leben ist ein Irrenhaus und das Forum ist die Zentrale! :D

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Renate
Gelöschter Benutzer

Re: Caritas-Kampagne für alte Menschen

von Renate am 12.09.2010 13:31

christl. Menschen

Was hat das jetzt mit christlich oder nicht christlich zu tun :?:
Ich sehe es so, es ist völlig egal ob christlich oder nicht christlich, ob jemand einer Religion an gehört oder nicht. Ob ein Kollagenose Erkrankter sich um andere kümmern oder andere pflegen kann hängt auch damit zusammen inwieweit sich jeder einzelne Belasten kann ohne das er selbst zusammenbricht.
So ein Mensch der gepflegt werden muss benötigt einen Menschen auf den er sich verlassen kann, der ganz regelmäßig alles erledigt. Und das wäre mir zB. nicht möglich, denn es gibt Tage da geht bei mir nichts, da muss ich ruhen, an anderen Tagen geht wieder etwas mehr. Das wäre viel zu unzuverlässig für einen Pflegebedüftigen.

Wer sich in der Lage fühlt kann es ja tun, manch anderer schafft das halt nicht.

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Carmen65

60, Weiblich

Beiträge: 304

Re: Caritas-Kampagne für alte Menschen

von Carmen65 am 12.09.2010 12:55

Meine Mama war immer sehr krank. Sie hat sich aber auch immer um mich gekümmert.
Bei mir stellt sich überhaupt nicht die Frage, ob ich nun Lupus habe, oder nicht. Für mich stellt sich einzig und alleine die Tatsache, dass ich meine Eltern pflegen werde....So ist das.

@Leya: mich hat diese Aussage von dir sehr gewundert:

Ich persönlich habe mit mir und meinem Lupus genug zu tun und kann nicht noch (regelmäßige) Aufgaben für andere (Nicht-Familienmitglieder) übernehmen und habe diesbezüglich auch überhaupt kein schlechtes Gewissen.


Diese Aussage finde ich für einen christl. Menschen nicht richtig. Egal ob Lupus oder nicht.
Ich gehe auch Arbeiten. Wahrscheinlich habe ich den Lupus nicht so "arg" wie du, aber ich bin trotzdem sehr viel für meine Eltern und Freunde da. mein Papa ist gehbehindert und ich fahre ihn sehr oft wo hin. Er braucht mich....
Er hat aber auch Verständnis, wenn ich ihm sage, dass es heute nicht geht, weil es mir nicht gut geht.

Der Mensch ist nicht das Maß aller Dinge, sondern Leben inmitten von Leben, das auch leben will!
(Albert Schweitzer)

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Leya

-, Weiblich

Beiträge: 4779

Re: Caritas-Kampagne für alte Menschen

von Leya am 12.09.2010 01:05

@ anniidol
na, dann hast du ja wirklich tolle Kenntnisse über Lupus, wenn du z. B. meinst, alle Lupis bräuchten nur ein Schmerzmittel einwerfen und könnten dann alles erledigen, was sie wollen. In welchem Deiner tollen Lupus-Bücher stand das denn?

Gruß
Leya

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anniidol

56, Weiblich

Beiträge: 3173

Re: Caritas-Kampagne für alte Menschen

von anniidol am 12.09.2010 00:58

tja, und hier verstehst du halt nicht was ich schreibe oder hast dus gar nicht gelesen ? Mich brauchst du über den Lupus nicht aufzuklären Leya. Ich habe sogar Bücher drüber.
Aber bringt nichts. Ich bin raus.

"Die Wesen mögen alle glücklich leben, und keinen möge ein Übel treffen. Möge unser ganzes Leben Hilfe sein an anderen! Ein jedes Wesen scheuet Qual, und jedem ist sein Leben lieb. Erkenne dich selbst in jedem Sein und quäle nicht und töte nicht."
(Gautama Buddha, 560-480)

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Leya

-, Weiblich

Beiträge: 4779

Re: Caritas-Kampagne für alte Menschen

von Leya am 12.09.2010 00:46

Hallo,

nein, mir ist niemand zu nahe getreten und ich finde es auch nicht schlimm, wenn jemand schreibt, er möchte mit mir über dieses oder jenes Thema nicht diskutieren.

Aber ich finde es bestürzend - und jetzt noch mehr als vorhin - wie wenig Verständnis für die durch den Lupus bedingten Einschränkungen bereits innerhalb der Lupus-Gemeinde aufgebracht wird und stelle mir erneut die Frage, wie dann andere, Gesunde eben, Verständnis aufbringen können sollen. Vor diesem, dem aktuellen, Hintergrund scheint mir jede Aufklärungskampgane für die Öffentlichkeit fehl am Platze. Aufklärung und Verständnis unter den Lupus-Betroffenen wäre vielleicht viel wichtiger (Neuer Thread Dani? Thema z.B. "Wie Lupus plagt und einschränkt, das Leben verändert?" o.ä.?)

Dani:

Zitat Anniidol: Eine Pflege wegen Lupus nicht machen können ? Warum nicht, wir sind doch meist nicht bettlägerig.

Dani: Ich glaube, genau das meinte Leya mit

Zitat Leya: Ich frage mich, wie wir eigentlich Nicht-Lupus-Betroffene um Verständnis bitten mögen, wo wir es doch selbst oftmals nicht aufbringen



Genau Dani, so habe ich es gemeint.


Gruß
Leya

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anniidol

56, Weiblich

Beiträge: 3173

Re: Caritas-Kampagne für alte Menschen

von anniidol am 11.09.2010 20:33

Billa: ich habe auch keine Kinder aber ich glaube dir das man dann einfach andere Gefühle hat, denn Muttergefühle hat man nunmal erst wenn man Mutter ist oder ? Womöglich sieht man es auch dann ganz anders wenn man Kinder hat und dann in der Situation der pflegebedürftigkeit ist oder hinkommt.

"Die Wesen mögen alle glücklich leben, und keinen möge ein Übel treffen. Möge unser ganzes Leben Hilfe sein an anderen! Ein jedes Wesen scheuet Qual, und jedem ist sein Leben lieb. Erkenne dich selbst in jedem Sein und quäle nicht und töte nicht."
(Gautama Buddha, 560-480)

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