Caritas-Kampagne für alte Menschen
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Re: Caritas-Kampagne für alte Menschen
from Dani on 09/08/2010 02:43 PMIch denke auch, dass es in dem Spot gar nicht um Pflege geht, sondern einfach ums "für sie da sein", sich kümmern und so weiter.. Genau wie Pauline sagt: Besuche, Telefonate, Gespräche halt.. Ihnen das Gefühl geben: Da ist jemand, der sich um sie sorgt.
Und das mit der Pflege von Angehörigen ist eine sehr persönliche Entscheidung, denke ich.
Meine Eltern haben mir auch schon gesagt, dass sie von uns nicht gepflegt werden möchten.
Ich weiß ehrlich gesagt auch gar nicht, ob ich das könnte... Also vor allem auch psychisch..
Eure Beiträge haben mich auch dazu bewogen, mal darüber nachzudenken, ob ich von meinem Sohn später mal gepflegt werden möchte.
Zum jetzigen Zeitpunkt ist meine Antwort: Nein!
Erstens möchte ich, dass er sein Leben normal lebt, weil so eine Pflege zieht sich ja nicht selten über Jahre hin und ist ein Fulltimejob. Das kann sich heutzutage ja auch kaum noch einer leisten, da die meisten Angehörigen ja auch noch berufstätig sind.
Zweitens würde ich persönlich es für mich sehr erniedrigend finden, wenn mein Sohn mir den Hintern putzen würde etc.. Das würde ich dann gerne Fachpersonal überlassen.
Insofern kann ich Leya verstehen, dass sie das in die Patientenverfügung mit aufgenommen hat.
Selbstverständlich erwarte ich, dass er mich besucht, anruft, sich kümmert.... Und "sich kümmern" bedeutet ja auch, eine geeignete Pflegekraft/Pflegeinrichtung zu suchen etc.
Liebe Grüße
Dani
Das ganze Leben ist ein Irrenhaus und das Forum ist die Zentrale! 
Renate
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Re: Caritas-Kampagne für alte Menschen
from Renate on 09/08/2010 02:37 PMMeine Eltern waren auch immer für mich da, solange sie das konnten, mittlerweile können sie beide nicht mehr so. Meine Mutter hat mir viel geholfen, als es mir schlecht ging von der Kollagenose her und meine Kinder noch klein waren. Trotzdem kann ich ihnen jetzt nicht helfen, es funktioniert bei mir nicht, mich überfordert ja hier bei mir zuhause schon einiges. Mein Mann ist ja auch 100 Prozent schwerbehindert und gehbehindert und ihm kann ich auch nicht richtig helfen und das muss ich auch nicht können. Es müssen eben dann auch mal Fremde helfen. Und das musste ich auch erst lernen, nämlich Hilfe einfordern, damit es mich nicht ständig umweht, weil ich mich übernehme!
Mein Rheumatologe hat mir das einmal sehr deutlich gesagt und Recht hat er !
Den Kontakt halte ich natürlich mit meinen Eltern, telefonieren und besuchen, aber mehr eben nicht und ich brauche dabei kein schlechtes Gewissen zu haben.
Pauline
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Re: Caritas-Kampagne für alte Menschen
from Pauline on 09/08/2010 02:26 PMich werde immer für meine Eltern da sein, auch wenn ich sie nicht pflegen kann
aber Besuche und Telefonate sind doch kein Problem und helfen wo ich nur kann.....
meine Eltern waren auch für mich da, als ich meinen
Schlaganfall hatte, meine Freunde haben sich abgewandt........und sie
sind oft für mich da mal einen Schrank aufbauen, auf Emma aufpassen ,mich
in die Uni Klinik fahren usw. und so bin da wenn sie meine Hilfe brauchen,
das ist für mich selbstverständlich.....
Renate
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Re: Caritas-Kampagne für alte Menschen
from Renate on 09/08/2010 02:11 PMMir geht es da aber auch wie Leya, ich habe mit meinen eigenen Angelegenheiten und Einschränkungen durch die Erkrankung zu tun, so dass ich gar keine Kraftreserven mehr für andere habe, selbst wsenn ich das möchte. Es funktioniert nicht, ich übernehme mich sonst(ist mir leider schon einige male so passiert!) und meine Kollagenose wird dann aktiv und mir geht es wieder schlechter. Sogar mein Rheumatologe hat mir dann gesagt, dass ich das nicht mehr schaffen kann!
Ich persönlich finde deshalb Leyas Aussage gar nicht eigenartig!
Renate
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Re: Caritas-Kampagne für alte Menschen
from Renate on 09/08/2010 12:43 PMWenn ein Angehöriger verstirbt ist es immer traurig.
Ich werde meine Eltern nicht pflegen können und kann ihnen auch nicht helfen, denn ich schaffe es körperlich nicht mehr. Meine Eltern möchten das auch gar nicht, weil ihnen bewusst ist, dass ich damit überfordert wäre, da ich ja selbst gesundheitliche Einschränkungen habe.
Deshalb ist für uns selbstverständlich das es andere übernehmen und meine Geschwister auch zum Einsatz kommen soweit es ihnen möglich ist.
Ich habe kein schlechtes Gewissen das ich meinen Eltern nicht helfen kann.
LG Renate
Re: Caritas-Kampagne für alte Menschen
from Carmen65 on 09/08/2010 12:13 PMMich hat der Film schon sehr berührt.
Der Gedanke meine Eltern zu verlieren, macht mich unendlich traurig. Wenn es irgendwie möglich ist, dann werde ich meine Eltern pflegen bis zu ihrem letzten Tag....Ich werde immer für sie da sein. Wenn sie natürlich so krank sind und ihäusliche Pflege nicht mehr machbar ist, dann muss man sich eine Alternative überlegen.
@Leya: die Aussage, dass du mit deinem Lupus schon genug zu tun hast und dich daher nicht um andere (Fremde) auch noch kümmern kannst finde ich irgendwie eigenartig. Ok, ich kümmere mich jetzt auch nicht so sehr um Nicht-Familienmitgliedern. Aber bei mir fängt kümmern schon damit an, dass ich meine Hilfe anbiete, wenn ich sehe, dass jemand augenscheinlich Hilfe benötigt.
Ich habe keine Kinder, mein Mann ist 12 Jahre älter...meine Angst ist die, dass ich einmal ganz alleine dasitze und niemand da ist, der sich um mich kümmert. Das macht mich oft traurig....
Der Mensch ist nicht das Maß aller Dinge, sondern Leben inmitten von Leben, das auch leben will!
(Albert Schweitzer)
Re: Caritas-Kampagne für alte Menschen
from Kratzbaum on 09/08/2010 11:59 AMIch frage mich, was passiert, wenn der Film tatsächlich als Werbung im Kino läuft. Sitzen die Zuschauer dann betroffen da? Ich fürchte schon. Leider hat der Film auch kein Happyend, er fordert durch das Zerschmettern des Stuhles lediglich zu einer radikalen Lebensänderung auf.
Wenn ich jetzt mal überlege, was das Ziel war: "Mit den „Experten fürs Leben“ ruft die Caritas in Deutschland zur Solidarität zwischen den Generationen auf. Im Mittelpunkt der Kampagne steht das Expertenwissen, die Lebenserfahrung alter Menschen..."
Quelle: http://blog.experten-fuers-leben.de/expertinnen-und-experten-fuers-leben/ Also Expertenwissen, die Eltern schätzen usw. das kam nicht rüber. Das war in der Tat eher eine Schuldzuweisung.
Die nächste Frage ist, warum macht die Marketingabteilung (Referat Öffentlichkeitsarbeit, Fundraising) der Caritas zusammen mit einer nahmhaften Werbeagentur so einen Film? Wollen die wirklich Menschen verändern oder geht es um Öffentlichkeitsarbeit? Öffentlichkeitsarbeit ist PR, also tu gutes und rede drüber, es färbt dann auf das Gesamtunternehmen ab. Wer also demnächst die Caritas-Pflege beauftragt, der hat unterschwellig das Gefühl, die sind gut, die kümmern sich um ältere Menschen.
Und das ganze wird von der Glücksspirale finanziert. Siehe PDFs hier: http://blog.experten-fuers-leben.de/presse-stellungnahmen/
Für mich war der Film zu aalglatt, zu werbemäßig, keine Laienschauspieler. Bei den Schuhen im Geschirrspüler fiehl mir mein vergessenes Essen in der Mikrowelle ein und irgendwie zuckte es durch meinen Kopf, du hast dein Leben in der Mikrowelle geparkt, laß es mal wieder raus.
Re: Caritas-Kampagne für alte Menschen
from Billa on 09/08/2010 09:22 AM@ Pauline:
obwohl sie Kinder haben
Genau das hat mich auch so berührt!
@ Leya:
Das kann ich nun nicht verstehen, das auch noch mit Verfügung regeln zu lassen. Warum denn, wenn es machbar ist und wenn es zeitlich möglich ist, warum nicht?
Gut ich bin Krankenschwester vielleicht denkt man da anders, aber ich kann nur immer wiederholen, dass ich dankbar dafür bin, bei meinen Eltern es so gemacht habe, dass ich bis zur letzten Sekunde bei ihnen war!
Leya hast du Kinder? Ich glaube wenn man Kinder hat, denkt man da anders! Ich würde auch nie von meinen Kindern verlangen nur für mich dazusein, aber es wäre doch schön, wenn es trotzdem ist, oder?
L.G. Billa
"Glaube versetzt Berge und Wissen rückt es wieder an seinen Platz."
(Wolfgang Möcker)
Pauline
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Re: Caritas-Kampagne für alte Menschen
from Pauline on 09/08/2010 08:34 AM@ Leya ..... ich habe den Film anders verstanden
z.b. eine Enkeltochter die ihren Opa nicht kennt ......wie viele alte Menschen sind ganz alleine
obwohl sie Kinder haben
aber mit dir möchte ich nicht diskutieren.
Re: Caritas-Kampagne für alte Menschen
from Leya on 09/08/2010 02:34 AMHallo,
hmm, ich kann an dem Film nichts Trauriges finden. Ehrlich gesagt finde ich diesen Spot ziemlich unangemessen. Jeder (oder wohl fast jeder) macht sich nach dem Tod eines Angehörigen oder Freundes / Bekannten Vorwürfe. Immer nach dem gleichen Muster "hätte ich doch...wäre....könnte...usw." Es "müssen" leider erst mehrere Menschen gestorben sein, bis man merkt, dass man sich bei jedem Tod diese Vorwürfe macht und dass diese Vorwürfe absolut ungerechtfertigt sind. Gerade, weil Menschen sich ohnehin schon selbst diese (ungerechtfertigten) Vorwürfe machen, finde ich es vollkommen unangebracht, dass dieser Film hier noch einen draufsetzt.
Ich schreibe von "man", weil ich von diesen Erfahrungen schon viel aus meinem Bekanntenkreis gehört habe. Mir erging es zunächst nicht anders. Und das, obwohl ich mehr wirklich nicht hätte machen können. Heute habe ich "verstanden", wie der Selbtvorwurf-Hase nach Todesfällen läuft. Vielleicht hat der eine oder andere psychologische Kenntnisse. Ich kann da nur vermuten, dass wir unbewusst meinen, mit mehr Um-den-Menschen-Kümmern hätten wir seinen Tod vermeiden können, sind also Schuld an seinem Tod. Aber so ist es nicht. Der Tod ist unausweichlich.
Ich persönlich habe mit mir und meinem Lupus genug zu tun und kann nicht noch (regelmäßige) Aufgaben für andere (Nicht-Familienmitglieder) übernehmen und habe diesbezüglich auch überhaupt kein schlechtes Gewissen. Ältere Menschen finde ich übrigens toll. Möchte hier nur erwähnen, dass ich NIE erwarten würde von einem Familienmitglied, gepflegt zu werden. Im Gegenteil, habe dies sogar per Verfügung ausdrücklich geregelt.
Gruß
Leya

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