Krankheit akzeptieren ??? ...

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fellfrosch
Gelöschter Benutzer

Re: Krankheit akzeptieren ??? ...

von fellfrosch am 05.11.2010 20:28

gibts denn die möglichkeit dass du vielleicht länger pause machen kannst oder sowas?


war im februar 2,5 wochen im krankenstand, wegen der magenblutungen und so ... ging mir echt mies ... krankenkasse hat mir mind. 4 wochen zugestanden ... bin wie gesagt nach 2,5 wochen wieder hin, und hatte dann einerseits mit missachtung seitens der kollegschaft und andererseits mit einem gespräch mit der personalcheffin zu kämpfen, die mir mitgeteilt hat, das meine arbeit zwar sehr zufriedenstellend erledigt würde, der chef aber mit meinen krankenständ-en (!!!) absolut nicht zufrieden sei :-( ...

seit dem trau ich mich nicht mehr ...

viel schlimmer find ich es was so von außen kommt. diese ignoranz und das im regen stehn lassen teilweise is echt nicht schön.


da hast allerdings recht... find das arg, wie gut die anderen immer bescheid wissen, was man alles zu können und zu schaffen hat ... und wehe, man is mal nicht so häppypeppi drauf :-/ ...

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wolfskind

37, Weiblich

Beiträge: 1577

Re: Krankheit akzeptieren ??? ...

von wolfskind am 05.11.2010 19:40

gibts denn die möglichkeit dass du vielleicht länger pause machen kannst oder sowas? also dir irgendwie bessere umstände mahcen kannst?

bei mir weiß es meine chefin und die sagt dass ich mich melden soll wenn ich nicht mehr kann. und dann kann ich etwas anderes machen, mich hinsetzen oder hinlegen oder was trinken oder oder. die anderen kollegen wissen so grob dass ich was habe (sah man ne zeit lang eben auch krass an der haut auf den armen etc und weil ich halt auch so stark abgenommen habe) da wurde dann auch geredet und ich hab gesagt dass ich lupus habe. war dann natürlich unbekannt aber verstehn tuns die meisten ja auch mit erklärung nicht. daher red ich auch nicht viel drüber. und die anderen fragen nicht. sagen dann nur schon mal ich würd nicht gut aussehn.
meine chefin kommt dann immer mal wieder an und fragt ob ich noch ok bin.

muss aber dazu sagen dass ich nicht jeden tag arbeite und wenn dann nur 3 stunden. mehr würd ich nicht schaffen. daher find ichs auch enorm krass was du da täglich packst. respekt!
ich hab glück dass ich mir aussuchen kann wie viel ich arbeiten will/kann. zwei drei mal die woche im schnitt. so komm ich dann auch nicht in bedrängnis mich richtig drücken zu müssen wenn ich gleich weniger mache.

daher ist das mit dem akzeptieren bei mir schon ganz gut. viel schlimmer find ich es was so von außen kommt. diese ignoranz und das im regen stehn lassen teilweise is echt nicht schön.
schlimm find ichs auch wenn ich was vor habe und dann total fertig bin. schon mit fieber wach werde und dann den ganzen tag rumschleiche. aber inzwischen weiß ich einfach auch dass es eben so ist und ich überspiele dann auch nichts mehr. habe auch schon gelernt an solchen tagen dann nur das nötigste zu machen (für mich eben das was für den plan unverzichtbar ist).

party machen find ich eh doof :D
und sport fand ich früher auch toll. aber die zeiten ändern sich. ich mache jetzt andere dinge. zu irgendwas wirds gut sein. wer weiß schon ob ich nicht mit den inleinern mal überfahren worden wäre. so leb ich noch ne weile länger ;-)

Wovon das Herz voll ist, läuft der Mund über.

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fellfrosch
Gelöschter Benutzer

Re: Krankheit akzeptieren ??? ...

von fellfrosch am 05.11.2010 18:57

danke an alle ... fühl mich gleich nichtmehr so allein mit meinen gefühlen ...

hab heute ja mal die liste mit den symptomen gemacht, und meine kollegin fragt so,was das is, ich sag alle meine symptome, willst auch lesen, und sie meint nein, intressiert mich nicht ...
oder was machst am we, ich sag ausschlafen, meint sie, ich wär ja noch keine 50, sag ich, nein, aber auch nicht gesund, sagt sie mir drauf, wer is das schon, aber so fad is ned ein jeder ...

meinem chef is das eigentlich egal, wies mir geht, wissen tut ers schon, und er weiss auch ca. was das is (so weit ein pathologe das halt kennt), aber es is so, dass alles akzeptiert wird, solang niemand einen nachteil davon trägt ...
is halt ein enormer druck, 8 stunden am tag "gesund" sein zu müssen - geh ja nicht zum spaß arbeiten, sondern wegen des geldes ...

das über leistung definieren muss ich auch noch lernen ... frag mich nur wie ...

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misspiggy

59, Weiblich

Beiträge: 177

Re: Krankheit akzeptieren ??? ...

von misspiggy am 05.11.2010 17:17

Hallo!

Ich hab es so gehand habt das ich in der Arbeit einen Vorgesetzten davon in
Kenntnis gesetzt habe das ich ab jetzt chronisch Krank bin. Und ich muss sagen
das klappt recht gut, das man da etwas rücksicht nimmt.
Aber an mir hab ich geändert das ich nicht mehr so Leistungsorientiert bin, mich
also nicht mehr nur über meine erbrachte Arbeit Identifiziere.
Ich sage mir so lang ich nicht krank war, war ich immer zur stelle wenn man mich
gebraucht hat, nun muss man auch damit leben können wenn ich nein sage oder
10 Wochen krank bin, und es geht man muss nur lernen das schlechte Gewissen
wegzudrücken.:rolleyes:

Der Prozess bis man Akzeptiert das man krank ist und nicht mehr so kann auch
wenn man will, dauert und braucht seine Zeit. Geduld ist da viel gefragt (nicht
grad meine Stärke)

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Renate
Gelöschter Benutzer

Re: Krankheit akzeptieren ??? ...

von Renate am 05.11.2010 16:06

....und deswegen, hab ich mir am Mittwoch auch gleich noch nen Termin beim Psychologen gemacht! ich will nämlich wieder so werden, wie ich mal war. Ich bin froh, dass ich das begriffen hab und hoffe, dass Onkel Doc nen kleines Heilrezept für die Seele hat!

Ich meine, dass sind verschiedene Phasen die durchlebt werden bei chronischen Erkrankungen und die gehören dazu und deshalb hat mans noch lang nicht mit der Psyche und ist auch nicht psychisch/seelisch krank. Es dauert seine Zeit, das war bei mir auch so und das ist normal, es hat lange gedauert bis ich mich damit abgefunden habe, dass ich eine chronische Erkrankng habe, die auch mein Leben verändert.

Selbst nach Psychotherapien wurde es nie mehr so wie vorher bei mir.

LG Renate

Antworten Zuletzt bearbeitet am 05.11.2010 16:19.

michaelni

51, Männlich

Beiträge: 276

Re: Krankheit akzeptieren ??? ...

von michaelni am 05.11.2010 13:29

Im Grunde genommen hat Mira recht. Das wird mir auch immer gesagt, dass man nicht psychisch krank ist gleich, weil es kein Idealbild des gesunden Menschen gibt. Fast jeder Mensch hat irgendwelche Einschränkungen.

Wünsche euch jedenfalls viel kraft, dass ihr immer positiv denken könnt und euch nie vom Wolf kleinkriegen lasst.

Ingo Oschmann in Nienburg: "MacGyver konnte aus einem Bleistift ein U-Boot basteln - Paris Hilton kann mit einem Bleistift noch nicht einmal das Wort U-Boot SCHREIBEN *g*

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Linkerle
Gelöschter Benutzer

Re: Krankheit akzeptieren ??? ...

von Linkerle am 05.11.2010 13:24

@Mira

Das hört sich voll einleuchtend an-danke(auch wenn der Text sich nicht auf meinen bezog). DAwill ich auch noch hin^^

Grüßle

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Linkerle
Gelöschter Benutzer

Re: Krankheit akzeptieren ??? ...

von Linkerle am 05.11.2010 13:17

komm ich mit dem "nicht können" nicht klar ... Vielleicht weil ich mich viel zu sehr über Leistung definiert hab ...


Genau das ist auch mein Problem! Ich war beim Handball zB immer Topspieler-jetz schaff ich keinen 200m Lauf. ich hätte das zeug für ne richtige Karriere bei der Bundeswehr; bekomme aber keine Weiterverpflichtung dank Lupus(die Lehrgänge würd ich körperlich nicht schaffen) usw. ich komm auch nich damit klar, dass ich nur noch zu haus bin. War sonst immer die Partyqueen. 8 Stunden tanzen am Stück.Tanzen ging ich immer, wenn ich schlechte Laune hatte. Hab mich danach immer wie neu gefühlt-aber-geht nich mehr..

....und deswegen, hab ich mir am Mittwoch auch gleich noch nen Termin beim Psychologen gemacht! ich will nämlich wieder so werden, wie ich mal war. Auch, wenn ich mich einschränken muss.Und der herr Seelenklemptner soll mir helfen, meine Krankheit zu akzeptieren und mich aus diesem verdammten Selbstmitleid rausholen. das hilft nämlich keinem. Ich bin froh, dass ich das begriffen hab und hoffe, dass Onkel Doc nen kleines Heilrezept für die Seele hat! dass wär schon mal die halbe Miete!

Gaaaaaaanz liebe Grüße, Kathy

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mira

47, Weiblich

Beiträge: 179

Re: Krankheit akzeptieren ??? ...

von mira am 05.11.2010 12:20

Hallo,

das kenne ich gut - daher weiß in meinem Job niemand von meiner Krankheit. Und das funktioniert prima.

Und die zweite Säule meiner "Strategie" ist, dass ich mittlerweile zu der Überzeugung gekommen bin, dass man abrücken muss von der Idee eines gesunden/perfekten Menschen. Selbst wenn man frisch geboren wird, ist man schon "defekt": Eine Anlage zur Doppelniere, eine Neigung zu Allergien, Sehschwächen, ...

Das Normale ist aus meiner heutigen Sicht der kranke Mensch. Es gibt keine gesunden Menschen (nur unentdeckte Krankheiten/Fehler). Daher sehe ich mich auch nicht (mehr) als defekt an. Denn was defekt ist, schmeißt man allzu gern und zu schnell weg.

Ich weiß, klingt etwas überphiliosophiert und ich könnte auch manchmal verzweifeln, wenn mich der SLE in die Knie zwingt. Aber diese Ansicht hilft mir.

Mittlwerweile ist es so, dass mir der SLE auch viel geholfen hat: Bin von einer ehrgeizgetriebenen Musterschülerin zu jemandem geworden, der viel mehr genießt, auch mal Fehler zulässt und vor allem nicht so verbissen auf irgendein selbst gesetztes (bspw. Karriere-) Ziel zusteuert.

(Trotzdem überanstrenge ich mich oft, um es irgendjemandem recht zu machen - aber das kriege ich auch irgendwann hin.)

Und für Deinen Fall finde ich, dass Du Dir eine gesunde Portion Egoismus antrainieren solltest. Verständnis kann man von den wenigsten erwarten - egal, wie oft und lange man sich erklärt.

Alles Gute!
Mira

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fellfrosch
Gelöschter Benutzer

Re: Krankheit akzeptieren ??? ...

von fellfrosch am 05.11.2010 11:25

Weiß denn deine Arbeitskollegin über die Krankheit bescheid? Wenn nein, klärst du sie vielleicht etwas auf? Hmm...


Sie wissen wohl, das ich krank bin, aber sie können nichts damit anfangen, und sie wollens auch nicht wirklich ... solang sie keinen Nachteil davontragen is alles egal ... und wenn ich dann mal was brauch, werd ich so abfällig angesehn, das is unpackbar ... und dann kommen Meldungen wie "wir glauben, du bist überfordert" ... das tut so weh ...
Ein Pathologe hat einmal zu mir gesagt "nimm deine Medikamente, und sei froh, dast noch lebst" ... hab das weniger gut gefunden, war etwas beleidigt, und hab dann als Antwort bekommen, ich solle mir Humor wachsen lassen ...

War immer eine, die volle Wäsch gearbeitet hat wie ein Viech vor der Diagnose ... und jetzt ... komm ich mit dem "nicht können" nicht klar ... Vielleicht weil ich mich viel zu sehr über Leistung definiert hab ...

Ich arbeit ja auch nicht, weils mir Spass macht, oder so, sondern, weil ich die Kohle brauche ... wenn das nicht wär, dann würd ich sicher nicht grad 40 Stunden arbeiten, sondern viel weniger, weils ja doch auch viel Kraft abverlangt ...

Aber ich tu mir eben noch sehr schwer die Grenze zwischen "faul" und "krank" herauszufinden ... :-( ...

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