Lupusphsychatrie

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wolfskind

37, Weiblich

Beiträge: 1577

Re: Lupusphsychatrie

von wolfskind am 04.12.2010 21:43

ich sehe das wie leya, habe die reportage auch gesehn, super! und leider leider so wahr! es ist wirklich unfassbar. ich hab es selbst erlebt und viele andere hier auch. das schlimme ist dass die ärzte mit dieser einstellung so viel kaputt machen.

ich möchte gar nicht wissen wie viele lupies in diesem augenblick an ihrem verstand zweifeln weil sie sich schon zum millionsten mal gehört haben sie hätten einen an der waffel.

Wovon das Herz voll ist, läuft der Mund über.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 04.12.2010 21:44.

Leya

-, Weiblich

Beiträge: 4779

Re: Lupusphsychatrie

von Leya am 04.12.2010 21:32

Patina:

Ja, ich fänd es auch besser, es würden mehr gut ausgebildete Internisten in den psychiatrischen Kliniken geben, damit man sich nicht noch an Fehldiagnosen abarbeiten muss. Es ist eben auch eine Fehldiagnose, wenn man körperliche - durch die Kollagenose - bedingte psychische Krankheiten als nicht körperlich bedingt ansieht. Klar kann es helfen zu erfahren, wie man mit Depressionen usw. umgeht (Patientenschulung). Aber die Ursache muss auch richtig behandelt werden. Ansonsten wird man auch daran krank, dass einem die Schmerzen und die unendliche Müdigkeit nicht geglaubt wird und epileptische Anfälle, als Simulantentum gedeutet werden. Es ist doch viel sinnvoller, die Ärzte akzeptieren die Grunderkrankung mit ihrer Müdigkeit, den Schmerzen, den hormonellen Entgleisungen und dadurch ausgelösten psychischen Störungen, als ständig mit so versteckten Vorwürfen wegen Inaktivität und Widerstand und "wollen nicht an sich arbeiten" zu kommen. Hätt ich eine Beinamputation hinter mir, würde jeder meine Schwierigkeiten akzeptieren und mir keine Vorwürfe über Trauer, nicht weiter wissen und Schmerzen machen. Niemand würde die Beinamputation leugnen. Niemand würde verlangen, dass ich damit tanzen gehe. Für mich ist es ein Stück aus dem Tollhaus, wenn teuer bezahlte Ärzte ihre Patienten mit so rein oberfläch betrachteten Sprüchen abtun. Würden sie ein paar Minuten auf die Richtige Diagnose verwenden, könnte man damit viele unsinnige Maßnahmen sparen. - Ich hab auch Krebspatienten in Kliniken erlebt, deren Krebs etwas versteckt lag. Die wurden Jahre auf Depression behandelt, statt auf Krebs. Sowas darf es in unserem teuer bezahlten und weiterhin auch geföderten Gesundheitssystem nicht geben. Da sollte Herr Roesler sich mal fragen, woran das liegt. Das hat nicht nur mit überteuerten Medikamenten zu tun. Das ist eher eine Frage von Ausbildung und Grundeinstellung zu seinem Beruf.



Jawohl.

Was in Deutschland passiert, ist ein Skandal. Es schreit zum Himmel. Und wer es vorher noch nicht wusste, der weiß es spätestens dann, wenn er hier im Forum liest.

Übrigens, es ist bereits ein Versuch unternommen worden, die Frage nach der Ursache ärztlicher Fehler zu klären.

Ich fasse das Ergebnis in meinen Worten zusammen:

a.) Der Arzt ist immer noch der Gott in weiß. Und der Chefarzt ist der Obergott. Die undurchbrechbare Hierarchie lässt keinen Raum für Kritik und Lernen aus Kritik.

b.) Der deutsche Arzt macht einfach keine Fehler (meint er). Und deshalb denkt er bei Fehlern auch gar nicht an solche. Er kontrolliert seine Arbeit nicht auf Korrektheit. Nicht er hat einen Fehler begangen, sondern der Patient reagiert falsch, lügt und und und.

b.1.) Der Arzt verweigert das Ausfüllen von Sicherheitslisten (in OPs).
b2.) Krankenhäuser bieten keine Simulationskurse an (verglechbar einem Flugsimulator), obwohl ihr Nutzen bewiesen ist.
b3.) Fehler werden nicht eingestanden. Es ist daher weder für den Arzt, dem der Fehler unterlaufen ist, noch für andere Ärzte möglich, aus diesen Fehlern zu lernen und diese zu vermeiden.

Ihr finde diese Reportage (daraus stammen die genannten Beispiele) großartig:

Totschweiger

Wenn Ärzte Fehler machen


Wer als Patient in ein Krankenhaus kommt, muss seinen Ärzten vertrauen. Doch in Deutschland gibt es gute Gründe, warum sich Patienten in Acht nehmen sollten. Denn während eines Klinikaufenthalts sterben jährlich bis zu 17.000 Menschen an vermeidbaren Behandlungsfehlern - so die Schätzung des „Aktionsbündnis Patientensicherheit". Dazu kommt die vielfache Anzahl an leichten und schweren Gesundheitsschäden. Bedrückende Zahlen, die die Skandale in jüngster Zeit in ein neues Licht rücken: Fehler in der Medizin sind keine Einzelfälle, sie gehören in Deutschland zu den zehn häufigsten Todesursachen.
Anders als viele annehmen, ist es nur in seltenen Fällen ein schlechter Arzt, der einen Patienten schädigt. Es sind vor allem die Arbeitsbedingungen in den Kliniken, die Leben und Gesundheit der Patienten gefährden. Trotzdem ist das Thema Patientensicherheit ein Tabu. Die Ärzte gelten vielfach noch immer als Halbgötter in Weiß, die keine Fehler machen. Deshalb wird darüber nicht gesprochen. Dabei warnen Experten: Nur wenn man über Fehler offen spricht und die Ursachen analysiert, kann man Fehler in Zukunft vermeiden. In deutschen Kliniken werden sie aber totgeschwiegen, aus Angst vor autoritären Vorgesetzten und aus Sorge um die eigene Karriere. Wenn möglich, werden Fehler vertuscht und geleugnet.

Filmautor Lars Westermann erklärt, warum Fehler zum Alltag in deutschen Krankenhäusern gehören und was dagegen unternommen werden kann. Durch regelmäßige Trainings an High-Tech-Puppen in speziellen Simulatoren, systematische Fehleranalysen und simple Checklisten könnten die Schäden an Patienten um bis zu 70 Prozent verringert werden. Dr. Marcus Rall, Experte für Patientensicherheit an der Uni-Klinik Tübingen bringt es auf den Punkt: „Es ist zum Verzweifeln! Man weiß, wie viele Patienten sterben, man weiß, was man dagegen tun könnte und trotzdem werden keine Gegenmaßnahmen ergriffen. Dabei ist es höchste Zeit


Quelle und Link zum Video: http://programm.daserste.de/pages/programm/detailArch.aspx?id=1E9AC7A5919D3ACEDA1AD3238A708271

Beim Lupus und seinen Symptomen kommen sicherlich noch andere Ursachen für die vielen ärztlichen Fehldiagnosen hinzu.

Gruß

Leya

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Patina
Gelöschter Benutzer

Re: Lupusphsychatrie

von Patina am 04.12.2010 20:47

Hallo Kathie bitte nur den Rechtschreibfehler löschen, nicht deinen ganzen lupuslive-Auftritt! :#:

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Patina
Gelöschter Benutzer

Re: Lupusphsychatrie

von Patina am 04.12.2010 20:44

Würden sie ein paar Minuten auf die richtige Diagnose verwenden, könnte man damit viele unsinnige Maßnahmen sparen.


@ Phoenix
Ich habe 1975 von einem sehr erfahrenen Hautarzt die Diagnose "Hautlupus" bekommen. Seit 1990 werden immer wieder im Labor ANA-Titer, RNP und andere Antikörper festgestellt. Ich kann einen ganzen Ordner voller Schreiben der Charité, der Fachklinik Bad Liebenwerda und diverser Rheumatologen vorweisen, in denen von Mischkollagenose gesprochen wird. Trotzdem treffe ich immer wieder Ärzte, die das sofort vom Tisch fegen. In der Psychiatrie kann das sogar richtig gefährlich werden, weil meine Leberwerte bei fast jedem Psychiatrikum sprunghaft in die Höhe schießen. Ich möchte wirklich nicht in einem Schub, der mir u.U. - wie auch jedem Grippekranken - geistige Verwirrtheit beschert in einer Psychiatrie landen, in der man mich tagelang mit Haldol vollpumpt, meinen Notfallzettel nicht liest, meine Hausärztin nicht anruft und nicht einmal bereit ist zu googlen, was das komische "Mischkollagenose" eigentlich ist. - Man muss sich nur 3 Minuten mit meiner Hausärztin unterhalten und mein Leben ist gerettet. Ich erwarte, dass der behandelnde Krankenhausarzt meine patientenaktiven Hinweise ernst nimmt und ihnen nachgeht. Die Haltung "kenn ich nicht - gibt es nicht" ist im Arztberuf genauso unangebracht, wie die Haltung, Patienten wären dumm und würden ihre Krankheitssymptome übertreiben. Mit so einer Einstellung kann man höchstens Currywurst verkaufen.- Im übrigen bin ich weder Gretchen noch Faust und des Pudels Kern, sprich Mephisto habe ich auch nicht in mir. Um mal den deutschen Klassiker ins Spiel zu bringen ;-)

Fehldiagnosen
möchte ich einem neuen Arzt im Erstgespräch auch nicht auftischen. Wozu soll er sich damit beschäftigen, wenn diese alten Diagnosen sich längst als verkehrt herausstellten? Bestenfalls kann ich im Gespräch, wenn der Doktor Vermutungen anstellt, mitteilen, dass diese Diagnose schon mal im Raum stand, Dr. Soundso dies aber durch Nachweis von XY-AKs ausschließen konnte. Das ist sachliche Information von einem informierten und aktiven Patienten. Anders wäre es blinde Hörigkeit und somit eine psychiatrische Störung.

Ich betone nochmals, dass Menschen durch und auch neben einer Kollagenose psychische Störungen haben können. Ich halte es für wichtig, diese behandeln zu lassen. Aber bitte immer auf dem Hintergrund einer unter Umständen lebensbedrohlich werdenden Kollagenose-Erkrankung.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 04.12.2010 20:56.

Renate
Gelöschter Benutzer

Re: Lupusphsychatrie

von Renate am 04.12.2010 20:44

nanu schon wieder jemand gelöscht?

Ja, aber wieso denn ?:'(

Antworten

wolfskind

37, Weiblich

Beiträge: 1577

Re: Lupusphsychatrie

von wolfskind am 04.12.2010 20:42

nanu schon wieder jemand gelöscht?

Wovon das Herz voll ist, läuft der Mund über.

Antworten

kathi83
Gelöschter Benutzer

Re: Lupuspsychatrie

von kathi83 am 04.12.2010 20:33

oh Rechtschreibfehler-

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Renate
Gelöschter Benutzer

Re: Lupusphsychatrie

von Renate am 04.12.2010 19:59

natürlich nehme ich keine befunde mit in denen steht ich wäre sonst wie gestört obwohl tatsachen etwas anderes zeigen und befunde etwas anderes bewiesen haben.

Das kann ich echt gut verstehen, wenn da nämlich erst mal sowas drin steht, dann wird da immer wieder drauf rumgeritten, selbst wenn die körperliche Erkrankung schon lange feststeht. Musste ich durch eigene Erfahrungen feststellen.

Jedenfalls hätte ich mit denn vielen Psychopillen nicht mehr lange überlebt, so ne richtig aktive Kollagenose lässt sich nun mal mit Psychopharmaka nicht abbremsen! Und die haben mich nicht mal im Bett liegen lassen, obwohl ich mich nicht mal mehr Aufrecht halten konnte, wer im Bett liegt ist ja depressiv ! Es war die Hölle!

tiefer schaun würde ob hinter den (psychischen)symtomen vielleicht noch etwas anderes steckt, dann wäre vielen viel eher viel besser geholfen.

Genau Wolfskind, das ist es eben!

Antworten Zuletzt bearbeitet am 04.12.2010 20:01.

Daisydoo
Gelöschter Benutzer

Re: Lupusphsychatrie

von Daisydoo am 04.12.2010 19:55

gelöscht da gleicher Beitrag wie oben (wie ist das passiert?)

Antworten Zuletzt bearbeitet am 04.12.2010 19:57.

Daisydoo
Gelöschter Benutzer

Re: Lupusphsychatrie

von Daisydoo am 04.12.2010 19:55

Hallo Phönix,

Ich habe zum Beispiel hier vor ein paar Tagen gelesen (in einem anderen Thread), dass jemand "die Befunde zu einem neuen Arzt mitnimmt, mit denen sie übereinstimmt" (nicht die, in denen "Schmarren" stehen).
Das klingt für mich ungefähr so, als wollte jemand ein bestimmtes Ergebnis herbeiführen.


Hmm.....ich tue jetzt mal so, als ob ich mich nicht auch angesprochen fühlen würde......

Es ist sehr schön zu sehen das es noch Menschen gibt, die zu Ärzten so viel Vertrauen haben...... Da hast du wohl bisher viel Glück gehabt!

Ich wünsche dir, dass du weiterhin so viel Glück hast. Aber nimm denen die anderes erfahren haben nicht das Recht unangemessene Äußerungen in "sogenannten Befunden" zu ignorieren. Es ging nicht um das weglassen eines Fakts, sondern um die Subjektive Meinung eines Arztes, der halt tatsächlich nicht unbedingt unfehlbar ist!!!

VG
Daisydoo

Antworten
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