Gedichte

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Kristina

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Posts: 218

Re: Gedichte

from Kristina on 08/15/2009 01:40 PM

Hallo Doris, vielen Dank fuer die Gedichte von Nietzsche und Keats.
Ueber den Nietzsche: ich erinnere mich noch, dass vor Jahren das (nach dem Krieg verschlossene?) Nietzsche-Archiv
geoeffnet wurde und alle seine Originalschriften zur Entzifferung an Experten gegeben wurden,
um die veraenderten/schizophrenen-klingenden Kommentare seiner Schwester und ihres Mannes aus Nietzsches Schriften zu entfernen, um so eine Chance zu kreieren, den wirklichen Inhalt seines Denkens studieren zu koennen.
Wurden die echten "gereinigten" Schriften von Nietzsche inzwischen veroeffentlicht? Ich weiss es nicht.
Ich fand sein denkerisches Analysieren sehr faszinierend, aber mir fiel immer auf, dass da etwas nicht richtig war, und schiziphren wirkte und ich konnte mir nie vorstellen, was es eigentlich war, ich fragte bei vielen Professoren nach, ohne eine Antwort zu erhalten und dann wurde veroeffentlicht, dass seine Schwester mit ihrem Mann durch alle seine Originalmanuskripte kaemmte und vieles veraenderte, so dass es spaeter so schrecklich missbraucht werden konnte.
Als Philosph war er (zusammen mit Schopenhauer) eigentlich der "Vater" der Soziologie, Psychologie, Verhaltensanalyse, Psychoanalyse etc., seiner Zeit weit vorraus und, wie das Gedicht zutreffend beschreibt, konnte sich leider kaum jemals mit Menschen austauschen und hatte keine Heimat.

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sauselinchen

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Re: Gedichte

from sauselinchen on 08/14/2009 10:21 AM

Die Regenbogenbrücke

Eine Brücke verbindet den Himmel und die Erde.
Wegen der vielen Farben nennt man sie die Brücke des Regenbogens.
Auf dieser Seite der Brücke liegt ein Land mit Wiesen, Hügeln und saftigem grünen Gras.

Wenn ein geliebtes Tier auf der Erde für immer eingeschlafen ist,
geht es zu diesem wunderschönen Ort.
Dort gibt es immer zu fressen und zu trinken,
und es ist warmes schönes Frühlingswetter.

Die alten und kranken Tiere sind wieder jung und gesund.
Sie spielen den ganzen Tag zusammen.

Es gibt nur eine Sache, die sie vermissen.
Sie sind nicht mit ihren Menschen zusammen, die sie auf der Erde so geliebt haben.

So rennen und spielen sie jeden Tag zusammen,
bis eines Tages plötzlich eines von ihnen innehält und aufsieht.
Die Nase bebt, die Ohren stellen sich auf, und die Augen werden ganz groß!
Plötzlich rennt es aus der Gruppe heraus und fliegt über das grüne Gras.
Die Füße tragen es schneller und schneller.

Es hat Dich gesehen.
Und wenn Du und Dein spezieller Freund sich treffen,
nimmst Du ihn in Deine Arme und hältst ihn fest.

Dein Gesicht wird geküßt, wieder und wieder,
und Du schaust endlich wieder in die Augen Deines geliebten Tieres,
das so lange aus Deinem Leben verschwunden war, aber nie aus Deinem Herzen.

Dann überschreitet Ihr gemeinsam die Brücke des Regenbogens, und Ihr werdet nie wieder getrennt sein...


(Der Autor dieses Gedichtes ist unbekannt.)

"" Herr , gib mir die Gelassenheit Dinge anzunehemn ,die man nicht ändern kann. "



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woelfin

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Re: Gedichte

from woelfin on 08/14/2009 08:42 AM

Wo denkt ihr hin,die ihr all euren Fleiß
auf die Erwerbung von Reichtum verwendet,
um eure Kinder euch aber nicht bekümmert?

Sokrates

Bleib ruhig: In hundert Jahren ist alles vorbei.
Ralph Waldo Emerson

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Doris
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Re: Gedichte

from Doris on 08/13/2009 09:42 PM

Why Did I Laugh Tonight?

Why did I laugh tonight? No voice will tell:
No God, no Demon of severe response,
Deigns to reply from Heaven or from Hell.
Then to my human heart I turn at once.
Heart! Thou and I are here, sad and alone;
I say, why did I laugh? O mortal pain!
O Darkness! Darkness! ever must I moan,
To question Heaven and Hell and Heart in vain.
Why did I laugh? I know this Being's lease,
My fancy to its utmost blisses spreads;
Yet would I on this very midnight cease,
And the world's gaudy ensigns see in shreds;
Verse, Fame, and Beauty are intense indeed,
But Death intenser -Death is Life's high meed.

- John Keats -

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Doris
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Re: Gedichte

from Doris on 08/13/2009 09:17 PM

Vereinsamt

Die Krähen schrein
und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnein -
Wohl dem, der jetzt noch Heimat hat.

Nun stehst du starr,
schaust rückwärts, ach, wie lange schon,
was bist du Narr
vor Winters in die Welt entflohn?

Die Welt - ein Tor
zu tausend Wüsten stumm und kalt;
wer das verlor,
was du verlorst, macht nirgends halt.

Nun stehst du bleich,
zur Winter-Wanderschaft verflucht,
dem Rauche gleich,
der stets nach kältern Himmeln sucht.

Flieg, Vogel, schnarr
dein Lied im Wüstenvogel-Ton.
Versteck, du Narr,
dein blutend Herz in Eis und Hohn.

Die Krähen schrein
und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnein -
Weh dem, der keine Heimat hat.

-Friedrich Nietzsche -

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woelfin

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Posts: 783

Re: Gedichte

from woelfin on 08/13/2009 06:33 PM

Der Menschheit Würde ist in eure Hand gegeben,
bewahret sie!
Sie sinkt mit euch!
Mit euch wird sie sich heben!


Friedrich von Schiller

Bleib ruhig: In hundert Jahren ist alles vorbei.
Ralph Waldo Emerson

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Kristina

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Re: Gedichte

from Kristina on 08/13/2009 12:32 PM

Handinneres

Inneres der Hand. Sohle, die nicht mehr geht
als auf Gefuehl. Die sich nach oben haelt
und im Spiegel
himmlische Strassen empfaengt, die selber
Wandelnden.
Die gelernt hat, auf Wasser zu gehn,
wenn sie schoepft,
die auf den Brunnen geht,
aller Wege Verwandlerin.
Die auftritt in anderen Haenden,
die ihresgleichen
zur Landschaft macht:
wandert und ankommt in ihnen,
sie anfuellt mit Ankunft.

Rainer Maria Rilke (1875 - 1926)

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Renate
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Re: Gedichte

from Renate on 08/13/2009 12:16 PM

Auf dem See

Und frische Nahrung, neues Blut
Saug' ich aus freier Welt'
Wie ist Natur so hold und gut,
die mich am Busen hält!
Die Welle wieget unsern Kahn
Im Rudertakt hinauf,
Und Berge, wolkig, himmelan,
Begegnen unserm Lauf.

Aug', mein Aug', was sinkst du nieder?
Goldne Träume, kommt ihr wieder?
Weg, du Traum! so gold du bist;
Hier auch Lieb' und Leben ist.

Auf der Welle blinken
Tausend schwebende Sterne;
Weiche Nebel trinken
Rings die türmende Ferne;
Morgenwind umflügelt
Die beschattete Bucht,
Und im See bespiegelt
Sich die reife Frucht.

von Johann Wolfgang von Goethe

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Kristina

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Posts: 218

Re: Gedichte

from Kristina on 08/13/2009 12:15 PM

Die Mausefalle.

I

Palmstroem hat nicht Speck im Haus
dahingegen eine Maus.

Korf, bewegt von seinem Jammer,
baut ihm eine Gitterkammer.

Und mit einer Geige fein
setzt er seinen Freund hinein.

Nacht ist's und die Sterne funkeln.
Palmstroem musiziert im Dunkeln.

Und derweil er konzertiert,
kommt die Maus hereinspaziert.

Hinter ihr, geheimer Weise,
faellt die Pforte leicht und leise.

Vor ihr sinkt in Schlaf alsbald
Palmstroems schweigende Gestalt.

II

Morgens kommt von Korf und laedt
das so nuetzliche Geraet

in den naechsten, sozusagen
mittelgrossen Moebelwagen,

den ein starkes Ross beschwingt
nach der fernen Waldung bringt,

wo in tiefer Einsamkeit
er das seltne Paar befreit.

Erst spaziert die Maus heraus,
und dann Palmstroem, nach der Maus.

Froh geniesst das Tier der neuen
Heimat, ohne sich zu scheuen.

Waehrend Palmstroem, glueckverklaert,
mit von Korf nach Hause faehrt.

Christian Morgenstern (1871 - 1914)

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Kristina

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Posts: 218

Re: Gedichte

from Kristina on 08/13/2009 11:59 AM

Wohl dem, der frei von Schuld und Fehle
Bewahrt die kindlich reine Seele!

Schiller

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