zerplatzte Träume

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Sunflower

58, Weiblich

Beiträge: 1416

Re: zerplatzte Träume

von Sunflower am 02.11.2009 19:31

Hallo Lupine,
das ist immer schwer so was zu entscheiden. Helfen kann dir sicher keiner! Ich glaube ich würde nicht fahren und schauen, was ich hier aufbauen könnte- vielleicht gibt es noch einen anderen Traum für dich?
LG
Sabine

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coffeesickly

37, Weiblich

Beiträge: 495

Re: zerplatzte Träume

von coffeesickly am 02.11.2009 19:27

Hallo,

ich verstehe total wie du dich fühlst. Seit ich lesen kann will ich eigentlich nun schon Lektorin werden oder Journalistin. In meiner Abiturzeit bekam ich eine doppelseitige Sehnervenentzündung, die schlecht medizinisch zu zuweisen war. Jetzt ist es klar, dass es durch den Raynaud war. Laut der Ärzte sollte ich in wenigen Monaten erblinden. Ich habe unheimlch viel getan, um weiter lesen zu können. Aber da gab es dann etwa 3 Monate in denen garnicht mehr ging. Ich zweifelte daran, als mein Ich überhaupt noch zu existieren. Alles was ich jemals wollte, ist mir in diesem Moment verloren gegangen. Aber ich habe einen Weg gefunden. Das schlimmste ist nicht eingetreten.
Heute studiere ich Literaturwissenschaften und Philosophie. Dennoch wird für mich wahrscheinlich nicht die Möglichkeit bestehen, so eine Tätigkeit auszuüben. Ich kann schon kaum noch mit der Hand schreiben, mache grad alles auf dem Notebook.
Aber ich denke die Pointe dieser kleinen Geschichte will dir sagen, dass du niemals aufhören solltest an deine Träume zu glauben. Selbst wenn es so sein sollte, dass du deine Wünsche furchtbarerweise an ein mittleres Maß anpassen musst, weil sie mit Lupus irgendwann unrealistisch werden sollten, so sind deine Träume doch eine Konstante in dir, die dich unter anderem zu dem Menschen macht, der du bist.
Und wenn ich mir genau diesen Gedanken vor Augen halte, dass ich nu lebe um die Literatur zu lieben, kann ich mich langsam vielleicht damit abfinden, in einer Bibliothek zu landen. Auch wenn ich eigentlich viel weiter hinaus wollte. Aber bestimmt gibt es auch dann eine Möglichkeit glücklich zu werden.
Vielleicht geht es dir später etwas besser und der Lupus schlummert ein wenig. Oder, und das wär wohl das tollste für uns alle, irgendein super Medikament kann die Situation vereinfachen. Vielleicht gibt es auch die Möglichkeit ein festes soziales Netz in einem Entwicklungsland aufzubauen, dass dich in der Not rettet.
Hier mal ein Beispiel von dem was ich meine: Ich habe auch noch ne Herzrhythmusstörung, die es mir eigentlich nicht möglich macht mündliche Prüfungen durchzustehen. Ich hatte vor etwa 3 Monaten eine, und hatte mit dem Dozenten vreinbart, wie er im Notfall reagieren muss. Dann habe ich ihm einfach vertraut und losgelegt. Ich hatte echt ziemliche Herzschmerzen (warum muss Aufragung das Herz auch noch zusätzlich Beschleunigen?), aber mein Wille war stärker.
Vielleicht klingt alles was ich hier sage auch eher idealistisch. Aber ich denke, man sollte sich so viel wie möglich von seiner Persönlichkeit erhalten, man ist doch nicht in erster Linie krank. Unser freier Wille macht uns stark!

Liebe Grüße

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Micky

55, Weiblich

Beiträge: 2487

Re: zerplatzte Träume

von Micky am 02.11.2009 19:26

Ich nochmal. Mann, was bin ich unsortiert heute. :rolleyes:

was würdet ihr machen: fahren oder nicht?

Ich würde nicht fahren, weil ich erstens ein Schisser bin und zweitens keinen derartigen Traum habe und mich daher vmtl. gar nicht richtig in dich hineindenken kann.
Aber ich werde irgendwann laufen - nach Santiago. Noch Fragen? :-)

Gruß Micky

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Micky

55, Weiblich

Beiträge: 2487

Re: zerplatzte Träume

von Micky am 02.11.2009 19:11

Hallo, liebe Lupiene,

Ziele und Träume sind wichtig. Aber neben einigen anderen Dingen hat mich der Lupus gelehrt: Man muss auch wissen, was man wollen kann.
Allerdings gibt es nicht nur schwarz und weiß, ja und nein, hell und dunkel. Die allermeisten Möglichkeiten liegen genau dazwischen. Darum: Gibt es eine "gemäßigte Variante" für dein Vorhaben? (Urlaubsaufenthalt in einer Hotelanlage in "zivilisierter Lage", medizinische Betreuung, sowas in der Art)

So wollte (und will ich immer noch) nach Santiago de Compostela pilgern, fange aber Stand heute nach 150 Schritten an, leise vor mich hin zu jammern. :#: An wochenlangen Wanderungen ist also nicht zu denken - derzeit. Wer weiß, was die Zukunft bringt. Ich habe gelernt, auf das Universum zu vertrauen.
Nicht immer bekommen wir, was wir uns wünschen. Aber ganz oft bekommen wir, was wir brauchen.

Edit: Damit meine ich, vielleicht sollst du nur für dich rausfinden, ob und was gut für dich ist und zu welche Risiken du bereit bist.

Gruß Micky

Antworten Zuletzt bearbeitet am 02.11.2009 19:22.

annette

-, Weiblich

Beiträge: 233

Re: zerplatzte Träume

von annette am 02.11.2009 14:43

wielange willst du denn dort bleiben? Und welches Land ist es denn?
ich wollte ja dieses Jahr mit dem Zug durch Kasachstan reisen - als ich mein Visum hatte, wurden meine Werte wieder so schlecht, dass ich stornieren musste und mal wieder im Krankenhaus gelandet bin, wo ich tagelang vor Wut und Enttäuschung nur geheult habe.
Im Moment geht es langsam wieder aufwärts und ich fahre für eine Woche nach Krakau und Warschau als Entschädigung und Belohnung. Und nächstes Frühjahr gehe ich die große Reise nochmal an.
Ich wollte auch immer im Ausland arbeiten und war früher oft monatelang abroad.
Wenn ich mir jetzt nicht hin und wieder einen Reisetraum erfüllen könnte, wäre das ganz schlimm für mich.

Letztes Jahr war ich während meiner Endoxan-Therapie alleine in Israel - alles gut gegangen. Allerdings traue ich mich nicht mehr so lange weg und ich informiere mich vorher über Kliniken vor Ort für den Notfall.

bei mir ist die ganze Berufsgeschichte geplatzt, bin inzwischen berentet und kriege wohl nie wieder einen Fuß in ein normales Berufsleben.
Kinder wollte ich zum Glück sowieso nie, wäre aber auch nicht möglich.
War gestern bei einem Abendessen mit Freunden und alle haben von ihren beruflichen Projekten erzählt - ich habe erst vorgestern meinen neuen Rentenbescheid erhalten. Obwohl mich das einerseits erleichtert hat, war ich dann doch wieder ganz traurig, dass ich nicht "produktiv" sein kann.

Also wenn du die Reise irgendwie hinkriegst, ich würd´s machen.
Ich zehre immer monatelang von solchen Erlebnissen und weiß dann wieder, wozu ich diese ganzen mistigen Therapien mache.
Was wäre denn das Hauptproblem? Das Klima? Die Impfungen? mögliche Infektionen?

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Lupiene
Gelöschter Benutzer

zerplatzte Träume

von Lupiene am 02.11.2009 14:23

adios

Antworten Zuletzt bearbeitet am 09.11.2009 18:33.
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