Einfluss der Pharmaindustrie auf die Therapieauswahl

Erste Seite  |  «  |  1  |  2  |  3  |  4 [ Nach unten  |  Zum letzten Beitrag  |  Thema abonnieren  |  Älteste Beiträge zuerst ]


desiderata
Gelöschter Benutzer

Re: Einfluss der Pharmaindustrie auf die Therapieauswahl

von desiderata am 10.06.2012 19:12

@Bianca

MEZIS = Mein Essen zahle ich selbst

Aber ich sehe die Alternative ("unbeeinflusst" zu verordnen) auch nicht wirklich so eindeutig wie es mancherorts suggeriert wird.
Bestechlichkeit hat es schon immer gegeben - offen oder verdeckt. Wo Menschen tätig sind, sind Abgründe reichlich vorhanden.
Ich halte es dennoch für eine sehr bedenkliche Unterstellung (derzeit in den Medien seeeehr opportun, kommt den kranken Kassen auch enorm entgegen!), so zu tun, als würde die Masse von Ärzten großzügig und zum eigenen Vorteil teure Medikamente verordnen.
Ist es nicht so, dass - wie hier oder in Selbsthilfegruppen - von Betroffenen eher eine restriktive Handhabung, also eher ein "zu wenig", "Billigprodukt" oder "denken nur an ihr Budget", beklagt wird?

Und ist es nicht so, dass beim Friseur, im Nagel-/Tattoo- und Piercingstudio oder mit Zigaretten und "coolen" alkoholischen Getränken oder den immer modernsten Phones und Pad´s auch - und zwar ohne Skrupel und ohne den Anspruch auf eine irgendwie geartete moralische Komponente - Geld verdient wird?
Jeder Konsument beansprucht mit der größten Selbstverständlichkeit für sich, "selbstbestimmt" entscheiden zu können.

Ärzte können das offenbar gefühlt nicht - weil sie per se "korrupt" oder manipulierbarer als Andere sind??





Antworten

Bianca

50, Weiblich

Beiträge: 804

Re: Einfluss der Pharmaindustrie auf die Therapieauswahl

von Bianca am 10.06.2012 18:54

Wer zahlt ihnen denn dann das Essen? Stellen diese Ärzte ihre eigenen Medikamente her? Mittlerweile stellen ja auch viele Apotheker ihre eigenen Paracetamol/Schüsslersalze etc. her anstatt die renommierten Marken zu unterstützen, gibt es sowas auch bei Ärzten? 

Und sagen nicht mittlerweile die Krankenkassen wessen Produkte du bekommst? 

Letztendlich ist es doch in allen Bereichen so, oder?! Natürlich geht es hier um die Gesundheit, unsere Gesundheit, aber ob mein Arzt jetzt mit dem Pharmareferenten von Hexal, AL oder DHU gut Freund ist, ist mir ziemlich egal. 
Meine Friseurin nutzt auch die XY-Produkte, weil sie bei denen die besten Konditionen bekommt und so zieht es durchs gesamte Geschäftsleben. 

Ich habe bis 2004 auch im Gesundheitswesen gearbeitet und fand es schon immer interessant, welche Pharmareferenten was haben springen lassen, aber letztendlich haben meine Chefs mal von Firma A und mal von Firma B verordnet.
Und man muss sich dann auch fragen, wie weit diese Bestechungen gehen. Die Reha-Kliniken verschicken ja auch gern teure Geschenke an die Chefärzte, die "fleißig" einweisen usw.

Die 25 Jahre zwischen 30 und 40 sind die besten im Leben einer Frau!

Antworten

desiderata
Gelöschter Benutzer

Re: Einfluss der Pharmaindustrie auf die Therapieauswahl

von desiderata am 10.06.2012 17:21

@solea

Woher beziehst du das Wissen darum, nach welchen Kriterien dein Arzt deine Behandlung aussucht?
Kann es eine völlig von der Pharmaindustrie unabhängige Behandlung geben, und wie soll die aussehen?

Soweit ich informiert bin, werden ausnahmslos ALLE medikamentösen Therapieformen von irgend einem (Pharma!!-)Hersteller produziert und fallen nicht als "Naturprodukt" einfach so vom Himmel - das gilt übrigens auch für homöopathische und sonstige naturheilkundliche Mittel, Schüssler-Salze und orthomolekulare Präparate.
Deren Herstellung ist naturgemäß einfacher und billiger - und ihre Wirkung meist nicht oder allenfalls auf Placeboniveau (was manchmal, aber eben längst nicht immer, völlig genügt!) nachweisbar.

Gemeinsam haben sie alle eines: es geht ums Geldverdienen und nicht (nur) um "edel sei der Mensch, hilfreich und gut"
(Zitat von J. W. v. Goethe)

Dass deshalb (fast) alle Ärzte - nämlich die, die nicht bei MEZIS organisiert sind - bestechlich seien, ist eine Unterstellung.


Hast du als "Eingeweihte" wirklich ein besseres Konzept? Wie viele (auch Selbsthilfeveranstaltungen!) Fortbildungsveranstaltungen und wie viele Medikamentenentwicklungen gäbe es ohne die Unterstützung der forschenden und verkaufenden pharmazeutischen Industrie, die selbstverständlich (wie inzwischen zahlreiche "unbestechliche" ? Krankenhäuser in privater Hand auch) Geld verdienen möchte.
Ist dir bewusst, dass Selbsthilfegruppen auch von Pharmafirmen mit Geldbeträgen "bestochen" werden? Nehmen sie direkten Einfluss auf medizinische Behandlungen??

Ich bin auf deine Erklärungen wirklich gespannt



Antworten Zuletzt bearbeitet am 10.06.2012 17:21.

solea

-, Weiblich

Beiträge: 262

Einfluss der Pharmaindustrie auf die Therapieauswahl

von solea am 10.06.2012 15:09

Hallo zusammen:

Ich wollte gerne mal auf eine Initiative aufmerksam machen, die ich gerne unterstütze:

"Mein Essen zahl´ich selbst", die Initiative von Ärzten, die sich nicht bestechen lassen durch die Pharmaindustrie und die die Therapie für ihre Patienten wählen, die sie für richtig halten und nicht die der Pharmafirma, die ihren letzten Aufenthalt in der Toskana zu einer "Weiterbildung" gezahlt haben.

Da ich selber lange Jahre im Gesundheitsbereich arbeite, kann ich beurteilen, was da alles so schief läuft. Da wird oft weder auf die Gesundheitskosten noch auf das Wohl der Patienten geachtet.

http://www.mezis.de/startseite/

lg
solea

Antworten
Erste Seite  |  «  |  1  |  2  |  3  |  4

« zurück zum Forum