Familienstellen
Erste Seite | « | 1 | 2
[ Nach unten | Zum letzten Beitrag | Thema abonnieren | Älteste Beiträge zuerst ]
Re: Familienstellen
von Theo_1956 am 24.04.2014 17:33Hallo Csiemo,
dieses Thema ist wie Amy schon sagte ein ganz heißer Brocken - aber ein sinnvolles Thema. Jeder Mensch ist anders, im Charakter, in seiner Ausstrahlung. Frauen und Männer unterscheiden sich sehr stark bei Emmotionen. Ich z. B. bin für diese Thema fast emmotionslos geworden denn ich habe zu viel mit machen müssen.
Vor allem - in der Familie geht es drunter und drüber. Oft ist es Neid, Mißgunst - denn manche Menschen leben eine Krankheit aus, gehen in dieser Krankheit auf und nun kommst Du daher mit Lupus und stehst im Mittelpunkt des Interesse anderer.
Es ist ein Konflikauslöser.
Ebenso: Du sagst zu einer Aufgabe ja und kannst diese wegen deiner Krankheit nicht zu Ende führen. ein Mann ist dann ein Weichei, ein Depp, hat keine eier in der Hose und so weiter.
Ich habe folgendes gemacht, für meine liebe Verwandtschaft habe ich meine Homepage so gestaltet das Diese sehen können wie es mir geht. Und was ich mitgemacht habe.
riphaus.cabanova.de/ Schau sie dir an, die Seite - Man sieht ja nichts und Erfahrungen.
Auf Deine Frage Habe ich schon lange Wut auf andere Personen oder Situationen und komme nicht davon weg?
Kann ich nur antworten: Lösche diese Person aus dem Gedächtnis.
Das NEIN sagen habe ich inzwischen gelernt und somit " Freunde und meine Verwandschaft" verlohren. Das Abgrenzen habe ich ebenfalls im Griff - wenn es mir nicht gut geht, dann gehe ich z. B. von Feiern. Das machst zwar keine Freunde aber es muss mir gut gehen.
Mit Wut umgehen ? Ich schreie sie notfalls raus - zum Entsetzen meiner Verwandten. Rein fressen wie früher - niemals wieder.
Ich vermute mal das wird hier noch hoch hergehen im Forum. Aber wie ich schon sagte es muss mir gut gehen was die Anderen denken, sagen : L.m.A. so denke ich und mir geht es gut.
Schöne Grüße Theo
Re: Familienstellen
von csiemo am 24.04.2014 16:57Hallo Amy,
nein es geht nicht um Schuld. Genau, dass ist ja häufig die Frage: Warum ich?
Es geht viel mehr darum Verstrickungen zu erkennen und aufzulösen. Welche Rolle spielten z.B. Krankheiten in meiner Familie? Habe ich schon als Kind ein Teil Verantwortung für erkrankte Familienmitglieder übernehmen müssen-Rollenumkehr? Diese Verantwortlichkeit kann man dorthin zurückgeben, wo sie hin gehört. Hier ist aber nicht Unterstützung seitens der Kinder gemeint.Symptomträgerschaft ist in der Psychologie schon seit sehr vielen Jahren bekannt und wenn dann noch eine chronische Erkrankung dazu kommt können sich die Symptome durchaus potenzieren und auch zu schweren organischen Schäden führen. Auch stehen wir chronisch Kranken immer wieder vor dem Problem, warum verstehen mich Angehörige, Kollegen, Bekannte ... nicht. Auch diese Menschen haben ihre eigene Lebensgeschichte, wodurch sie vielleicht kein Verständnis entwickeln können. Ich denke aber, dass es für uns Betroffene einfacher ist die "Ignoranz" zu akzeptieren, wenn man die Zusammenhänge sichtbar und somit verständlich machen kann. Warum kann oder will sich z. B. ein Partner nicht mit der Erkrankung auseinandersetzen? Hat sich vielleicht schon in seiner Kindheit alles um Krankheiten gedreht?
Was uns selber betrifft stellt sich mir schon die Frage, warum gerade chronisch kranke Menschen oft über ihre eigene Belastungsgrenze gehen und ihre eigenen Bedürfnisse hinten anstellen.
In bezug auf Deine Bedenken, es könnte ein neuer Schub ausgelöst werden, gebe ich Dir bedingt Recht. Wenn man sich für ein Familienstellen entscheidet, dann sollte man schon sehr genau nach der Erfahrung und Ausbildung des Therapeuten schauen. Es gibt inzwischen eine unmenge an Hobbyaufstellern, was ich auch für sehr unverantwortlich halte. Ebenso ist eine fachkundige Nachbearbeitung unabdingbar. Das aufzustellende Thema legt jeder für sich selbst fest und man hat auch immer die Möglichkeit auszusteigen. Meiner Erfahrung nach kann dies nur ein Anstoß sein um anschließen ressourcenorientiert weiter zu arbeiten.
Mir ist es noch wichtig, nicht der Psyche die Schuld zugeben, sondern eher an dem Zusammenspiel zwischen Erkrankung und Psyche zu arbeiten. Hier von Schuld zu sprechen wäre irgendwie auch ein Hohn für viele Betroffene. Schließlich haben wir nicht jahrelang Kette geraucht und heute Lungenkrebs.
Ich finde Deine Sichtweise interessant und nachdenkenswert.
Liebe Grüße
Carmen
Re: Familienstellen
von Amy am 24.04.2014 15:46Hallo Carmen,
das ist mal ein ganz heißes Thema für Autoimmunerkrankte. Was will mir meine Seele damit sagen, dass mein Körper sich selbst angreift?
Diese Frage impliziert stets ein wenig, dass man selbst Schuld an der Erkrankung trägt.
Belastende Aufbearbeitungsmaßnahmen der Vergangenheit könnten schubauslösend wirken. Der Fokus bei Menschen mit schweren Autoimmunerkrankungen sollte in der Krankheitsbewältigung liegen. Der Weg dort hin sollte erleichtert werden und entlastend sein.
Liebe Grüße
Amy
Familienstellen
von csiemo am 24.04.2014 14:58auf andere PersonenEs würde mich interessieren, wie Ihr zu dem Thema steht bzw. ob Ihr auch Erfahrungen mit dem Familienstellen habt? Ich selber wende es teilweise in meiner Praxis an und nehme selber mit meinen eigenen Themen an Aufstellungen teil.Dies ist keine Werbung!
Als ich angefangen habe mich mit dieser Thematik zu beschäftigen, konnte ich mich nur schwer darauf einlassen. Da ich nicht estotherisch veranlagt bin, konnte ich mir nur schwer vorstellen, dass dies ein Weg, neben der Humanmedizin, für mich sein könnte.
Ich möchte hier, meine heutige Sichtweise zur Diskussion stellen:
Wenn der Körper anfängt, sich selbst mit seinem Immunsystem zu zerstören... Was kann man tun?
Wenn wir davon ausgehen, dass unser Körper sich erlaubt, das zu leben, was wir uns selber nicht erlauben, dann würde das bedeuten: Es geht darum sich zu wehren und über seine eigenen Grenzen zu gehen.Die meisten Menschen mit Autoimmunkrankheiten wehren sich nicht nach außen, eigene Bedürfnisse werden nicht beachtet. So beginnt sich der Körper nach innen zu wehren.
-Wie grenze ich mich ab?
-Warum sage ich nicht nein?
-Wie gehe ich mit Wut um?
-Habe ich schon lange Wut auf andere Personen oder Situationen und komme nicht davon weg?
Dies ist nur ein Bruchteil von Fragen.
In der Aufstellung geht es um akute und chronische Krankheiten, als auch Symptome, welche aufgestellt werden. Symptome und Krankheiten sind der direkteste Ausdruck der Seele, dass etwas nicht in Ordnung ist. Die Symptome können z.B. als Vertreter für Personen mit denen wir verstrickt sind, Erlebnisse welche wir nicht sehen wollen oder können, Familiengeheimnisse...auftreten. Somit ist unsere Ordnung gestört und der Körper reagiert u.a. mit Krankheiten und Symptomen. Bert Helling wies darauf hin, dass es einen Einfluss der Ahnen auf unsere Gesundheit gibt. Kurz gesagt, es gibt Menschen, die an Symptomen leiden, welche nicht aus ihrem Leben stammen. Sie sind übernommen aus traumatischen Erfahrungen ihrer Vorfahren-krankmachende Dynamik aus der Herkunftsfamilie. So könnte man durchaus auch ein gehäuftes Auftreten in bestimmten Familien zum Teil erkären.
Der Ablauf einer Aufstellung erscheint bei dieser Problematikgröße doch recht einfach.Es gibt die Möglichkeit einer Gruppenaufstellung mit menschlichen Stellvertretern oder Bodenankern. Auch ist eine Einzelaufstellung mit Bodenankern oder einem Systemischen Brett möglich.
Meiner Meinung nach, kann es neben der medizinischen Behandlung eine lösungsbringende Möglichkeit sein, einen Teil der Symptome anzugehen und Verstrickungen in der Familie zu lösen.

Antworten