wolfskind
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desiderata
Gelöschter Benutzer
Re: wolfskind
von desiderata am 04.06.2012 11:19
Ich kann mich den Gedanken von SnowWhite ziemlich umfänglich anschließen und verstehe nicht, wie jemand ernsthaft die Ansicht vertreten kann, dass es etwas mit "Eigenverantwortung" zu tun hat, wenn jemand in einer (oder kurz nach einer) bedrohlichen körperlichen Situation auf eigene Verantwortung (?) und gegen ausdrücklichen ärztlichen Rat (oder?) ein Krankenhaus verlässt.....
Mir ist unerklärlich, was das mit "Menschen als Ganzes betrachten" zu tun hat!
Es steht jedem frei, für oder gegen sich selbst zu entscheiden, solange er wach und in der Lage dazu ist.
Was hier als "Mut" bezeichnet wird, empfinde ich allerdings eher als fatalistisches Handeln im Sinne von "Kamikaze". Ob dazu die eigene Sachkenntnis immer genügt, bleibt dahingestellt.
Ist aber nur meine persönliche Ansicht 
@wolfskind
Ich wünsche dir, dass dir trotz Allem ein akzeptabler Verlauf zuteil wird.
Grüße, desiderata
Re: wolfskind
von SnowWhite am 04.06.2012 08:59ich glaube aber nicht das sie dies abschätzen kann ,ihr körperlicher zustand ist so extrem schlecht das es unverantworlich ist meiner meinung nach. ihr habt die bilder von ihrem extem dünnen körper nicht gesehen , da würden bei jeden die alarmglocken gehen . das hat in meinem augen nichts mehr mit mut zu eigenverantwortung zutun , sie begibt sich in lebensgefahr und ihr ist das überhaupt net klar meiner meinung nach . sie ist zuhause ganz alleine , wenn ihr körper plötzlich schlapp macht zb. multiorganversagen dann ist erstmal niemand da ..wäre ja immer noch was anderes wenn sie bei ihren eltern leben würde , oder mit jemanden zusammen. wenn sie ohnmächtig wird bekommt das ja erstmal keiner mit und sich dann in so einer situation selbst zu entlassen ,ist einfach nur wahnsinn...mehr nicht.
krankenhäuser sind für mich auch die hölle,ich lag dieses jahr schon 2 mal dort und letztes jahr auch 3 mal in verschiedenen krankenhäuserin . mich stresst das auch extrem , mir gehts dort auch immer noch schlechter , aber wenns um das eigene leben geht und eine op ansteht gehts ja nunmal nicht anders . da muss man sowas halt in kauf nehmen , ich glaub keiner geht gerne dort hin und für die meisten ist es stress usw. ich bin dort auch immer total überfordert mit allem und kann nachts nie schlafen selbst mit schlaftab. krieg ich kaum ein auge zu ,dann kann ich vieles net essen wegen meinen vielen allergien und unverträglichkeiten, ich nehm jedes mal noch mehr ab und meine mutter muss mir öfters mittag kochenund essen dort hinbringen ,weil die krankenhäuser das net auf die reihe kriegen und ich dann doch wieder dinge auf dem teller hab die ich net essen kann. das alleine ist schon immer ein riesen aufwand und stress für alle beteidigten aber wenn sein muss. zuhause kann einem manchmal kein arzt helfen ,schon gar nicht wenn man 6-7 infusionen am tag bekommen muss.
ich denk nach wie vor im krankenhaus hätte man sie erstmal wieder richtig stabilisieren können ,damit sie vll wenigstens wieder etwas an gewicht zunimmt und überhaupt in der lage dazu ist die heftige endoxan therapie zu überstehen .
was für ein blödsinn , ich geb mein schicksal bestimmt auch net in teilen ab. ich seh das nur realistisch ,wenn ein arzt mir sagt , sie müssen hier bleiben weil sie 6 infusionen am tag erhalten und ihr zustand lebensbedrohlich ist ,dann ist mir klar das ich erstes keine 6 infusionen am tag von 8 - 22 uhr woanders bekommen kann und b. das wort lebensbedrohlich verwendet ein arzt mit sicherheit net wenn net so wäre. davon ab wird man heute eh nur noch im krankenhaus behalten ,wenn man schon halb tot ist..ansonsten wirst du eh wieder heimgeschickt oder spätestens nach ein paar tagen entlassen. die behalten eh nur noch so kurz wie möglich drin...auf wenn man schon sogar auf ne intensiv kommt, da käm ich net mal auf die idee mich selbst zu entlassen,geschweige denn zu fragen , denn man kommt dort bestimmt net umsonst hin. DAS sollte einem dann schon zu denken geben , wenn man dort hin kommt.
ich hoff nur das du unter dem endoxan dann wenigstens für eine nacht dort bleibst
Re: wolfskind
von Bianca am 03.06.2012 19:27Genau das meinte ich
Die 25 Jahre zwischen 30 und 40 sind die besten im Leben einer Frau!
Re: wolfskind
von pinus am 03.06.2012 17:26Hallo wolfskind,
schön, dass Du einen Hausarzt hast, der sich in Deine Situation einfühlen kann und der sich für Dich einsetzt. Gerade bei Autoimmunerkrankungen, von denen ja bekannt ist, dass sich psychischer Stress besonders verschlimmernd auswirken kann, sollten die Ärzte ihre Patienten als Ganzes im Blick behalten, und unter bestimmten Umständen eben nicht nach Schema F vorgehen.
Übrigens glaube ich, Dich ein Stück weit verstehen zu können, denn auch ich erlebe KKHsituationen aufgrund einer komplexen posttraumatischen Belastungsstörung als extrem stressreich. Für mich bedeuten vor allem die ständigen körperlichen Berührungen, die ja mit jeder Hilfestellung, Untersuchung etc. verbunden sind einen enormen Stress, der bei mir zu gehäuft auftretenden Intrusionen (Flashbacks, Alpträume, extreme Schreckhaftigkeit, Angst- u. Depersonalisierungszustände ... ) führt.
Manchmal ist KKH - selbst im Falle sehr schwerwiegender und gefährlicher körperlicher Symptomatik - eben nicht das beste und hilfreichste. Die nicht ganz so optimale medizinische Überwachung ist manchmal trotz allem das kleinere Risiko.
Hoffentlich kann Dir auch ohne längere stationäre Behandlung, so geholfen werden, dass es Dir bald wieder besser geht.
LG pinus
Re: wolfskind
von wolfskind am 03.06.2012 14:52ich finde daran nichts merkwürdig.
für mich ist es eine belastung, wie es im KH abläuft, die wechselnden ansprechpartner und belegschaft, die verschiedenen dienst habenden ärzte und all das was für mich nicht berechnenbar ist und mich damit verwirrt.
außerdem bin ich durch den autismus auch "undurchschaubar" das heißt, man erkennt zwar anhand des monitors wo ich grade bin körperlich, wie es mir also geht, aber man sieht es mir nicht an.
das war ein problem für die ärzte und sie waren überfordert und froh als mein HA anrief und sich einschaltete. er hat es dann übernommen und ich wurde in seine hände entlassen.
Wovon das Herz voll ist, läuft der Mund über.
Re: wolfskind
von pinus am 03.06.2012 13:59Hallo Wolfskind,
Großen Respekt für Deinen Mut zur Eigenverantwortung, und vor allem auch für die Klarheit mit der Du Deine Situation siehst.
Auch ich verstehe meine Ärzte eher als "Berater mit besonderer medizinischer Fachkompetenz". Ich höre mir Ihren Rat natürlich genau an, und er hat auch besonderes Gewicht für mich, aber letztendlich entscheide ich selbst, was für mich in der jeweiligen Situation am besten ist.
Das Recht medizinische Behandlungen abzulehnen hat in Deutschland jeder volljährige Patient bei dem "Einwilligungsfähigkeit" besteht, der also grob gesagt in der Lage ist, seine Situation zu verstehen und die Konsequenzen seiner Entscheidungen abzusehen. Ein Arzt, der einen einwilligungsfähigen Patienten gegen seinen erklärten Willen behandelt, begeht nach deutschem Recht Körperverletzung. Für den Fall einer möglichen zukünftigen Einwilligungsunfähigkeit, aufgrund von Bewusstlosigkeit, Demenz, psychischer Erkrankung etc. kann man seinen Willen (bezügl. medizinischer Behandlungen/deren Ablehnung) in einer Patientenverfügung formulieren. Auch dies ist dann rechtlich bindend für jeden Arzt, vorausgesetzt es ist eindeutig formuliert, passt auf die tatsächliche med. Situation, und der behandelnde Arzt hat davon Kenntnis.
Ich wünsch Dir viel Kraft für die nächste Zeit, Wolfskind!
pinus
Re: wolfskind
von Bianca am 03.06.2012 13:00War vielleicht gerade der Autismus der Grund, weshalb du gehen durftest? Ich kenn jetzt nicht deine persönlichen Auswirkungen, aber ist es nicht so, dass hier oft das, was ungewohnt ist - sprich Notfallsituation im KH - die Situation eskalieren lässt? Und wenn die KH-Ärzte dem HA vertrauen, bzw. wissen, dass wolfskind sofort den HA konsultiert, ist es ja okay. Letztendlich ist jeder seines eigenen Glücks Schmied.
Ich finde an der Geschichte auch einiges seltsam, aber das mit dem Autismus wäre jetzt für mich eine Erklärung?!
Die 25 Jahre zwischen 30 und 40 sind die besten im Leben einer Frau!
Re: wolfskind
von wolfskind am 03.06.2012 11:48es ist für mich eine gute Entscheidung gewesen.
ein Patient muss nicht nur danach fragen, was grundsätzlich geeignet scheint, sondern was für IHN als geeignet empfunden wird. mein Arzt sagt ja selbst, dass die meisten Patienten eine eher difuse Wahrnehmung von sich selbst haben und dankbar sind, wenn der doc ihnen sagt, wo es langgehen kann. Er zumindest empfindet meine persönliche Gesundheits-/Krankheitskompetenz als sehr unterstützend für die Diagnostik. Diese Kompetenz in der Eigenempfindung ist halt nicht jedem gegeben.
ich gehöre nicht zu denen, die ihr Schicksal in Teilen abgeben und menschen die das tun empfinden es deshalb erst einmal als völlig fremd, dass ich mir das nicht abnehmen lasse. ihr spiegelt natürlich über mich, dass ihr selbst es tut... also kann das andere erst einmal nicht sein.
Jeder Mensch hat das Recht, über seine Gesundheit selbst zu entscheiden. Solange jemand geistig klar ist, soll ihm die Freiheit der Entscheidung bleiben. Dass eine Entscheidung sich als falsch heraus stellen kann (!), beinhaltet dieses Recht ebenfalls. Dann bin ja auch ich derjenige, der die Verantwortung dafür übernehmen muss. und dafür unterschrieb ich.
Wovon das Herz voll ist, läuft der Mund über.
Re: wolfskind
von SnowWhite am 03.06.2012 07:51wenn man sich so stur stellt und unbedingt heim will und sich selbst entlässt ,das bräuchte ich bei meinem arzt net machen.der würde mich gleich wieder reinschicken....auf jedenfall bräucht ich mir sowas net erlauben ,da würden mich hier alle ärzte für verrückt erklären. ich war froh nach über 18 tagen endlich das ok vom obersrazt zu bekommen das ich nun heim darf. als ich in den ersten 10 tagen mal vorsichtig angefragt hatte , bekam ich gleich ein NEIN zu hören , solange ihr zustand noch so bedrohlich ist können sie nirgendwo hin. mich wundert es nur das man auf ner intensiv überhaupt auf eigene verantwortung gehen darf ? ich mein man kommt ja normal net umsonst auf intensiv..und dann 24 später kann man heim gehen ,weil man nicht mehr dort bleiben will ? und das geht so einfach? wie gesagt meine ärzte hätten das net mitgemacht...wenn dein zustand so bedrohlich ist halt ich das auch nach wie vor für total unverantworlich von deiner assistenz das sie dem zugestimmt hat und deinem arzt auch . aber meine meinung dazu kennst du ja nun zu genüge schon..
ist mir auch ein rätsel wie man nach einer nacht auf medikamente eingestellt sein will..das dauert schon immer ein paar tage.
Re: wolfskind
von Uta am 03.06.2012 07:37Renate, das finde ich auch gefährlich. Kann man denn schon nach einer Nacht auf die Medikamente eingestellt sein?
Ich war 24 Tage auf der Intensiv und danach noch 2 Wochen auf der normalen Station.
Da wurden mir ständig andere Medikamente gegeben und Blut abgenommen, manchmal mehrmals am Tag, um Veränderungen gleich zu sehen.
Meine HA hätte das auf jeden Fall nicht gekonnt, da sie ja die Blutproben erst an ein Labor schicken muss. Die Ergebnisse hat sie dann auch erst einen Tag später, im KH waren die teils schon nach 1 Std. da.
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